Der historische Bahnhof im polnischen Kurort Kudowa-Zdrój / Bad Kudowa soll umfassend modernisiert werden. Die staatliche Eisenbahngesellschaft PKP hat bereits mit den Planungsarbeiten begonnen. Das Projekt umfasst nicht nur das Bahnhofsgebäude, sondern auch das gesamte Umfeld. Die Wiedereröffnung für Reisende ist für die zweite Hälfte des Jahres 2029 vorgesehen.
Bahnhof in Kudowa-Zdrój / Bad Kudowa wird modernisiert
PKP hat die Planungsarbeiten für den umfassenden Umbau des Bahnhofs in Kudowa-Zdrój / Bad Kudowa begonnen. Ziel ist ein moderner Bahnhof, welcher den Anforderungen heutiger Reisender entspricht. Das Gebäude soll vollständig barrierefrei, sicher und umweltfreundlicher werden.
Kudowa-Zdrój / Bad Kudowa gehört zu den bekanntesten und meistbesuchten Kurorten Polens. Die Stadt liegt unmittelbar an der Grenze zu Tschechien. Deshalb kommen das ganze Jahr über zahlreiche Touristen in den Ort.
Mit dem Beginn der Planungsphase soll nun festgelegt werden, wie der Bahnhof künftig aussehen und funktionieren wird. Die Modernisierung betrifft dabei sowohl das historische Gebäude als auch das umliegende Gelände.
Das soll sich am Bahnhof ändern
Im Bahnhofsgebäude soll künftig ein Wartebereich mit öffentlich zugänglichen Toiletten zur Verfügung stehen. Auch das Gelände rund um den Bahnhof wird neu gestaltet.
Geplant sind unter anderem Parkplätze. Einige davon werden speziell für Menschen mit Behinderungen vorgesehen. Außerdem soll es eine sogenannte Kiss-and-Ride-Zone geben. Dort können Reisende bequem abgesetzt oder abgeholt werden. Zusätzlich sind Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geplant. Auch die Grünflächen rund um das Gebäude sollen neu gestaltet werden.
Ein zentrales Ziel des Projekts besteht darin, architektonische Barrieren zu beseitigen. Der Bahnhof soll dadurch besser für Senioren, Menschen mit Behinderungen und Eltern mit Kindern zugänglich werden. Auch Reisende mit schwerem Gepäck sollen das Gebäude problemlos nutzen können.
Darüber hinaus wird der Bahnhof mit modernen Überwachungs- und Sicherheitssystemen ausgestattet. Geplant sind außerdem technische Lösungen, welche die Auswirkungen des Gebäudes auf die Umwelt verringern.
„Die Modernisierung des Bahnhofs in Kudowa-Zdrój wird nicht nur den Reisekomfort und die Sicherheit erhöhen, sondern auch einen attraktiven visuellen Raum im Umfeld des Bahnhofs schaffen“, sagte Paweł Lisiewicz, Vorstandsmitglied der PKP S.A. für Investitionen und Entwicklung, laut einer Mitteilung des Unternehmens.
Nach Angaben der Polnischen Presseagentur PAP soll nach Abschluss der Planungsphase eine Ausschreibung für die Bauarbeiten erfolgen. PKP rechnet damit, dass dies in der ersten Hälfte des Jahres 2028 möglich sein wird.
Mehr als 120 Jahre Geschichte
Der Bahnhof von Kudowa-Zdrój / Bad Kudowa blickt auf eine lange Geschichte zurück. Wie PAP berichtet, erreichte die erste Lokomotive den Ort am 8. Juli 1905. Damals stand für die Reisenden allerdings nur ein provisorischer hölzerner Wartebereich zur Verfügung. Das eigentliche Bahnhofsgebäude befand sich noch im Bau.
1911 wurde die zuvor abgebaute Holzkonstruktion in der Nähe des erweiterten Bahnhofsgebäudes wieder aufgebaut. Dort diente sie als sogenannte Sommerwartehalle. Sie ist bis heute erhalten. An der Fassade des Hauptgebäudes steht die Jahreszahl „1912“. Sie erinnert an die Fertigstellung des zweiten Teils des Bahnhofsgebäudes.
Niederschlesien investiert in historische Bahnhöfe
Die Modernisierung in Kudowa-Zdrój / Bad Kudowa ist Teil einer Reihe von Eisenbahnprojekten in Niederschlesien. Auch andere historische Bahnhöfe der Region werden derzeit saniert oder wurden bereits erneuert.
Parallel läuft der Umbau des Bahnhofs in Oława / Ohlau. Er gilt als der älteste noch in Betrieb befindliche Bahnhof Polens. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Im Mai dieses Jahres schloss PKP zudem die Revitalisierung des fast 160 Jahre alten Bahnhofs in Oleśnica / Oels ab. Reisende können dort nun einen Innenhof nutzen, der früher als Garten-Wartebereich diente. Im Gebäude wurde außerdem eine Kegelbahn eröffnet. Gleichzeitig wurden historische architektonische Details restauriert und wieder zur Geltung gebracht.
Quelle: wp
Foto: facebook / PKP S.A.
