Ab September gilt für Schülerinnen und Schüler an polnischen Grundschulen ein Verbot der Handynutzung. Eine neue Umfrage zeigt, dass viele Polen die Änderung befürworten. Gleichzeitig wird ein deutlicher Generationenunterschied sichtbar.
Mit dem ersten Schulgong treten an polnischen Grundschulen neue Regeln für die Nutzung von Mobiltelefonen in Kraft. Einer Umfrage von SW Research für „Dziennik Gazeta Prawna“ zufolge halten 54,7 Prozent der Befragten das Handyverbot für notwendig und richtig umgesetzt. Damit war dies mit Abstand die am häufigsten gewählte Antwort.
Weitere 11,7 Prozent der Befragten halten ein Verbot ebenfalls für notwendig, bezweifeln jedoch, dass es sich wirksam durchsetzen lässt. Insgesamt sehen damit fast zwei Drittel der Befragten einen Bedarf, die Nutzung von Smartphones an Grundschulen einzuschränken. Allerdings glauben nicht alle daran, dass die neuen Regeln in der Praxis erfolgreich durchgesetzt werden können.
Handys in den Pausen erlaubt? Jeder Fünfte dafür
Die grundsätzliche Zustimmung zu einem Handyverbot an Schulen bedeutet nicht, dass alle Befragten ein vollständiges Verbot unterstützen. 21,8 Prozent der Teilnehmer wünschen sich, dass die Einschränkung ausschließlich für die Nutzung von Mobiltelefonen während des Unterrichts gilt. Die Schülerinnen und Schüler könnten ihre Geräte dann in den Pausen verwenden.
Nur 3,6 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Regeln von den Schulleitungen gemeinsam mit den Eltern festgelegt werden sollten. Weitere 4,4 Prozent möchten die Entscheidung den Eltern überlassen, jeweils bezogen auf deren eigene Kinder.
0,3 Prozent wählten eine andere Antwort, während 3,5 Prozent keine Meinung zu diesem Thema hatten.
Deutlicher Generationenunterschied beim Smartphone-Verbot
Die größten Unterschiede zeigen sich zwischen den Altersgruppen. Unter den über 50-Jährigen befürworten 65 Prozent eine Schule ohne Smartphones. Bei den jüngsten Befragten im Alter von bis zu 24 Jahren liegt der Anteil der Befürworter eines vollständigen Verbots dagegen bei lediglich 19 Prozent.
Damit beträgt der Unterschied zwischen den beiden Altersgruppen 46 Prozentpunkte.
Die gesellschaftliche Zustimmung zu der geplanten Regelung ist damit relativ groß. Der eigentliche Test beginnt jedoch erst im Schulalltag. Entscheidend wird sein, wie das Verbot durchgesetzt wird und wie Schülerinnen und Schüler sowie Eltern auf die neuen Regeln reagieren.
Die neuen Regeln treten am 1. September mit Beginn des neuen Schuljahres in Kraft. Erst nach einiger Zeit wird sich zeigen, ob die im Rahmen der Umfrage geäußerte Zustimmung auch im Schulalltag zu einer breiten Akzeptanz des Handyverbots führt.
Quelle: wprost
Foto: Magnific