Eine Bärin aus dem Chochołowska-Tal ist mit ihren drei Jungen auf einem Wanderweg aufgetaucht. Die Tiere bewegten sich dabei in unmittelbarer Nähe zahlreicher Touristen. Die Aufnahmen werfen Fragen zum Verhalten von Wildtieren und zur Sicherheit auf den Wanderwegen der Hohen Tatra auf.
Im Chochołowska-Tal / Chochołowska-Tal konnte eine Bärin mit drei Jungtieren beobachtet werden. Die Tiere bewegten sich unweit größerer Gruppen von Touristen. Die Jungbären wachsen schnell. Gleichzeitig zeigen sie zunehmend weniger Scheu und tauchen immer häufiger in der Nähe stark frequentierter Wanderwege auf.
Warum hat die Bärin keine Angst vor den Menschen?
Das Verhalten der Bärin kommt nicht zufällig zustande. Naturforscher verweisen auf ein Phänomen, das als „Schildeffekt“ bezeichnet wird. Tomasz Zwijacz-Kozica vom Tatra-Nationalpark erklärte den Hintergrund gegenüber der „Gazeta Krakowska“.
„Braunbärenmännchen stellen eine Gefahr für die Jungen dar. Deshalb suchen die Weibchen häufig die Nähe von Menschen, um ihren Nachwuchs zu schützen. Männchen meiden den Menschen. Die Mutter mit ihren Jungen nutzt ihn deshalb als eine Art menschliche Barriere. Dadurch erhöht das Weibchen die Überlebenschancen seines Nachwuchses.“, sagte er.
Ein ähnliches Verhalten wurde bereits früher im Tatra-Nationalpark beobachtet. Vor rund 20 Jahren zeigte die Bärin Siwa ein vergleichbares Verhalten. Damals versammelten sich zahlreiche Touristengruppen in ihrer Nähe, um Fotos von ihr zu machen.
Parkmitarbeiter hoffen auf ein Telemetriehalsband
Die Mitarbeiter des Tatra-Nationalparks hoffen, die Bärin künftig mit einem speziellen Telemetriehalsband ausstatten zu können.
Damit ließen sich ihre Wanderwege und Gewohnheiten genauer erfassen. Gleichzeitig könnten die gewonnenen Informationen dazu beitragen, die Sicherheit von Menschen und Wildtieren besser zu gewährleisten.
Die aktuelle Begegnung zeigt erneut, wie nah sich Menschen und Wildtiere auf stark frequentierten Wanderwegen der Hohen Tatra kommen können. Der Tatra-Nationalpark rät deshalb zu besonderer Vorsicht bei Begegnungen mit Bären.
Quelle: wp
Foto: Screenshot / Facebook / Tatra