Die Kraftstoffpreise in Polen sind innerhalb einer Woche deutlich gesunken. Besonders stark fiel der Rückgang bei Benzin aus: Der Durchschnittspreis für Super 95 sank um rund 18 Prozent. Das geht aus Daten der Europäischen Kommission für die Woche bis zum 5. Oktober hervor. Hintergrund ist das staatliche Programm zur Senkung der Spritpreise, das am 3. Oktober erneut gestartet wurde.
Diesel und Benzin deutlich günstiger
Laut der Europäischen Kommission kostete ein Liter Diesel in Polen in der Woche bis zum 5. Oktober durchschnittlich 1,76 Euro. Eine Woche zuvor waren es noch 2,06 Euro gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 14,4 Prozent. Umgerechnet zum Wechselkurs vom 8. Oktober sank der Preis von 9,06 auf 7,71 Złoty pro Liter.
Auch bei Superbenzin mit 95 Oktan gab es einen deutlichen Preisrückgang. Der Durchschnittspreis fiel von 1,85 Euro auf 1,52 Euro pro Liter. In Złoty entspricht das einem Rückgang von rund 8,10 auf 6,66 Złoty.
Bei anderen Kraftstoffen waren die Veränderungen geringer. Flüssiggas (LPG) verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 0,74 Euro pro Liter, umgerechnet 3,24 Złoty. Heizöl kostete durchschnittlich 1,66 Euro pro Liter statt zuvor 1,71 Euro. Das entspricht einem Minus von 2,9 Prozent.
Staatliches Programm „Ceny Paliwa Niżej“
Der Rückgang ist eine Folge des staatlichen Programms „Ceny Paliwa Niżej“ – auf Deutsch etwa „Niedrigere Kraftstoffpreise“. Die Regierung hat das Maßnahmenpaket am 3. Oktober erneut in Kraft gesetzt. Es umfasst eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe sowie niedrigere Verbrauchsteuersätze. Die Regelungen sollen bis zum 31. Dezember gelten.
Am vergangenen Donnerstag unterzeichnete Präsident Karol Nawrocki zudem eine zweite Fassung des Gesetzes zur Besteuerung außergewöhnlicher Gewinne von Kraftstoffunternehmen. Die zusätzliche Steuer soll dem Staatshaushalt rund vier Milliarden Złoty einbringen. Mit den Einnahmen sollen die Entlastungen für Verbraucher finanziert werden.
Entlastungen könnten fünf Milliarden Złoty kosten
Energieminister Miłosz Motyka erklärte am Freitag, dass das aktuelle Maßnahmenpaket ähnlich hohe Kosten verursachen könnte wie die vorherige Runde. Demnach könnten sich die Ausgaben auf rund 1,6 Milliarden Złoty pro Monat belaufen. Bis zum Jahresende wären das etwa fünf Milliarden Złoty.
Ökonomen der polnischen Bank PKO BP weisen allerdings darauf hin, dass die Einnahmen aus der Steuer auf außergewöhnliche Gewinne der Kraftstoffkonzerne voraussichtlich nicht ausreichen werden, um die gesamten Kosten der Preisentlastungen zu decken.
Die ursprünglich auf vier Milliarden Złoty geschätzten Steuereinnahmen seien dafür vorgesehen gewesen, das staatliche Hilfspaket „Ceny Paliwa Niżej“ zu finanzieren, schrieben die Ökonomen in einem Kommentar am Freitag. Damit bleibt offen, wie die Differenz zwischen den erwarteten Steuereinnahmen und den Gesamtkosten gedeckt werden soll.
Quelle: tvn24
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