Ausländische Investoren setzen zunehmend auf den polnischen Kapitalmarkt. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der Anteil ausländischer Anleger am Aktienhandel an der Börse in Warszawa / Warschau einen Rekordwert von 73 Prozent. Auch polnische Staatsanleihen stoßen im Ausland auf großes Interesse. Nach Angaben des polnischen Finanzministeriums stieg der Bestand der von Nichtresidenten gehaltenen polnischen Staatsanleihen allein im Juli auf 204,1 Milliarden Zloty.
Mehr Kapital in der Wirtschaft kann grundsätzlich die Grundlage für ein schnelleres Wirtschaftswachstum schaffen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedenfalls, dass Polen weiterhin erhebliche Geldzuflüsse aus dem Ausland verzeichnet.
Ausländische Anleger kaufen polnische Staatsanleihen
Das Finanzministerium erklärte: „Im Juli stieg die Verschuldung aus inländischen SPW um 10,5 Milliarden Zloty und erreichte 1.648,9 Milliarden Zloty. Dazu trug der Anstieg der Verschuldung gegenüber allen drei wichtigsten Anlegergruppen bei: Banken (einschließlich NBP), inländischen Nichtbanken und Nichtresidenten um jeweils 0,4 Milliarden Zloty (auf 865,8 Milliarden Zloty), 5 Milliarden Zloty (auf 579 Milliarden Zloty) und 5,2 Milliarden Złoty (auf 204,1 Milliarden Zloty).“
Der Anteil der Banken, einschließlich der polnischen Zentralbank NBP, an der Verschuldung aus inländischen SPW sank Ende Juli auf 52,5 Prozent. Im Juni hatte er noch bei 52,8 Prozent gelegen. Ende Dezember 2025 waren es 51,6 Prozent.
Gleichzeitig stieg der Anteil der inländischen Nichtbanken auf 35,1 Prozent. Im Vormonat hatte er 35 Prozent betragen. Ende Dezember 2025 lag der Anteil bei 36,6 Prozent.
Der Anteil der Nichtresidenten erhöhte sich dagegen auf 12,4 Prozent. Ende Juni hatte er bei 12,1 Prozent gelegen. Ende Dezember 2025 waren es 11,8 Prozent.
Rekordanteil ausländischer Investoren an der Börse in Warszawa / Warschau
Auch der Aktienmarkt zeigt ein starkes Interesse internationaler Anleger. Nach Angaben der Börse in Warszawa / Warschau bestätigt die Handelsstruktur im ersten Halbjahr 2026 das anhaltend hohe Interesse ausländischen Kapitals am polnischen Aktienmarkt.
Der Anteil ausländischer Investoren am Aktienumsatz im Hauptmarkt der GPW erreichte mit 73 Prozent einen neuen Rekord. Das entsprach einem Handelsvolumen von knapp 453 Milliarden Złoty.
Damit entfielen fast drei Viertel des gesamten Aktienhandels auf ausländische Anleger.
Inländische Privatanleger steigerten ihren Umsatz im gleichen Zeitraum auf 78 Milliarden Złoty. Ihr Anteil blieb jedoch bei 13 Prozent.
Polnische institutionelle Anleger erzielten einen Umsatz von rund 87 Milliarden Złoty. Ihr Anteil sank auf 14 Prozent.
Ausländische Anleger auch bei anderen Finanzprodukten aktiv
Auf dem NewConnect-Markt blieben Privatanleger die wichtigste Investorengruppe. Der Anteil ausländischer Anleger stieg dort auf 163 Millionen Złoty beziehungsweise 7 Prozent.
Auch am Terminmarkt spielten internationale Investoren eine wichtige Rolle. Sie waren für knapp 4,6 Millionen Futures-Kontrakte verantwortlich. Dies entsprach einem Anteil von 31 Prozent.
Am Optionsmarkt entfielen auf ausländische Anleger knapp 45.000 Kontrakte beziehungsweise 23 Prozent.
Bei strukturierten Produkten war der Markt dagegen nahezu gleichmäßig zwischen zwei Anlegergruppen aufgeteilt. Ausländische Investoren erzielten ein Handelsvolumen von rund 2,24 Milliarden Złoty und kamen damit auf einen Anteil von 50 Prozent.
Inländische Privatanleger erzielten bei strukturierten Produkten einen Umsatz von rund 2,17 Milliarden Złoty. Ihr Anteil lag bei 48 Prozent.
Die aktuellen Daten zeigen damit eine deutlich stärkere Präsenz internationalen Kapitals am polnischen Kapitalmarkt. Besonders am Hauptmarkt der Börse in Warszawa / Warschau dominieren ausländische Investoren den Aktienhandel inzwischen klar.
Quelle: BI
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