Aus dem Tagebau wird ein See: Bei Belchatow / Bełchatów entsteht Polens tiefster See

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Aus dem Tagebau wird ein See: Bei Belchatow/Bełchatów entsteht Polens tiefster See

In Belchatow/Bełchatów entsteht in den kommenden Jahren ein außergewöhnliches Landschaftsprojekt. Wo heute noch Braunkohle abgebaut wird, soll ein riesiger künstlicher See entstehen. Mit einer geplanten Wassertiefe von rund 170 Metern wäre er der tiefste See Polens.

Noch in diesem Jahr soll die Kohleförderung im älteren Tagebau Belchatow/Bełchatów eingestellt werden. Nun hat der Landkreis Bełchatów auf Antrag des Bergwerks eine offizielle Entscheidung über die künftige Rekultivierung des Tagebaugeländes getroffen.

1556 Hektar großer See soll entstehen

Das Bergwerk Bełchatów verfügt über zwei große Tagebaue: das ältere Feld Bełchatów und den benachbarten Tagebau Szczerców. Während die Förderung im Feld Bełchatów bereits in diesem Jahr endet, soll Szczerców noch etwa zehn Jahre betrieben werden.

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Für das ältere Abbaugebiet gibt es nun erstmals ein formelles Verwaltungsdokument, das die spätere Nutzung des Geländes festlegt.

Nach den Plänen von PGE GiEK soll im endgültigen Tagebau ein Wasserreservoir mit einer Fläche von 1556 Hektar entstehen. Weitere 410 Hektar rund um den künftigen See sollen aufgeforstet werden.

Das Ziel ist ein großflächiger Wasser-, Wald- und Erholungsraum. Nach Angaben des Konzerns soll die Rekultivierung dazu beitragen, die landschaftlichen und natürlichen Werte des ehemaligen Bergbaugebiets wiederherzustellen und neue ökologische sowie gesellschaftliche Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Größter Wasser- und Erholungskomplex in Zentralpolen

Die Rekultivierung des Tagebaus ist Teil einer langfristigen Strategie für die Umgestaltung der Bergbauregion. PGE GiEK hat dafür ein umfassendes Konzept ausgearbeitet.

Jacek Kaczorowski, Vorstandsvorsitzender von PGE GiEK, bezeichnete die nun erteilte Entscheidung als wichtigen Schritt für die Transformation der Region. Das ehemalige Bergbaugebiet soll langfristig zu einem der größten Wasser-, Wald- und Erholungsräume in Zentralpolen werden.

Die konkrete Gestaltung des Areals ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Neben einem großen See sind verschiedene Freizeitangebote im Gespräch.

Der See könnte auch für die Kernenergie wichtig werden

Das geplante Wasserreservoir spielt nach Angaben von PGE GiEK nicht nur bei der Rekultivierung eine Rolle. Es könnte auch für die Pläne zur Entwicklung der Kernenergie in der Region Belchatow/Bełchatów von Bedeutung sein.

Das Bergwerk verfügt bereits heute über ein leistungsfähiges System zur Entwässerung des Tagebaus. Zusammen mit den vorhandenen Oberflächengewässern könnten diese Wasserressourcen nach Einschätzung des Konzerns sowohl für die schrittweise Füllung des Tagebaus als auch für den Bau und den späteren Betrieb eines Kernkraftwerks genutzt werden.

Dabei geht es insbesondere um die Wasserversorgung der Kühlsysteme. Das Reservoir könnte damit langfristig als Teil der Wasserinfrastruktur für verschiedene Formen der Kernenergie dienen – sowohl für große Kraftwerke als auch für sogenannte Small Modular Reactors (SMR).

Rund 170 Meter Wassertiefe

Die Dimensionen des heutigen Tagebaus sind bereits außergewöhnlich. Das Feld Bełchatów war nach den bisherigen Angaben rund 8,5 Kilometer lang und an seiner breitesten Stelle etwa 3,2 Kilometer breit. Die maximale Tiefe des Tagebaus lag bei rund 310 Metern.

Nach Abschluss der Rekultivierung soll das Gelände auf ein höheres Niveau gebracht werden. Für die endgültige Grube wird eine Tiefe von etwa 190 bis 195 Metern vorgesehen. Der eigentliche See soll – abhängig von der späteren Höhe des Wasserspiegels – ungefähr 170 Meter tief werden.

Damit würde das neue Gewässer den heutigen Rekordhalter deutlich übertreffen: Der Hańcza-See im Nordosten Polens ist derzeit mit rund 108 Metern der tiefste See des Landes.

Strand, Yachthafen und Ideen für Taucher

Die ersten Vorbereitungen für die spätere Umwandlung des Tagebaus laufen bereits seit mehreren Jahren. Ende 2020 wurde unter anderem die östliche Uferlinie geformt und das Gelände für einen künftigen Strand vorbereitet.

Für die spätere Nutzung des Sees gibt es zahlreiche Ideen. Im Gespräch sind unter anderem ein Strand und ein Yachthafen. Auch ein künstlicher Wasserparcours wird erwogen.

Eine besonders ungewöhnliche Idee wäre, einen der großen Tagebau-Bagger nach der Flutung im See zu versenken. Für Taucher könnte daraus eine außergewöhnliche Unterwasserattraktion entstehen.

Wann der gesamte künstliche See fertig sein wird, hängt vom weiteren Verlauf der Rekultivierung und der anschließenden natürlichen beziehungsweise gesteuerten Flutung des Tagebaus ab. Sicher ist bereits: Aus einer der größten Braunkohlegruben Polens soll langfristig eine völlig neue Landschaft entstehen.

Quelle: onet

Foto: Facebook/InvestMap.pl

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