Die Fabrik des Schweizer Unternehmens Eisberg in Liegnitz/Legnica wird geschlossen, nur wenige Monate nach der Übernahme durch Green Factory. Rund 200 Beschäftigte verlieren dadurch ihre Arbeit.
Das Werk produzierte vor allem verpackte Salatmischungen und frische Fertigprodukte für den Einzelhandel. Im Oktober 2025 hatte Green Factory die Anlage zusammen mit zwei weiteren Standorten in Ungarn und Rumänien übernommen. Ziel war es, die Marktposition in Europa auszubauen und Synergien in Produktion und Logistik zu nutzen.
Unerwartete Entscheidung
Trotz dieser Expansionspläne wurde nun überraschend die vollständige Stilllegung des Werks angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens zeigten interne Analysen nach der Übernahme erhebliche wirtschaftliche Probleme:
- zu geringe Produktionsmengen im Verhältnis zu den Fixkosten,
- strukturelle und dauerhafte Unrentabilität,
- sowie notwendige Investitionen zur Erfüllung von Umwelt- und Brandschutzauflagen.
Reaktion der Belegschaft
Die Entscheidung hat die Mitarbeiter unvorbereitet getroffen. Innerhalb von zwei Tagen traten etwa 100 Personen einer neu gegründeten Gewerkschaftseinheit der Solidarność bei. Diese verhandelt derzeit mit dem Unternehmen über Abfindungen und soziale Absicherung.
Viele Beschäftigte sprechen von einer existenziellen Krise und appellieren öffentlich an andere Arbeitgeber in der Region, neue Arbeitsplätze anzubieten.
Wirtschaftlicher Hintergrund
Die Übernahme der Eisberg-Gesellschaften war ursprünglich als strategischer Schritt zur Effizienzsteigerung und Sortimentserweiterung geplant. Der Fall zeigt jedoch, dass sich nach Unternehmensübernahmen häufig versteckte strukturelle Probleme offenbaren, die kurzfristig zu drastischen Entscheidungen führen können.
Für die Region Liegnitz/Legnica bedeutet die Schließung nicht nur den Verlust von 200 Arbeitsplätzen, sondern auch einen spürbaren Einschnitt in die lokale Lebensmittelindustrie.
Quelle: businessinsider
Foto: Magnific
