München wird in wenigen Tagen wieder zum Zentrum der Bierwelt. Doch wer für bayerische Feststimmung nicht bis nach München reisen möchte, findet auch in Polen zahlreiche Alternativen. Von Zator über die Region Oppeln bis nach Danzig/Gdańsk und Stettin/Szczecin gibt es im Herbst 2026 Veranstaltungen mit Bier, Musik, bayerischem Essen und traditionellen Trachten.
Am 19. September 2026 beginnt in München das Oktoberfest. Bis zum 4. Oktober werden wieder Millionen Besucher auf der Theresienwiese erwartet. Bereits im vergangenen Jahr kamen rund 6,5 Millionen Menschen zu dem weltbekannten Volksfest.
Zum klassischen Oktoberfest gehören nicht nur Bier und große Festzelte. Eine wichtige Rolle spielen auch Blasmusik, Trachten, gemeinsames Essen und die bayerische Atmosphäre. Genau diese Mischung wird inzwischen auch außerhalb Bayerns aufgegriffen und zelebriert – unter anderem in Polen.
Wer also Lust auf ein Oktoberfest-Erlebnis hat, muss nicht unbedingt nach München fahren.
Oktoberfest in Energylandia: Bayerische Tradition trifft Freizeitpark
Die erste Gelegenheit bietet sich bereits seit dem 12. September in Zator. Der Freizeitpark Energylandia veranstaltet sein eigenes Oktoberfest bis zum 4. Oktober und gehört damit zu den länger laufenden Veranstaltungen dieser Art in Polen.
Mit dem Münchner Original hat das Fest allerdings nur bedingt etwas gemeinsam. Statt riesiger Bierzelte bilden Achterbahnen und andere Attraktionen des Freizeitparks die Kulisse. Dazu kommen typisch bayerische Elemente: In den Parkanlagen soll bayerische Musik erklingen, während in den gastronomischen Bereichen unter anderem Brezeln und Würstchen angeboten werden.
Gleichzeitig findet in Energylandia die „Polska Złota Jesień“, also der „Polnische Goldene Herbst“, statt. Der gesamte Park wird dafür mit Tausenden Kürbissen und buntem Herbstlaub dekoriert.
Das Oktoberfest in Zator ist damit vor allem eine familienfreundliche und unterhaltsame Interpretation bayerischer Tradition. Wer einen klassischen Münchner Festzeltabend erwartet, findet hier also ein deutlich anderes Konzept.
Oktoberfest im Schloss Zyrowa: Deutsche Biere und bayerische Küche
Deutlich näher an der klassischen Oktoberfest-Atmosphäre soll es am 19. September im Schloss Zyrowa in der Region von Oppeln/Opole zugehen.
Dort stehen deutsche Biere im Mittelpunkt, die speziell für die Oktoberfest-Saison gebraut werden. Angeboten werden unter anderem Biere von Augustiner, Löwenbräu und Paulaner. Dazu kommen Gerichte, die von der bayerischen Küche inspiriert sind.
Für die passende Atmosphäre sorgen traditionelle Trachten und eine Blaskapelle. Gefeiert wird zudem nicht auf einem modernen Festivalgelände, sondern vor einer historischen Residenz.
Der Eintritt ist kostenlos. Die Veranstalter bezeichnen das Event als größtes bayerisches Fest der Region. Damit richtet sich die Veranstaltung nicht nur an Bierliebhaber, sondern auch an Besucher, die Wert auf Musik, Tradition und gemeinsames Feiern legen.
Oktoberfest in Szymocice: Zwei Abende mit bayerischer Musik
Ebenfalls am 19. September startet das Oktoberfest im Aqua-Brax in Schymotschütz/Szymocice. Hier wird allerdings an zwei Samstagen gefeiert – am 19. und 26. September.
Im Mittelpunkt steht eine große, ticketpflichtige Feier mit langen Tischen und gemeinsamer Bewirtung. Die Veranstalter empfehlen den Gästen ausdrücklich, in traditionellen Trachten zu erscheinen.
Musik mit bayerischen und alpinen Einflüssen, Tanz und gemeinsames Feiern bestimmen das Programm. Damit orientiert sich das Konzept stärker an der klassischen Oktoberfest-Idee als viele offene Stadtfeste.
