Polens Wirtschaft vor schwierigeren Zeiten – Experten erwarten deutliche Abkühlung 

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Das Institut für Wirtschaftsprognosen und -analysen (IPAG) erwartet für Polen in den kommenden Jahren eine nachlassende Wachstumsdynamik. Der aktuellen Prognose nach soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2026 um 3,4 Prozent wachsen. Im Jahr 2027 dürfte sich das Wachstum auf 2,9 Prozent verlangsamen. Gleichzeitig rechnet das Institut mit einer steigenden Arbeitslosigkeit und anhaltendem Preisdruck infolge der Entwicklungen im Nahen Osten.

BIP-Wachstum lässt im Jahresverlauf nach

Nach Angaben des Instituts erreichte das polnische Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 ein Wachstum von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit fiel das Ergebnis etwas besser aus als im ersten Quartal.

Für die zweite Jahreshälfte erwarten die Analysten jedoch eine schrittweise Abschwächung. Im dritten Quartal soll das Wirtschaftswachstum 3,1 Prozent und im vierten Quartal 3,0 Prozent erreichen.

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Im Gesamtjahr 2026 dürfte das BIP um 3,4 Prozent zulegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatte das Wachstum noch 3,6 Prozent betragen. Für 2027 prognostiziert das Institut einen weiteren Rückgang auf 2,9 Prozent.

Binnennachfrage bleibt wichtigste Wachstumsstütze

Als wichtigste Triebkraft der polnischen Wirtschaft bezeichnet das IPAG die Binnennachfrage. Ihr Wachstum lag im zweiten Quartal 2026 über dem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts.

Den größten Anteil an der Binnennachfrage hat der private Konsum. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte stiegen im zweiten Quartal allerdings nur noch um 3,0 Prozent. Das war die niedrigste Wachstumsrate seit fünf Quartalen.

Das IPAG erklärte: „Das Wachstum des privaten Konsums wird durch den langsameren Anstieg der Reallöhne gebremst. Im zweiten Quartal 2026 nahm der gesamte Verbrauch – also einschließlich der Ausgaben des Staates und der Kommunen – stärker zu als der private Konsum. Dieses Verhältnis besteht seit vier Quartalen, schwächt sich jedoch ab und wird sich im letzten Quartal des Jahres umkehren. Grund dafür ist die angespannte Lage der öffentlichen Finanzen, die den öffentlichen Sektor zur Umsetzung von Sparmaßnahmen zwingen wird. Für die Jahre 2026 und 2027 erwartet das IPAG ein Wachstum des Gesamtverbrauchs von 3,2 beziehungsweise 2,5 Prozent.“

Industrie zeigt deutliche Erholung

Die Experten verweisen außerdem auf eine spürbare Belebung der Industrie. Im zweiten Quartal stieg die Industrieproduktion um 5,6 Prozent. Nach Schätzungen des IPAG erhöhte sich die Bruttowertschöpfung des Industriesektors um 4,6 Prozent.

Im Bericht heißt es: „Die Ergebnisse fielen besser aus als in den beiden vorangegangenen Quartalen. Allerdings muss die niedrige Vergleichsbasis berücksichtigt werden, da sich die Industrie zuvor drei Jahre lang in einer schwachen Konjunktur befand. Nach Einschätzung des IPAG wird die Bruttowertschöpfung der Industrie in den Jahren 2026 und 2027 um 3,6 beziehungsweise 3,0 Prozent wachsen. Die Industrieproduktion dürfte um 3,5 beziehungsweise 3,1 Prozent zulegen.“

Arbeitslosigkeit dürfte weiter steigen

Nach Angaben des IPAG lag die registrierte Arbeitslosenquote Ende des zweiten Quartals 2026 bei 5,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem Anstieg um 0,6 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Ende des ersten Quartals sank die Quote jedoch um 0,3 Prozentpunkte.

Die Analysten erklärten: „Im Vergleich zur Situation vor zwei Jahren ist die Arbeitslosenquote bereits um 0,9 Prozentpunkte gestiegen. Das bedeutet, dass sich der Arbeitsmarkt nicht mehr in einer klassischen Arbeitnehmermarkt-Situation befindet. Im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten bleibt die Arbeitslosigkeit jedoch weiterhin niedrig.“

Für Ende 2026 prognostiziert das Institut eine Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent. Ende 2027 soll sie auf 6,2 Prozent steigen.

Nahostkonflikt bleibt Inflationsrisiko

Im Juli erreichte die Inflationsrate 3,0 Prozent. Als Hauptursache nennt das IPAG die Entwicklung auf dem Kraftstoffmarkt nach dem Auslaufen staatlicher Entlastungsmaßnahmen.

Nach Einschätzung des Instituts wird der Preisdruck aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Region des Persischen Golfs bis zum Ende des dritten Quartals 2026 hoch bleiben.

Im Bericht heißt es: „Gegen Jahresende werden sich die Inflationsprozesse stabilisieren. Die durchschnittliche Inflationsrate wird 2026 bei 2,9 Prozent liegen und im Dezember 2026 3,0 Prozent erreichen. Im Jahr 2027 dürfte die durchschnittliche Inflationsrate auf 2,7 Prozent sinken und auch zum Jahresende 2027 bei 2,7 Prozent liegen. Allerdings ist die Inflationsprognose aufgrund außerwirtschaftlicher Faktoren mit außergewöhnlich hoher Unsicherheit behaftet. Sollte die Lage im Nahen Osten über längere Zeit angespannt bleiben oder weiter eskalieren, könnten sich die Inflationsprozesse erneut beschleunigen.“

Quelle: tvn24

Foto: magnific

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