Nach den neuesten Daten der Europäischen Union zum Füllstand der Gasspeicher liegt Polen an der Spitze. Das ergab eine Auswertung einer Journalistin von RMF FM. In Polen sind die Speicher zu 93,5 Prozent gefüllt. Damit erreicht das Land den höchsten Füllstand in der gesamten EU.
Zum Vergleich: Der Durchschnitt der EU liegt bei 65,4 Prozent. In Deutschland sind die Gasspeicher derzeit zu 53,3 Prozent gefüllt. Nur vier EU-Staaten weisen einen noch niedrigeren Füllstand auf. Besonders niedrig sind die Werte in den Niederlanden mit 47,2 Prozent und in Lettland mit 45 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf den 1. September.
Polen liegt damit bereits deutlich über der Marke von 80 Prozent. Die Europäische Kommission hält diesen Füllstand für ausreichend, um die Gasversorgung im Winter abzusichern. Hinter Polen folgen Portugal mit einem Speicherfüllstand von 93,1 Prozent und Italien mit 83,1 Prozent.
EU-Kommission sieht derzeit keine unmittelbare Gefahr
Die Europäische Kommission sieht derzeit keine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit der Gasversorgung in der EU vor dem Winter. Anna-Kaisa Itkonen, Sprecherin der Kommission, erklärte Journalisten in Brüssel, dass die Mitgliedstaaten und die Kommission bei der Sitzung der Gas-Koordinierungsgruppe im Juli zu dem Schluss gekommen seien, dass ein Füllstand von 80 Prozent ausreichen sollte, um die Versorgung im Winter zu sichern.
Zudem verweist die Kommission auf den gesunkenen Gasverbrauch. Nach Angaben der Sprecherin liegt der Gasverbrauch in der EU derzeit 17 Prozent unter dem Niveau vor der Energiekrise. Das trägt dazu bei, die Versorgungssicherheit zu verbessern, obwohl die Gasreserven in einigen Ländern niedriger ausfallen.
Itkonen erinnerte außerdem daran, dass die EU-Vorschriften eine gewisse Flexibilität vorsehen.
Europa geht mit niedrigeren Gasreserven in den Winter
Die Financial Times hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass die europäischen Gasreserven für diese Jahreszeit auf dem niedrigsten Stand seit 2022 liegen.
Besonders aufmerksam beobachtet wird die Situation in Deutschland. Deutschland verfügt gleichzeitig über die größte Speicherkapazität für Gas in der EU. Um einen ausreichenden Füllstand zu erreichen, muss deshalb eine besonders große Gasmenge eingelagert werden.
Die Europäische Kommission will die geltenden Regeln zur Gasspeicherung vorerst jedoch nicht allein wegen der hohen Preise ändern. Die hohen Gaspreise erschweren es insbesondere Ländern wie Deutschland, große Mengen des Energieträgers einzukaufen und einzulagern.
Wie Itkonen erklärte, handelt es sich bei der Versorgungssicherheit und dem Preisniveau um zwei getrennte Fragen. Nach Einschätzung der Kommission bedeutet der niedrige Speicherfüllstand in einzelnen Mitgliedstaaten derzeit noch keine Gefahr für die gesamte EU.
Am 4. September soll die Gas-Koordinierungsgruppe erneut zusammentreten. Dabei wollen sich die EU-Staaten erneut mit der Entwicklung der Gasreserven und der Versorgungssicherheit befassen.
Quelle: rmf24
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