An der Bobertalsperre in Niederschlesien laufen derzeit umfangreiche Sanierungsarbeiten. Innerhalb des kommenden Monats soll der Stausee vollständig entleert werden. Bereits jetzt gibt der sinkende Wasserstand Teile des Seegrundes frei. Der Anblick sorgt jedoch für Besorgnis.
Die vollständige Entleerung der Bobertalsperre ist für den Zeitraum zwischen dem 15. Juni und dem 15. Juli geplant. Die Bauarbeiten sollen die Sicherheit der Anlage erhöhen und die Infrastruktur der Region modernisieren.
Gleichzeitig bietet sich für Einwohner und Touristen eine seltene Gelegenheit. Sie können erstmals seit rund 50 Jahren sehen, was sich auf dem Grund des Sees verbirgt.
Freigelegte Ufer des Stausees ziehen Besucher an
Wie das regionale Nachrichtenportal lwowecki.info berichtet, sind die freigelegten Ufer zu einer Attraktion geworden. Vor allem an Wochenenden reisen zahlreiche Besucher an, um den Stausee in seinem ungewöhnlichen Zustand zu erleben.
Allerdings gelten die Bedingungen vor Ort als schwierig. Das Gelände ist an vielen Stellen instabil und teilweise gefährlich. Experten warnen deshalb vor unvorsichtigem Betreten der freigelegten Flächen und rufen zu besonderer Vorsicht auf.
Sinkender Wasserstand legt Müllberge frei
Mit dem Rückgang des Wassers treten nicht nur Teile des Seegrundes zutage. Sichtbar werden auch große Mengen an Abfällen, die sich über Jahrzehnte unter der Wasseroberfläche angesammelt haben.
Zwischen Schlamm und Geröll finden sich im Stausee unter anderem:
- Plastik- und Glasflaschen,
- Kartons,
- altes Spielzeug,
- Bettwäsche,
- Elektrogeräte und Haushaltsreste,
- Reifen,
- Behälter mit chemischen Rückständen.
Je weiter der Wasserstand der Bobertalsperre sinkt, desto mehr Müll wird sichtbar. Das Bild zeigt das Ausmaß der jahrelangen Verschmutzung.
Arbeiten dauern zwei Jahre
Die Sanierung der Bobertalsperre soll insgesamt 24 Monate dauern. Nach aktuellem Zeitplan soll sich der See Anfang 2028 wieder vollständig füllen.
Die Kosten der Investition belaufen sich auf mehr als 100 Millionen Zloty. Das Projekt zählt damit zu den größten Infrastrukturmaßnahmen dieser Art in Niederschlesien.
Quelle: onet
Foto: facebook / lwowecki.info