Polen startet neues Elektroauto-Projekt: Produktionsbeginn 2029 in Jaworzno 

Teilen:
polnisches Elektroauto, Elektroauto Polen, Foxconn Polen, Jaworzno Autofabrik, ElectroMobility Poland, neues E-Auto Polen, Elektroauto Produktion Polen, polnische Automobilindustrie, Foxconn Europa, Elektrofahrzeuge aus Polen, Izera Nachfolger, E-Auto Werk Jaworzno, Jaworzno, Polen, Elektroauto,

Polen treibt den Aufbau einer eigenen Elektroauto-Produktion voran. Das Fahrzeug wird jedoch nicht unter der ursprünglich geplanten Marke Izera erscheinen. Stattdessen beginnt ein neues Kapitel: Die staatlich unterstützte Gesellschaft ElectroMobility Poland arbeitet künftig mit dem taiwanischen Technologiekonzern Foxconn zusammen.

Die Vereinbarung wurde bereits unterzeichnet. Die ersten Fahrzeuge sollen 2029 vom Band rollen. Das Werk entsteht wie ursprünglich geplant in Jaworzno.

Aus für Izera, Neustart mit Foxconn

Ursprünglich sollte die Serienproduktion bereits 2026 beginnen. Tatsächlich blieb das Projekt jedoch über Jahre weitgehend auf den Erwerb eines Grundstücks in Jaworzno und die Gründung von ElectroMobility Poland beschränkt.

Anzeige

Polens Minister für Staatsvermögen, Wojciech Balczun, erklärte nun einen klaren Kurswechsel. Das bisherige Projekt werde beendet. Stattdessen beginne eine neue strategische Partnerschaft mit Foxconn.

Nach Angaben des Ministers bleibt der ursprüngliche Standort erhalten. Zudem seien die finanziellen Mittel gesichert. Geplant sei der Aufbau einer eigenständigen Marke mit mehreren Fahrzeugmodellen. Das Werk solle nicht nur produzieren, sondern auch als Vertriebszentrum für den europäischen Markt dienen.

Technologie-Transfer als zentrale Bedingung

Zum Start sind drei Fahrzeugmodelle vorgesehen. Sie sollen auf einer von Foxconn entwickelten Plattform basieren und als moderne, preislich attraktive Mittelklassefahrzeuge auf den Markt kommen.

Laut Balczun war der vollständige Technologie-Transfer eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit. Polen wolle langfristig zu einem europäischen Zentrum der Elektroauto-Produktion werden.

Auch Staatssekretärin Eliza Zeidler betonte den langfristigen Charakter der Kooperation. Anders als bei klassischen Auslandsinvestitionen sei kein einmaliges Projekt geplant. Stattdessen setze man auf ein Joint Venture.

Foxconn bringt dabei Technologie, internationales Know-how und globale Marktpräsenz ein. Die polnische Seite soll das Projekt auf Basis lokaler Kompetenzen und mit europäischer Marktstrategie weiterentwickeln.

Fabrik in Jaworzno startet mit vier Kernbereichen

Bis Ende des Jahres sollen die Finanzierungsverträge abgeschlossen werden. Polen sichert sich dabei nicht nur den Technologietransfer, sondern auch exklusive Kooperationsrechte mit Foxconn in Europa.

Im Werk in Jaworzno entstehen zunächst:

  • eine Schweißerei
  • eine Lackiererei
  • eine Montagehalle
  • eine Produktionslinie für Elektromotoren

Cyprian Gronkiewicz kündigte an, dass 2029 das erste Fahrzeug die Produktionslinie verlassen werde. Zudem erhalte Polen vollständigen Zugriff auf die Fahrzeugplattform. Parallel sollen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen aufgebaut werden, damit spätere Fahrzeuggenerationen stärker in Polen entwickelt werden können.

Produktion von bis zu 400.000 Fahrzeugen möglich

Die anfängliche Kapazität liegt bei 100.000 Fahrzeugen pro Jahr. Je nach Marktnachfrage könnte die Produktion schrittweise auf 200.000, 300.000 oder sogar 400.000 Fahrzeuge steigen.

