An der polnischen Ostseeküste sorgt derzeit ein ungewöhnlicher Anblick für Aufsehen. In der Nähe von Großmöllen/Mielno hat sich der Sand an mehreren Stellen violett und dunkelrot verfärbt. Das Phänomen sieht ungewöhnlich aus, ist aber völlig natürlich und für Spaziergänger ungefährlich.
Violetter Sand an der Ostsee: Ungewöhnliches Naturphänomen sorgt für Aufsehen
An der polnischen Ostseeküste sorgt derzeit ein ungewöhnlicher Anblick für Aufsehen. In der Nähe von Großmöllen/Mielno hat sich der Sand an mehreren Stellen violett und dunkelrot verfärbt. Das Phänomen sieht ungewöhnlich aus, ist aber völlig natürlich und für Spaziergänger ungefährlich.
Touristen, die derzeit an der Ostsee bei Großmöllen/Mielno unterwegs sind, können auf dem Strand auffällige violette und bordeauxrote Streifen entdecken. Die ungewöhnliche Färbung könnte auf den ersten Blick wie das Ergebnis menschlicher Einwirkung aussehen. Tatsächlich steckt jedoch ein natürliches geologisches Phänomen dahinter.
Warum wird der Sand plötzlich violett?
Verantwortlich für die ungewöhnliche Farbe sind sogenannte Schwerminerale. Dazu gehören unter anderem Granate, Magnetit und Ilmenit. Sie enthalten Eisenverbindungen und kommen auch im gewöhnlichen hellen Strandsand vor.
Normalerweise sind die kleinen Körner jedoch kaum sichtbar. Erst wenn sich die verschiedenen Bestandteile des Sandes voneinander trennen, können die dunkleren Mineralien deutlich hervortreten.
Stürme bringen die farbigen Streifen zum Vorschein
Besonders häufig entstehen die auffälligen Sandstreifen nach starken Stürmen.
Die Wellen spülen die leichteren Quarzkörner aus dem oberen Bereich des Strandes und transportieren sie weiter. Die schwereren Mineralien bleiben dagegen zurück und sammeln sich an der Oberfläche.
Wind und Küstenströmungen verteilen die Körner anschließend weiter und können dabei die charakteristischen violetten, roten oder dunklen Muster entstehen lassen.
Bei Großmöllen/Mielno war der ungewöhnlich gefärbte Sand unter anderem östlich des Jamno-Kanals zu sehen. Dort erstreckte sich die farbige Sandschicht über mehrere hundert Meter.
Das Phänomen ist selten und verschwindet wieder
Violetter Sand tritt an der polnischen Ostseeküste unregelmäßig und vergleichsweise selten auf. Besonders häufig lässt sich das Phänomen im Herbst und Winter beobachten, wenn starke Stürme an der Ostsee häufiger vorkommen.
Die farbigen Streifen können bereits nach wenigen Tagen wieder verschwinden. In manchen Fällen bleiben sie jedoch mehrere Wochen sichtbar.
Wie lange die Verfärbung bestehen bleibt, hängt unter anderem von der Richtung der Wellen, der Windstärke und den folgenden Wetterverhältnissen ab.
Ist der violette Sand gefährlich?
Für Spaziergänger besteht keine besondere Gefahr. Die ungewöhnliche Farbe ist kein Hinweis auf eine Verschmutzung oder gefährliche Stoffe, sondern auf die natürliche Zusammensetzung des Strandsediments.
Wer den violetten Sand entdeckt, kann deshalb problemlos am Strand spazieren gehen und Fotos machen. Bei Sturm sollte allerdings – wie generell an der Küste – besondere Vorsicht gelten. Zudem sollten Besucher die aktuellen Hinweise zum Zustand des Meeres und zur Wasserqualität beachten.
Violetter Sand auch an anderen Orten der polnischen Küste
Das Phänomen beschränkt sich nicht auf Mielno. Ähnliche violette, bordeauxrote oder dunkle Streifen wurden in den vergangenen Jahren auch an anderen Abschnitten der polnischen Ostseeküste beobachtet.
Dazu gehören unter anderem:
- zwischen Stolpmünde/Ustka und Freichow/Orzechowo,
- in Dąbki,
- bei Osetnik nahe dem Leuchtturm Stilo in der Gemeinde Choczewo,
- an den Stränden der Hela-Halbinsel,
- in der Umgebung von Großendorf/Władysławowo und Rixhöft/Rozewie,
- an der Weichsel-Nehrung sowie an weiteren Stränden der Danziger Bucht.
Für Urlauber ist der ungewöhnliche Anblick damit vor allem eines: ein seltenes Naturphänomen, das die polnische Ostseeküste für kurze Zeit in ungewöhnlichen Farben erscheinen lässt.
Quelle: wp
Foto: Facebook/Polska Agencja Prasowa
