Lufthansa zieht sich aus Schlesien zurück: Frankfurt-Verbindung ab Juni 2026 eingestellt 

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Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa stellt ihre Verbindung zwischen dem Flughafen Frankfurt und dem Katowice Airport in Pyrzowice zum 1. Juni 2026 ein. Damit verschwindet eine der wichtigsten internationalen Linienverbindungen Oberschlesiens aus dem Sommerflugplan.

Als Hauptgründe gelten die wirtschaftlichen Probleme des Konzerns, steigende Treibstoffpreise und die laufende Restrukturierung der Lufthansa-Gruppe. Dazu zählt auch die Einstellung der Tochtergesellschaft CityLine.

Artur Tomasik, Vorstandsvorsitzender der Betreibergesellschaft Górnośląskie Towarzystwo Lotnicze (GTL), erklärte im regionalen Fernsehsender, dass Fluggesellschaften ihre Entscheidungen autonom treffen. Die aktuellen Marktbedingungen zwängen viele Airlines zum Sparen.

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Die Verbindung werde zunächst für zwei Flugplanperioden ausgesetzt – für die Winter- und Sommersaison. Nach Abschluss der Restrukturierung wolle GTL erneut Gespräche mit Lufthansa aufnehmen.

Passagierzahlen steigen trotz globaler Krise

Der Rückzug der Lufthansa fällt in eine Phase des Wachstums für den Flughafen Katowice / Kattowitz.

Im ersten Quartal 2026 nahm der Airport 18 neue Verbindungen auf. Die Passagierzahl stieg dadurch um sechs Prozent. Noch dynamischer entwickelte sich der Frachtbereich. Das Cargo-Aufkommen legte um bis 30 Prozent zu.

Zusätzlich eröffnete der Flughafen einen vierten Wartungshangar. Dort entstehen rund 200 neue Arbeitsplätze.

Für das Gesamtjahr erwartet GTL mehr als 7,8 Millionen Passagiere. 2025 lag das Aufkommen noch bei 7,3 Millionen.

Hohe Treibstoffpreise belasten den Luftverkehr

Die kommenden Sommermonate könnten für die gesamte Branche schwierig werden. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus. Europa importiert derzeit rund 40 Prozent seines Flugkraftstoffs. Etwa die Hälfte davon stammt aus dem Nahen Osten.

Die Folge sind hohe Preise und zusätzlicher Kostendruck für die Airlines. Weitere Streckenstreichungen gelten deshalb als möglich. Tomasik betonte, dass der Luftverkehrsmarkt derzeit extrem instabil sei. Selbst kurzfristige Planungen seien schwierig. Sinkende Ticketpreise seien nicht zu erwarten.

Lufthansa-Abzug verursacht nur geringe direkte Verluste

Wirtschaftlich trifft der Rückzug Lufthansa den Flughafen nur begrenzt. Der Anteil der Airline am jährlichen Verkehrsaufkommen in Pyrzowice lag bei lediglich rund einem Prozent. Das Flugzeug auf der Strecke nach Frankfurt war vergleichsweise klein und transportierte täglich nur eine begrenzte Zahl an Passagieren.

Schwerer wiegt der Verlust Frankfurts als internationales Drehkreuz. Die Umsteigemöglichkeiten zu weltweiten Destinationen schrumpfen dadurch deutlich.

Krakau bleibt der stärkere Konkurrent

Ein strukturelles Problem für Katowice / Kattowitz bleibt die Nähe zum Flughafen Kraków / Krakau-Balice. Nach Angaben von GTL reisten im vergangenen Jahr rund fünf Millionen Touristen per Flugzeug nach Kleinpolen und landeten in Kraków / Krakau. In der Region Katowice / Kattowitz lag diese Zahl etwa sechsmal niedriger.

Viele Passagiere in Pyrzowice nutzen vor allem Billigfluglinien für Familienbesuche. Der klassische Geschäfts- und Städtetourismus fällt deutlich schwächer aus. Diese Faktoren fließen in die strategischen Entscheidungen internationaler Fluggesellschaften mit ein.

Zusätzlich verlor Lufthansa Marktanteile auf Asien-Strecken an türkische Airlines, die inzwischen einen Großteil dieser Verbindungen bedienen.

Diskussion über die Zukunft der Metropolregion

Der Lufthansa-Rückzug hat auch eine politische Debatte ausgelöst. Katowice / Katowice bewirbt sich weiterhin als möglicher Standort eines polnischen Zentrums der Europäischen Weltraumorganisation. Eine Voraussetzung dafür sind gute Flugverbindungen zu europäischen Hauptstädten. Die Verbindung über Frankfurt spielte dabei eine zentrale Rolle.

Tomasik verwies zudem auf ein grundlegendes Standortproblem: Schlesien werde international fast ausschließlich über die Stadt Katowice / Kattowitz wahrgenommen.

Er sprach sich erneut für eine stärkere administrative Bündelung der oberschlesischen Agglomeration aus. Eine gemeinsame Großstadt mit 500.000 bis einer Million Einwohnern würde die internationale Wahrnehmung und damit auch die Attraktivität für Fluggesellschaften deutlich erhöhen.

Zugleich verwies er auf die anhaltende Abwanderung aus der Woiwodschaft Schlesien. Städte wie Wrocław / Breslau profitierten dagegen von einem Bevölkerungswachstum und einer dynamischeren wirtschaftlichen Entwicklung.

Quelle: dziennikzachodni

Foto: pixabay

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