In den ehemaligen Werken von Rafako in Racibórz / Ratibor in Oberschlesien könnte noch in diesem Jahr eine völlig neue Produktion anlaufen. Statt Kesselanlagen soll dort künftig Spezialtechnik für die polnischen Streitkräfte entstehen.
Derzeit laufen in drei Produktionshallen bereits erste Umbauarbeiten. Die Hallen hatte die Polnische Rüstungsgruppe (PGZ) nach der Insolvenz von Rafako übernommen. Künftig will der polnische Nutzfahrzeughersteller Jelcz dort Militär- und Spezialfahrzeuge produzieren.
Noch in diesem Jahr sollen die ersten 40 Militärfahrzeuge das Werk verlassen. Langfristig ist eine Produktion von rund 400 Fahrzeugen pro Jahr geplant.
Produktion für das Raketenabwehrprogramm Narew
Die neuen Anlagen in Racibórz / Ratibor sollen Plattformen herstellen, die unter anderem in Raketen- und Radarsystemen des polnischen Luftverteidigungsprogramms Narew eingesetzt werden.
Ende April wurde der Mietvertrag für die ehemaligen Rafako-Hallen unterzeichnet. Außerdem existiert bereits eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit zwischen Jelcz und RFK. RFK ist die Gesellschaft, die nach der Insolvenz auf dem Gelände von Rafako gegründet wurde. Aktuell sucht das Unternehmen einen Direktor für das neue Werk.
Mariusz Ptak, Vorstandsvorsitzender von Jelcz, erklärte: “Die Jelcz-Lastwagen in zahlreichen Versionen und Spezialausführungen sind heute in nahezu jeder Einheit der polnischen Streitkräfte im Einsatz. Mit dem Produktionsstart in Racibórz / Ratibor, in Zusammenarbeit mit dem Hauptwerk in Jelcz-Laskowice / Jeltsch-Laskowitz sowie mit Aufträgen für Autosan in Sanok, werden wir unsere Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und die Anforderungen der Streitkräfte sowie ziviler Kunden vollständig und termingerecht erfüllen können.“
Weitere Hallen für Rosomak und Drohnenabwehr
Auch die beiden übrigen Hallen in Racibórz / Ratibor sollen von Unternehmen der PGZ-Gruppe genutzt werden.
Die vom Unternehmen Rosomak angemietete Halle soll unter anderem eine Schweißlinie für großformatige Fahrzeugkörper der gepanzerten Mannschaftstransporter Rosomak erhalten.
Eine weitere Halle wird für das Projekt San genutzt. Dort soll ein integriertes Drohnenabwehrsystem produziert werden, welches als eines der modernsten Systeme Europas gilt.
Bis zu 500 neue Arbeitsplätze
Für Racibórz / Ratibor bedeutet die neue Fabrik einen deutlichen Impuls für den Arbeitsmarkt. Derzeit beschäftigt RFK rund 75 Mitarbeiter. Langfristig könnten auf dem ehemaligen Rafako-Gelände jedoch bis zu 500 Menschen Arbeit finden.
Gesucht werden vor allem Fachkräfte aus der Metallverarbeitung. Darüber hinaus werden Monteure, Elektroinstallateure und Mechaniker benötigt.
Quelle: BI
Foto: magnific
