Die polnische Grenzschutzbehörde hat eine Bilanz der vorübergehenden Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze veröffentlicht. Nach Angaben des Sprechers der Nadodrzański-Grenzschutzabteilung, Hauptmann Paweł Biskupik, überprüften die Einsatzkräfte innerhalb von elf Monaten mehr als 910.000 Personen und rund 420.000 Fahrzeuge auf dem Grenzabschnitt in den Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien.
Hauptgrund für Einreiseverweigerungen
Nach Angaben von Hauptmann Paweł Biskupik fehlten den meisten Betroffenen die erforderlichen Dokumente für eine legale Einreise nach Polen. Von den fast 650 Personen, denen die Einreise verweigert wurde, stammte die Mehrheit aus Staaten außerhalb der Europäischen Union.
Unter ihnen befanden sich insbesondere Staatsangehörige der Ukraine, Syriens, der Türkei und Russlands. „Der überwiegende Grund für die Ablehnung war das Fehlen der notwendigen Dokumente für die legale Einreise in das Land“, erklärte der Sprecher.
Wer wurde wegen illegaler Grenzübertritte festgenommen?
Nach Daten der Nadodrzański-Grenzschutzabteilung nahmen die Beamten während der vorübergehenden Kontrollen insgesamt 250 Personen fest, die versucht hatten, die Grenze illegal zu überqueren.
Am häufigsten handelte es sich dabei um Staatsangehörige Afghanistans, Georgiens und Usbekistans. Nach Angaben des Sprechers betrafen diese Fälle Versuche, die Grenze in Richtung Deutschland zu überschreiten.
Zudem nahmen die Einsatzkräfte auf dem Grenzabschnitt in den Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien zehn Personen fest, die im Verdacht stehen, bei der Organisation illegaler Migration geholfen zu haben. Unter ihnen befanden sich unter anderem Staatsangehörige der Ukraine, Polens und Moldaus.
300 unerwünschte Personen festgenommen
In den vergangenen elf Monaten fassten die Behörden außerdem 300 Personen, die als unerwünscht in Polen eingestuft werden.
Dabei handelte es sich vor allem um Personen, die von den Strafverfolgungsbehörden gesucht wurden oder im Verdacht standen, Straftaten begangen zu haben. Zu den Vorwürfen gehörten unter anderem Fahrzeugdiebstahl, Dokumentenfälschung und Warenschmuggel.
Der Gesamtwert der sichergestellten Schmuggelware wurde auf rund drei Millionen Zloty geschätzt.
Grenzkontrollen bis Oktober 2026 verlängert
Die vorübergehenden Kontrollen an der polnisch-deutschen sowie an der polnisch-litauischen Grenze wurden am 7. Juli 2025 eingeführt. Nach der aktuellen Verordnung des polnischen Innenministeriums sollen die Maßnahmen bis zum 1. Oktober 2026 fortgesetzt werden.
Parallel dazu führt Deutschland seit dem 16. Oktober 2023 eigene Grenzkontrollen an der Grenze zu Polen durch.
Die Nadodrzański-Grenzschutzabteilung mit Sitz in Krosno Odrzańskie / Crossen an der Oder ist für die Sicherheit an der deutsch-polnischen Grenze in den Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien verantwortlich. Zudem sichert sie den Grenzabschnitt zu Tschechien in der Woiwodschaft Niederschlesien.
Darüber hinaus versieht die Einheit Dienst an den Flughäfen Poznań / Posen (Ławica), Wrocław / Breslau (Strachowice) und Zielona Góra / Grünberg (Babimost).
Mehrere Dienste an den Kontrollen beteiligt
An den Kontrollen auf dem Grenzabschnitt in den Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien beteiligen sich neben dem Grenzschutz auch die Polizei, die Territorialverteidigungskräfte (Wojska Obrony Terytorialnej), die Militärpolizei sowie weitere Sicherheitsdienste.
Gemeinsam unterstützen sie die Durchführung der Maßnahmen und sorgen für die Sicherheit in diesem strategisch wichtigen Grenzgebiet.
Quelle: wp
Foto: magnific
