ESA errichtet Raumfahrtzentrum in Polen: Warschau als Standort ausgewählt

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Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat Warszawa / Warschau als Standort ihres neuen Zentrums in Polen ausgewählt. Das gab ESA-Generaldirektor Dr. Josef Aschbacher am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Polens Ministerpräsident Donald Tusk und Finanzminister Andrzej Domański bekannt.

„Mit großer Freude kann ich bekannt geben, dass wir gemeinsam Warszawa / Warschau als Standort dieses Zentrums ausgewählt haben“, sagte Aschbacher.

Er betonte zudem, dass Polen das erste ESA-Mitgliedsland sein werde, in dem ein solches Zentrum entsteht, obwohl das Land die ESA-Gründungskonvention von 1975 nicht unterzeichnet hatte.

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Donald Tusk: Polen wird zu einem europäischen Raumfahrtstandort

Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete die Entscheidung der ESA als „einen sehr wichtigen Tag“ – sowohl für Warszawa / Warschau als auch für ganz Polen. Er verwies darauf, dass Polen das erste Land an der Ostflanke der Europäischen Union sei, das ein solches ESA-Zentrum erhält.

Nach seinen Worten werde Polen durch die Zusammenarbeit mit der ESA „zu einem der europäischen Spitzenreiter im weit verstandenen Bereich der Raumfahrtaktivitäten“. Dies gelte für Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft und Sicherheit gleichermaßen.

Zentrum soll Sicherheit und Krisenmanagement verbessern

Das neue ESA-Zentrum wird nach Angaben des polnischen Regierungschefs im Bereich der Dual-Use-Technologien tätig sein. Die dort entwickelten Technologien sollen sowohl zivilen als auch sicherheitsrelevanten Zwecken dienen.

Tusk erklärte, dass die Einrichtung unter anderem das Krisenmanagement bei Naturkatastrophen wie Hochwasser verbessern und die Überwachung der polnischen Grenzen unterstützen werde.

„Dafür sind heute genau jene Fähigkeiten und Technologien notwendig, die unmittelbar mit der Erforschung des Weltraums verbunden sind“, sagte der Ministerpräsident.

Finanzminister kündigt höhere Investitionen in die Raumfahrt an

Finanzminister Andrzej Domański kündigte an, die staatlichen Investitionen in die polnische Raumfahrtindustrie zu verdoppeln und die Zusammenarbeit mit der ESA deutlich auszubauen.

„Wir wissen, dass sich jeder Euro, der in diesen Sektor investiert wird, sechs- bis siebenfach auszahlt. Deshalb ist das schlicht eine gute Investition in die polnische Wirtschaft“, erklärte Domański.

Darüber hinaus soll ein Netzwerk zur Koordination, zum Informationsaustausch und zur Finanzierung zwischen polnischen Städten und wissenschaftlichen Einrichtungen entstehen.

Nach Angaben des Ministers werden Unternehmen der staatlichen Polnischen Entwicklungsfonds-Gruppe (Polski Fundusz Rozwoju), insbesondere die Bank Gospodarstwa Krajowego (BGK), in Kürze einen Spezialfonds mit einem Volumen von 500 Millionen Zloty auflegen. Das Kapital soll gezielt in Unternehmen der Raumfahrtbranche investiert werden.

Außerdem werde die BGK eine spezielle Finanzierungslinie für Kommunen bereitstellen, um den Ausbau der Infrastruktur für den Raumfahrtsektor in verschiedenen Städten zu unterstützen.

„Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Raumfahrtindustrie in den kommenden Jahrzehnten zu einem weiteren Wachstumsmotor der polnischen Wirtschaft wird“, sagte Domański.

ESA und Polen arbeiten seit 2012 zusammen

Die Europäische Weltraumorganisation ESA wurde 1975 gegründet. Sie koordiniert die europäischen Aktivitäten in der Weltraumforschung sowie bei der Nutzung des Weltraums. Zudem fördert sie den Aufbau einer modernen und wettbewerbsfähigen Raumfahrtindustrie in ihren Mitgliedstaaten.

Polen ist seit 2012 Mitglied der ESA.

Quelle: polsatnews

Foto: magnific

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