Die Kraftstoffpreise in Polen steigen weiter. Bereits in der kommenden Woche dürfte ein Liter Superbenzin (Pb95) im Durchschnitt um weitere vier Groszy teurer werden. Noch stärker fällt der Preisanstieg beim Dieselkraftstoff aus. Gleichzeitig vermeidet das polnische Energieministerium eine klare Aussage zur möglichen Wiedereinführung des Programms „Ceny Paliw Niżej“ (CPN). Als einen Grund nennt das Ministerium unter anderem einen Schritt von Präsident Karol Nawrocki.
Benzin und Diesel erreichen neue Höchststände
Nach Angaben der Analysten des Marktforschungsunternehmens Reflex hat Diesel inzwischen den höchsten Preis seit Ende März erreicht – also seit der Zeit vor der Einführung des CPN-Pakets.
Die Experten erklären: „Diesel ist so teuer wie seit Ende März nicht mehr, also aus der Zeit vor der Einführung des CPN-Pakets. Der landesweite Durchschnittspreis für Pb95-Benzin hat mit 7,51 Zloty pro Liter einen neuen Höchststand des laufenden Jahres erreicht. Pb95 ist damit so teuer wie seit Juni 2022 nicht mehr, als mit 7,97 Zloty pro Liter ein historischer Rekord verzeichnet wurde.“
Weitere Preissteigerungen in der ersten Augustwoche erwartet
Für die erste Augustwoche rechnen die Analysten mit einem weiteren Anstieg der Kraftstoffpreise. Die Prognose lautet:
- Pb95-Benzin: durchschnittlich 7,55 Zloty pro Liter (+0,04 Zloty)
- Pb98-Benzin: 8,35 Zloty pro Liter (+0,05 Zloty)
- Diesel: 8,19 Zloty pro Liter (+0,16 Zloty)
Energieministerium verweist auf internationale Entwicklungen
Das polnische Energieministerium beantwortete eine Anfrage zum CPN-Paket erst nach mehreren Tagen. In seiner Stellungnahme verweist das Ressort auf äußere Einflüsse.
Darin heißt es: „Die Entwicklung auf dem Erdöl- und Kraftstoffmarkt wird laufend beobachtet. Der Preisanstieg steht im Zusammenhang mit externen Faktoren, darunter die geopolitische Lage sowie die Dynamik auf den internationalen Rohstoffmärkten.“
Zugleich betont das Ministerium: „Mögliche Maßnahmen als Reaktion auf Veränderungen der Marktsituation erfordern eine fortlaufende Analyse sowie Abstimmungen mit den zuständigen Institutionen und Ministerien, darunter dem Finanzministerium. Dabei müssen sämtliche wirtschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.“
Geplanter Sondersteuer scheiterte nach Eingreifen des Präsidenten
Größere staatliche Entlastungsmaßnahmen sollten ursprünglich durch eine neue Sondersteuer auf außerordentliche Gewinne der Mineralölkonzerne finanziert werden. Dieses Vorhaben wurde jedoch gestoppt.
Das Energieministerium erklärt dazu: „Es ist daran zu erinnern, dass der Präsident der Republik Polen das Gesetz über die Steuer auf außerordentliche Gewinne dem Verfassungsgericht vorgelegt hat. Die Einnahmen aus dieser Steuer sollten Maßnahmen finanzieren, die Bürger und Wirtschaft vor den Folgen der Krise schützen.“
Mit dem Hinweis auf Präsident Karol Nawrocki macht das Ministerium deutlich, dass die geplanten Einnahmen derzeit nicht zur Verfügung stehen.
Abschließend betont das Energieministerium, dass die Kraftstoffversorgung des Landes trotz der steigenden Preise gesichert sei. In der Mitteilung heißt es: „Polen verfügt dank diversifizierter Lieferwege und bestehender strategischer Reserven über gesicherte Kraftstofflieferungen.“
Quelle: BI
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