Je nach Termin und gewähltem Platz kosten die Eintrittskarten zwischen 150 und 250 Złoty.
Danzig/Gdańsk feiert Oktoberfest mit eigenem Bier
Auch an der polnischen Ostseeküste wird das Oktoberfest aufgegriffen. In Danzig/Gdańsk starten das Restaurant und die Brauerei PG4 am 26. September in die Oktoberfest-Saison. Gefeiert wird dort bis zum 17. Oktober.
Das Konzept unterscheidet sich von einem klassischen Stadtfest: PG4 integriert das Oktoberfest in den laufenden Betrieb der eigenen Brauerei. Für die Veranstaltung wird ein spezielles Bier namens Golden Oktober gebraut.
Dazu kommt ein saisonales Menü mit Gerichten, die von der bayerischen Küche inspiriert sind. Auch optisch soll sich das Restaurant verändern: Die Innenräume werden in den für Bayern typischen blau-weißen Farben dekoriert, während das Personal traditionelle Kleidung trägt.
Musik und Wettbewerbe ergänzen das Programm. Durch die mehrwöchige Veranstaltungsdauer handelt es sich weniger um ein einzelnes Fest als um eine Oktoberfest-Saison in einer lokalen Brauerei.
Oktoberfest in Stettin/Szczecin: Drei Tage mitten in der Stadt
Vom 2. bis 4. Oktober steht auch Stettin/Szczecin ganz im Zeichen des Oktoberfests. Veranstaltungsort ist die Aleja Kwiatowa im Stadtzentrum.
Hier wird das Fest mit Gastronomie, Bierverkostungen und gemeinsamer Feier verbunden. Gleichzeitig rückt das polnische Brauwesen stärker in den Mittelpunkt. Statt sich ausschließlich auf bekannte Münchner Marken zu konzentrieren, laden die Veranstalter Brauereien aus verschiedenen Regionen Polens ein.
Der Eintritt ist kostenlos.
Dank der zentralen Lage lässt sich das Oktoberfest problemlos mit einem Stadtbesuch verbinden. Sehenswürdigkeiten wie das Schloss der Pommerschen Herzöge oder die Wały Chrobrego liegen nicht weit entfernt.
Für Touristen kann das Fest daher Teil eines Herbstwochenendes in Stettin/Szczecin werden.
Oktoberfest in Wonsow/Wąsowo: Bier direkt aus der örtlichen Brauerei
Den Abschluss der polnischen Oktoberfest-Saison bildet am 10. und 11. Oktober das Wąsowski Oktoberfest in Wonsow/Wąsowo in Großpolen.
Das Besondere an der Veranstaltung: Mit der Browar Wąsowo befindet sich eine eigene Brauerei direkt vor Ort. Besucher können dort handwerklich gebraute Biere, ein spezielles Oktoberfest-Menü und weitere Angebote rund um die Braukultur erleben.
Gefeiert wird auf dem Gelände des historischen Gutshofs. Damit bekommt das Fest eine deutlich andere Kulisse als die großen Volksfeste in deutschen Städten.
2026 wird das Programm außerdem mit der sogenannten Piwna Mila verbunden – einem Lauf über rund 1.600 Meter, bei dem sportliche Aktivitäten mit der Biertradition kombiniert werden.
Auch Wonsow/Wąsowo setzt damit auf eine eigene Interpretation des Oktoberfestes: Im Mittelpunkt stehen die lokale Brauerei, die historische Umgebung, gutes Essen und gemeinsames Feiern.
Bayerisches Lebensgefühl ohne Reise nach München
Die polnischen Oktoberfest-Veranstaltungen unterscheiden sich deutlich voneinander. In Zator steht der Freizeitpark im Vordergrund, in Danzig/Gdańsk die eigene Brauerei, in Stettin/Szczecin das Stadtfest und in Wonsow/Wąsowo die Verbindung von Bier und historischer Gutshofkulisse.
Gemeinsam ist ihnen jedoch die Idee, Elemente des Münchner Oktoberfestes aufzugreifen und an den jeweiligen Ort anzupassen.
Wer im Herbst 2026 bayerische Musik, Bier, Brezeln, Trachten und gemeinsames Feiern erleben möchte, findet deshalb auch in Polen zahlreiche Möglichkeiten – ohne dafür nach München reisen zu müssen.
Quelle: national-geographic
Foto: Magnific