In den kommenden Jahren könnten in Polen mehrere tausend Pfandautomaten installiert werden, die den Pfandbetrag direkt auf eine Bank- oder Zahlungskarte zurückerstatten. Das geht aus Informationen hervor, die die polnische Nachrichtenagentur PAP von Betreibern des Pfandsystems erhalten hat.
Bereits am Wochenende wurden entsprechende Automaten aufgestellt. Allerdings gibt es bislang nur wenige davon. Die meisten stehen in großen Städten.
Nach Angaben des polnischen Klima- und Umweltministeriums gab es Ende Juni dieses Jahres rund 64.000 Sammelstellen für pfandpflichtige Verpackungen. An fast 14.000 Standorten, also rund 21 Prozent aller Sammelstellen, kamen bereits Automaten zum Einsatz. Gleichzeitig werden über diese Geräte 87 Prozent aller Verpackungen mit Pfandkennzeichnung gesammelt.
Außerhalb des Einzelhandels existieren zudem mehr als 200 Sammelstellen. Sie befinden sich in Wohngebieten, Tourismusorten und Betrieben.
Die meisten Pfandautomaten in Geschäften geben derzeit einen Gutschein in Höhe des Pfandbetrags aus. Dieser kann beim Einkauf eingelöst werden. Zwar lässt sich der Gutschein auch gegen Bargeld eintauschen, dafür müssen Kundinnen und Kunden jedoch in der Regel zur Kasse gehen.
Das polnische Klima- und Umweltministerium kündigte bereits Ende Juni an, dass die Betreiber an neuen Rückerstattungsmöglichkeiten arbeiten. Geplant sind unter anderem direkte Überweisungen auf Zahlungskarten, Rückerstattungen über mobile Apps sowie Lösungen mit RFID-Armbändern, wie sie beispielsweise in Wasserparks verwendet werden.
Weitere Automaten sollen folgen
Mehrere von PAP befragte Betreiber bestätigten, dass sie bereits Pfandautomaten entwickeln oder in Betrieb nehmen, die den Pfandbetrag direkt auf eine Zahlungskarte überweisen. Im Mittelpunkt stehen dabei Geräte, die in Wohnsiedlungen großer polnischer Städte installiert werden.
Gleichzeitig weisen die Betreiber darauf hin, dass moderne Automaten für den Einzelhandel eine Herausforderung darstellen. Besonders Geräte, die mehrere Verpackungen gleichzeitig annehmen oder eingedrückte Kunststoffflaschen wieder aufblähen können, verursachen hohe Anschaffungskosten.
Der Betreiber Kaucja.pl installiert bereits Pfandautomaten, die den Pfandbetrag direkt auf eine Zahlungskarte zurückzahlen. Nach Unternehmensangaben werden diese unter anderem auf den Geländen von Wohnungsgenossenschaften und Eigentümergemeinschaften aufgestellt.
Allein in Warszawa / Warschau und Umgebung sollen mehr als 500 solcher Automaten entstehen. Innerhalb der kommenden drei bis vier Jahre plant das Unternehmen landesweit rund 4.000 Geräte.
Dariusz Dworzecki von Kaucja.pl erklärte, dass derzeit etwa 15 Automaten pro Woche installiert werden. „Nach Einbezug von rund 120 aktiven Automaten in Warszawa / Warschau wird das Projekt auf weitere große Städte ausgeweitet, darunter Łódź / Lodsch, Poznań / Posen, Wrocław / Breslau, Kraków / Krakau sowie die Region Śląsk / Schlesien. Dadurch werden Lösungen für die direkte Rückerstattung des Pfands auf ein Konto oder eine Zahlungskarte schrittweise immer breiter verfügbar.“
Weitere Betreiber setzen auf Kartenerstattung
Auch der Betreiber PolKa – Polska Kaucja nimmt Pfandautomaten in Betrieb, die in Wohngebieten stehen und den Pfandbetrag direkt auf die Zahlungskarte erstatten.
Solche Geräte sind bereits unter anderem in Zamość / Zamosch sowie im Warschauer Stadtbezirk Białołęka installiert. Das Unternehmen plant, dieses Netz kontinuierlich auszubauen.
Darüber hinaus arbeitet PolKa an Automaten, die mehrere Verpackungen gleichzeitig entgegennehmen können.
Auch das Unternehmen Reselekt will in naher Zukunft mehrere Pfandautomaten mit direkter Kartenerstattung in verschiedenen Regionen Polens installieren.
Wie das Unternehmen gegenüber PAP erklärte, könnten solche Geräte den Komfort des Pfandsystems insbesondere dort erhöhen, „wo der Automat nicht unmittelbar einem einzelnen Geschäft zugeordnet ist“, etwa an touristischen Standorten oder Verkehrsknotenpunkten.
Quelle: BI
Foto: magnific
