Bartłomiej Kubkowski hat als erster Mensch weltweit die Ostsee schwimmend durchquert. Der Ausdauersportler startete in Schweden und erreichte am Sonntagabend den Strand von Dziwnów / Dievenow in Polen. Für die rund 170 Kilometer benötigte er 56 Stunden.
Es war bereits der fünfte Versuch des Polen. Im vergangenen Jahr musste er nur elf Kilometer vor dem Ziel aufgeben. Diesmal gelang ihm der historische Erfolg.
170 Kilometer in 56 Stunden
Das Team von Bartłomiej Kubkowski gab den Erfolg gegen 20:30 Uhr am Sonntag über soziale Medien bekannt. Der Schwimmer verließ die Ostsee in Dziwnów / Dievenow aus eigener Kraft und erfüllte damit die Voraussetzungen für die Anerkennung seiner Leistung.
Während der gesamten Strecke durfte Kubkowski das Begleitboot nicht berühren. Getränke und Nahrung erhielt er über einen speziellen Ausleger vom Boot aus. Zwei Nächte verbrachte er auf offener See. Dabei musste er niedrige Wassertemperaturen, Strömungen, Wellen und zunehmende Erschöpfung bewältigen. Jede Pause erhöhte zudem das Risiko einer Unterkühlung.
Auf die Frage, wie es sich anfühle, als erster Mensch die Ostsee durchschwommen zu haben, antwortete Kubkowski unmittelbar nach seiner Ankunft: „Ich bin so müde, dass ich es noch gar nicht weiß.“
Erfolg mit wohltätigem Ziel
Die diesjährige Expedition diente nicht nur dem Rekordversuch. Gleichzeitig sammelt Kubkowski Spenden für die Organisation Cancer Fighters, die Krebspatienten während der Behandlung und im Alltag nach der Diagnose unterstützt.
Bislang wurden bereits mehr als 670.000 Zloty gespendet.
Team lobt Vorbereitung und Erfahrung
Marcin Cieślak, Mitglied von Kubkowskis Team, hob die außergewöhnliche Vorbereitung des Sportlers hervor.
„Vor dem Start war Bartek deutlich konzentrierter als bei seinen früheren Versuchen. Das zeigte sich auch im Wasser. Man sah Selbstvertrauen, Ruhe, Professionalität und Erfahrung. Es war der fünfte Versuch, und jedes Mal hat er etwas Neues gelernt. Diesmal konnte er seine gesamte Erfahrung bündeln und erfolgreich einsetzen.“
Cieślak ergänzte: „Bartek entschied sich bereits zu Jahresbeginn für diesen Versuch. Seitdem absolvierte er extrem harte Trainingseinheiten, die manchmal bis zu anderthalb Tage dauerten. Er verzichtete auf Schlaf, trainierte nachts und schwamm im Becken Distanzen von mehreren Dutzend Kilometern. Hinzu kamen Krafttraining an Land und mentale Vorbereitung.“
Der Durchbruch gelang erst im fünften Anlauf
Kubkowski arbeitet seit mehreren Jahren an diesem Ziel. Den ersten Versuch unternahm er 2022 und legte damals 115 Kilometer zurück. Ein Jahr später verbesserte er diese Distanz um knapp zwei Kilometer. Ein weiterer Versuch musste nach etwas mehr als 70 Kilometern wegen schwieriger Wetter- und Seebedingungen abgebrochen werden.
Besonders dramatisch verlief der Versuch im Jahr 2025. Damals schwamm Kubkowski innerhalb von 52 Stunden insgesamt 159 Kilometer. Bis zum Ziel fehlten lediglich elf Kilometer. Dennoch musste er erneut aufgeben.
Weltrekordhalter und erfolgreicher Medaillengewinner
Bartłomiej Kubkowski stellte 2025 außerdem einen neuen Weltrekord im 24-Stunden-Schwimmen auf. Innerhalb eines Tages legte er 103 Kilometer und 580 Meter zurück und übertraf den bisherigen Rekord um 780 Meter.
Darüber hinaus gewann er mehrfach Medaillen bei polnischen und internationalen Meisterschaften.
Quelle: polsatnews
Foto: Instagram / b.kubkowski