Geplant sind vor allem mittelgroße SUV-Modelle. Dieses Segment gilt in Europa als besonders gefragt. Karosseriekomponenten sowie Batterien sollen in Polen gefertigt werden. Foxconn liefert zunächst Elektronik, Systeme für autonomes Fahren und Antriebseinheiten.

Mehr als 70 Prozent der Bauteile sollen langfristig innerhalb Europas produziert werden. Das bedeutet allerdings nicht automatisch eine Fertigung ausschließlich in Polen. Foxconn betreibt bereits Produktionsstätten in mehreren europäischen Ländern.

Neue Marke statt Izera

Der Name der neuen Marke steht noch nicht fest. Geplant ist ein internationaler Wettbewerb zur Auswahl eines global vermarktbaren Markennamens. Sicher ist nur: Der Name Izera wird nicht zurückkehren. Die Zusammenarbeit mit bisherigen Projektpartnern wurde beendet.

In den vergangenen Monaten erhielt ElectroMobility Poland eine Kapitalzufuhr von umgerechnet rund 800 Millionen Zloty. Zusätzlich sollen in den kommenden drei Jahren weitere 4,5 Milliarden Zloty aus dem polnischen Aufbauplan fließen.

Auch Foxconn beteiligt sich finanziell. Konkrete Summen nannten die Partner jedoch nicht.

Erste Modelle noch stark von Foxconn abhängig

Vertreter von ElectroMobility Poland räumten ein, dass der Aufbau eigener Entwicklungsstrukturen Zeit benötigt.

Innerhalb von drei Jahren lasse sich keine vollständige Ingenieursmannschaft aufbauen, die eigenständig Fahrzeuge entwickelt. Deshalb werde die erste Fahrzeuggeneration stark auf das Know-how von Foxconn angewiesen sein.

Spätere Modelle sollen technologisch deutlich stärker aus Polen kommen.

Wer ist Foxconn?

Foxconn wurde 1974 gegründet und zählt zu den größten Technologieunternehmen der Welt. Das Unternehmen belegt Rang 28 der Fortune Global 500 Liste. 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 260 Milliarden US-Dollar.

Foxconn ist weltweit als Fertigungspartner führender Technologiekonzerne bekannt. Dazu gehören unter anderem Apple, Xiaomi, Intel, Sony und Dell.

Im Automobilsektor agiert Foxconn als Auftragsfertiger für Elektrofahrzeuge. Das Unternehmen kooperiert bereits mit Mitsubishi sowie Partnern in Saudi-Arabien, Thailand, Indonesien und den USA.

In den Vereinigten Staaten übernahm Foxconn frühere Werke von General Motors. Die dortige Expansion verlief allerdings langsamer als erwartet, nachdem ein US-Partner Insolvenz anmelden musste.

Quelle: forsal

Foto: magnific

Anzeige
Anzeige
Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Mehr von PolenJournal.de
adddddd
[mailpoet_form id="1"]
Das könnte Sie auch interessieren:
Anzeige
Aufgrund Ihres Blockers zeigen wir PolenJournal.de nicht an.
Liebe Leserinnen, liebe Leser, guter Journalismus hat nicht nur einen Wert, sondern kostet auch Geld. PolenJournal.de finanziert sich durch Werbeeinnahmen. Deaktivieren Sie Ihre Blocker, damit die Inhalte auf PolenJournal.de weiterhin kostenlos bleiben können.
So deaktivieren Sie Ihre Blocker
  1. Klicken Sie auf das Symbol Ihres Werbe- oder Cookiebanner-Blockers in der oberen rechten Ecke Ihres Browsers.
  2. Klicken Sie auf den farbigen Regler, der Ihnen anzeigt, dass Werbung auf PolenJournal.de geblockt wird.
  3. Aktualisieren Sie die Seite und genießen Sie kostenlose Inhalte auf PolenJournal.de.

A Sale Promotion

A description of the promotion and how the visitor could claim the discount