Am Montag kam es auf dem Wanderweg zur Meeraugspitze in der Tatra zu einem schweren Unfall. Ein Tourist stürzte aus etwa 20 Metern Höhe und erlitt schwere Kopfverletzungen. Nach Angaben eines Augenzeugen, der sich später an die Schlesische Medizinische Universität (ŚUM) wandte, „kam der Mann unmittelbar vor dem Abgrund zum Stillstand“.
Zwei Medizinstudenten kamen dem verletzten Touristen zu Hilfe. Sie blieben bei ihm, bis der Hubschrauber der Bergrettung TOPR eintraf. Nachdem die Rettungsaktion beendet war, setzten die beiden ihre Wanderung fort. Anschließend erreichten sie den Gipfel der Meeraguspitze.
Ein Augenzeuge wollte sich bei den beiden jungen Medizinern bedanken. Allerdings kannte er ihre Namen nicht. Deshalb bat er die Schlesische Medizinische Universität um Hilfe bei der Suche nach den Studenten.
Universität veröffentlicht Aufruf in sozialen Medien
Einige Tage nach dem Unfall erhielt die Schlesische Medizinische Universität eine E-Mail des Augenzeugen. Darin bat er die Hochschule darum, die beiden angehenden Mediziner ausfindig zu machen.
Die Universität veröffentlichte daraufhin einen Aufruf in den sozialen Medien. „Wir suchen die Studenten auf dem Foto! Wir möchten Ihnen danken“, teilte die Hochschule mit.
Der Beitrag verbreitete sich schnell im Internet. Das Foto wurde in den sozialen Netzwerken vielfach geteilt. Bereits wenige Stunden später konnte die Universität einen Erfolg melden: Die Identität beider Studenten war geklärt.
Michał und Bartosz halfen dem verletzten Touristen
Bei den beiden Männern handelt es sich um Michał Kula, einen Studenten im fünften Studienjahr, und Bartosz Antonik, einen Studenten im dritten Studienjahr an der Fakultät für Medizinische Wissenschaften der ŚUM in Katowice / Kattowitz. „Sie waren es, die dem Touristen in der Tatra zu Hilfe eilten. Und anschließend bestiegen sie die Meeraugspitze“, teilte die Universität mit.
Nach Angaben der Hochschule erklärten die Studenten, sie hätten spontan gehandelt. Sie seien einem Impuls gefolgt und hätten keinen Moment gezögert, zu helfen. Der gerettete Tourist befindet sich weiterhin im Krankenhaus und erholt sich von seinen Verletzungen, teilte die Universität mit.
Agata Pustułka, Sprecherin der ŚUM, erklärte, dass die Hochschule inzwischen Kontakt zu den beiden Studenten aufgenommen habe. Zudem bereite die Universität eine Überraschung für sie vor.
Internetnutzer bedanken sich bei den Studenten
Die Geschichte der beiden Studenten stieß in den sozialen Medien auf große Resonanz. Unter dem Beitrag der Universität erschienen zahlreiche Glückwünsche und Dankesbekundungen.
„In dieser Welt voller Gleichgültigkeit gibt es manchmal Menschen, die den Glauben an die Menschlichkeit zurückgeben“, schrieb ein Nutzer. Ein anderer kommentierte: „Man sieht, dass ihr für diesen Beruf berufen seid.“
Quelle: interia
Foto: facebook / Śląski Uniwersytet Medyczny