Polen unterzeichnet Rüstungsverträge im Wert von 120 Milliarden Zloty

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Die erste Phase der Vertragsabschlüsse im Rahmen des europäischen Verteidigungsprogramms SAFE (Security Action for Europe) ist abgeschlossen. Rund 120 Milliarden Zloty fließen nun an polnische Unternehmen für die Produktion von Militärfahrzeugen, Artilleriesystemen, Munition und IT-Ausrüstung.

Im nächsten Schritt sollen Beschaffungen gemeinsam mit internationalen Partnern erfolgen. Insgesamt stehen Polen im Rahmen des SAFE-Programms europäische Darlehen in Höhe von 43,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel können vor allem für Investitionen in die nationale Verteidigung und die Ausrüstung der polnischen Streitkräfte eingesetzt werden. Ein Teil der ursprünglich für Behörden des Innenministeriums vorgesehenen Gelder soll künftig aus dem Verteidigungshaushalt finanziert werden. Möglich wird dies durch die Entlastung des Verteidigungsministeriums infolge der SAFE-Verträge.

Erste Beschaffungsphase erfolgreich abgeschlossen

Ende Mai wurde die erste Phase des Programms abgeschlossen. Dabei schlossen die teilnehmenden Staaten Verträge im Rahmen des sogenannten „Single Procurement“ ab. Die Beschaffungen dienen ausschließlich dem Bedarf der jeweiligen nationalen Streitkräfte.

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Polen hat für diesen Abschnitt den Großteil seiner verfügbaren Mittel eingeplant. Rund 120 Milliarden der insgesamt mehr als 180 Milliarden Zloty wurden dafür reserviert. In den vergangenen Tagen unterzeichnete die Beschaffungsbehörde der Streitkräfte zahlreiche Verträge mit polnischen Herstellern.

Ein Teil der Vereinbarungen betrifft neue Beschaffungen. Andere dienen der Refinanzierung bereits bestehender Verträge. Dadurch werden Mittel des Verteidigungsministeriums frei, die für andere staatliche Aufgaben genutzt werden können. Voraussetzung für die Finanzierung über SAFE ist unter anderem, dass die bestellte Ausrüstung spätestens bis 2030 geliefert wird.

Huta Stalowa Wola erhält etwa die Hälfte der Mittel

Von den insgesamt 120 Milliarden Zloty, die an die polnische Rüstungsindustrie vergeben wurden, geht etwa die Hälfte an das im Südosten Polens ansässige Rüstungsunternehmen   Huta Stalowa Wola (HSW).

Dort unterzeichnete eine Regierungsdelegation unter Leitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Verteidigungsministers Władysław Kosiniak-Kamysz mehrere Verträge. Ebenfalls anwesend waren die Regierungsbeauftragte für SAFE, Magdalena Sobkowiak-Czarnecka, sowie der Leiter der Beschaffungsbehörde, Artur Kuptel.

Neue Schützenpanzer, Haubitzen und Mörsersysteme

Die Verträge umfassen die Lieferung von:

  • 146 Schützenpanzern des Typs Borsuk, die künftig zu den wichtigsten gepanzerten Fahrzeugen der polnischen Armee gehören sollen,
  • 96 Kanonenhaubitzen Krab,
  • 64 selbstfahrenden Rak-Mörsersystemen auf Basis des Radpanzers Rosomak.

Darüber hinaus liefert HSW 1.000 Munitions-, Führungs- und Kommunikationsfahrzeuge für das Raketenwerfersystem Homar-K. Dabei handelt es sich um die polnische Version der südkoreanischen K239-Raketenwerfer auf Jelcz-Fahrgestellen.

Bestellt wurden außerdem hunderte Unterstützungsfahrzeuge für die aus Südkorea stammenden K9PL-Haubitzen. Zum Auftragsvolumen gehören auch Baobab-K-Minenverlegesysteme sowie Führungsfahrzeuge auf 4×4-Plattformen.

Weitere Aufträge für die polnische Industrie

Das Werk Rosomak in Siemianowice Śląskie liefert 30 medizinische Evakuierungsfahrzeuge und 18 Führungsfahrzeuge auf Basis des Radpanzers Rosomak.

Ein gesonderter Vertrag im Wert von mehr als 13 Milliarden Zloty wurde mit dem Konsortium PGZ-Amunicja abgeschlossen. Vorgesehen ist die Produktion und Lieferung von mehreren hunderttausend Artilleriegeschossen des Kalibers 155 Millimeter durch Unternehmen der polnischen Rüstungsgruppe PGZ.

Das Unternehmen Belma aus Bydgoszcz / Bromberg wird unter anderem das ferngesteuerte Sprengladungssystem Jarzębina-S, Panzerabwehrminen, Transportabwehrminen sowie ISM-Minenkassetten mit MN-123-Streuminen liefern. Die entsprechenden Verträge haben einen Gesamtwert von rund zwei Milliarden Zloty.

Neue Ausrüstung für Soldaten und Aufklärungseinheiten

Die Streitkräfte erhalten zudem 157 mittlere Satellitenterminals des Unternehmens GISS. Der Auftrag hat einen Nettowert von rund 2,4 Milliarden Zloty.

Für Aufklärungseinheiten werden neue gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge des Typs Kleszcz beschafft. Die Fahrzeuge sollen künftig mit den südkoreanischen K2-Kampfpanzern zusammenarbeiten. Hersteller ist AMZ Kutno. Der Vertragswert beträgt rund 570 Millionen Zloty netto.

Weitere Vereinbarungen betreffen die persönliche Ausrüstung der Soldaten. Für etwa 740 Millionen Zloty werden mehr als 300.000 Gefechtshelme des Typs HBT-02 vom Hersteller Makspol geliefert. Hinzu kommen integrierte ballistische Schutzwesten des Typs KKZ-01 im Wert von rund 720 Millionen Zloty.

Auch die Marine profitiert vom SAFE-Programm

Im Bereich der Marine wurde ein Vertrag zur Finanzierung des Baus von zwei hydrographischen Schiffen abgeschlossen. Die Schiffe entstehen bei der Werft Remontowa Shipbuilding S.A. Der Auftragswert liegt bei rund 1,5 Milliarden Zloty.

Zwischen Donnerstag und Samstag wurden insgesamt 62 Verträge mit einem Gesamtvolumen von 120 Milliarden Zloty unterzeichnet.

Polen größter Empfänger von SAFE-Mitteln

Das SAFE-Programm stellt insgesamt 150 Milliarden Euro für die teilnehmenden Staaten bereit. Mit einem Finanzrahmen von 43,7 Milliarden Euro ist Polen der größte Empfänger der Mittel.

Ministerpräsident Donald Tusk teilte am Freitag mit, dass die erste Vorauszahlung in Höhe von mehr als sechs Milliarden Euro bereits auf ein vom polnischen Entwicklungsbankinstitut BGK verwaltetes Konto überwiesen wurde.

Quelle: money

Foto: magnific

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