Historischer Erfolg

Abfahrt mit Skiern als erster Mensch vom Nanga Parbat (Video)

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Der polnische Skibergsteiger Andrzej Bargiel hat eines der spektakulärsten Kapitel der Geschichte des Höhenbergsteigens und Skibergsteigens geschrieben. Als erster Mensch überhaupt bestieg er den Nanga Parbat (8.126 Meter) ohne zusätzlichen Sauerstoff und fuhr anschließend mit Skiern vom Gipfel bis zum Ende der Schneedecke. Die gesamte Bergtour dauerte zwei Tage und neun Stunden. Dabei bewältigte Bargiel insgesamt 3.700 Höhenmeter.

Ein Meilenstein für den weltweiten Skibergsport

Der Nanga Parbat zählt seit Jahrzehnten zu den schwierigsten und gefährlichsten Bergen der Welt. Zahlreiche Alpinisten verloren dort ihr Leben. Trotz vieler Versuche war es bislang niemandem gelungen, eine vollständige und durchgehende Skiabfahrt vom Gipfel bis zum Ende der geschlossenen Schneedecke zu absolvieren.

Mit seiner Leistung verschob Andrzej Bargiel die Grenzen des Machbaren und setzte einen neuen Maßstab im extremen Höhen-Skibergsteigen.

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Das Projekt war nicht nur deshalb außergewöhnlich, weil Bargiel vollständig auf zusätzlichen Sauerstoff verzichtete. Entscheidend war auch, dass er eine logische, sichere und durchgehende Abfahrtslinie über den gesamten Berg fand.

Experten weisen darauf hin, dass im klassischen Höhenbergsteigen das Erreichen des Gipfels den Höhepunkt einer Expedition darstellt. Für Bargiel begann dort erst der schwierigste Teil: die Skiabfahrt unter extremen und kaum vorhersehbaren Bedingungen.

Wochenlange Vorbereitung und außergewöhnliches Tempo

Die Vorbereitungen auf die historische Besteigung dauerten mehrere Wochen. Seit der zweiten Junihälfte absolvierte Bargiel seine Akklimatisation und stieg mehrfach zwischen den Hochlagern auf und ab. Gleichzeitig plante er die spätere Abfahrtsroute und gewöhnte seinen Körper an Höhen von mehr als 8.000 Metern.

Am 28. Juni starteten Bargiel und Janusz Gołąb um 6.00 Uhr Ortszeit ihre entscheidende Bergtour. Sie brachen vom Basislager auf 4.200 Metern auf. Die erste Nacht verbrachten sie im Lager II auf 6.200 Metern, die zweite im Lager III auf 6.850 Metern. Von dort begann der Gipfelanstieg.

Bargiel absolvierte die gesamte Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff aus Flaschen. Auf dem Gipfel des Nanga Parbat blieb er 45 Minuten, bevor er seine historische Skiabfahrt begann. In der sogenannten Todeszone oberhalb von 8.000 Metern hielt er sich rund zwei Stunden auf.

Anspruchsvollste Passage führte durch die Diamir-Wand

Als Schlüsselstelle der Abfahrt galt die sichere Linienführung durch das anspruchsvolle Gelände der Diamir-Wand. Dort musste Bargiel steile Schneefelder und lange, ausgesetzte Querungen bewältigen.

Die technisch schwierigste Passage verlief über die Messner-Route im Bereich der Seracs. Dieser Abschnitt erforderte höchste Präzision bei der Navigation und ständige Entscheidungen in extrem anspruchsvollem Gelände.

Die Abfahrt endete am 30. Juni um 15.00 Uhr Ortszeit unterhalb des Lagers I auf etwa 4.400 Metern, wo die Schneeverhältnisse endeten.

Von der Abreise aus dem Basislager über den Gipfelerfolg bis zur Skiabfahrt und der Rückkehr ins Basislager vergingen insgesamt zwei Tage und neun Stunden. Bargiel bewältigte dabei 3.700 Höhenmeter – mehr als bei seinen früheren Skiabfahrten vom Mount Everest und vom K2, die jeweils in rund 5.200 Metern Höhe endeten.

Bargiel: „Ich bin glücklich, dass wir diese Linie gefunden haben“

Nach Abschluss der Expedition sagte Andrzej Bargiel: „Ich wusste, dass der Erfolg dieses Projekts vom richtigen Zeitpunkt und von den Bedingungen am Berg abhängen würde. Ich bin glücklich, dass wir eine Linie gefunden haben, die eine sichere Abfahrt über den gesamten Berg ermöglicht hat. Ich danke dem gesamten Team und Red Bull für die Unterstützung.“

Auch Janusz Gołąb, der Bargiel während der Expedition begleitete, würdigte die Leistung des polnischen Skibergsteigers. „Das war eines der komplexesten Skiprojekte, die ich je im Hochgebirge gesehen habe. Andrzej musste das Gelände praktisch die gesamte Zeit in Echtzeit lesen und Lösungen finden. Am Nanga Parbat gibt es keinen Platz für Zufälle.“

Der Erfolg am Nanga Parbat ist ein weiteres Kapitel in Andrzej Bargiels langjähriger Erkundung der pakistanischen Achttausender. Bereits zuvor gelang ihm als erstem Menschen der vollständige Skiabstieg vom Broad Peak, vom K2 sowie von den Bergen Gasherbrum I und Gasherbrum II.

Quelle: rmf24

Foto: facebook / Andrzej Bargiel

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