Die Arbeitslosenquote in Polen ist im Juli innerhalb eines Jahres um 0,3 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gestiegen. Damit liegt Polen weiterhin auf Platz zwei in der Europäischen Union. Nur Tschechien hat eine noch niedrigere Arbeitslosenquote, allerdings hat sich die Lage auf dem tschechischen Arbeitsmarkt deutlich stärker verschlechtert.
Eurostat hat die neuesten Arbeitsmarktdaten für die europäischen Länder veröffentlicht. Dabei geht es um die harmonisierte Arbeitslosenquote, bei der die Erwerbslosen nach einheitlichen Kriterien erfasst werden.
In der Europäischen Union mit ihren 27 Mitgliedstaaten stieg die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Polen liegt damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt.
Noch besser schneidet nur Tschechien ab. In Polen lag die Arbeitslosenquote im Juli bei 3,4 Prozent und damit auf dem zweitniedrigsten Niveau der EU. Der Nachbarstaat kam auf 3,3 Prozent. Allerdings ist die tschechische Quote innerhalb eines Jahres um 0,5 Prozentpunkte gestiegen, deutlich stärker als in Polen.
Insgesamt entwickelte sich der Arbeitsmarkt in der EU weniger dynamisch als in Polen. In zwölf der 27 Mitgliedstaaten ging die Arbeitslosigkeit sogar zurück. Den stärksten Rückgang verzeichnete Estland: Dort sank die Quote innerhalb eines Jahres von 8,0 auf 6,9 Prozent.
Arbeitslosigkeit sinkt auch in Griechenland
Eine deutliche Verbesserung gab es auch in Griechenland. Die Arbeitslosenquote fiel dort von 8,9 auf 7,9 Prozent.
Die Entwicklung fällt besonders auf, weil Griechenland nach Jahren der schweren Schulden- und Finanzkrise seine öffentlichen Finanzen stabilisieren konnte. Die wirtschaftliche Erholung schlägt sich inzwischen zunehmend auf dem Arbeitsmarkt nieder.
Am stärksten verschlechterte sich die Situation dagegen in Island. Dort stieg die Arbeitslosenquote innerhalb eines Jahres um 1,5 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.
Auch Malta verzeichnete einen deutlichen Anstieg. Dort erhöhte sich die Quote um einen Prozentpunkt auf 3,5 Prozent. Trotz des Anstiegs liegen beide Länder damit weiterhin unter dem EU-Durchschnitt.
Die höchsten Arbeitslosenquoten innerhalb der EU haben Spanien und Finnland. In Spanien lag sie bei 10,0 Prozent, in Finnland sogar bei 10,5 Prozent. Auch Schweden verzeichnete mit 8,6 Prozent eine vergleichsweise hohe Arbeitslosenquote.
42.000 Arbeitslose mehr in Polen
Nicht nur die Quote, sondern auch die absolute Zahl der Arbeitslosen ist in Polen gestiegen. Innerhalb eines Jahres kamen 42.000 Arbeitslose hinzu. Ende Juli waren damit rund 598.000 Menschen ohne Arbeit.
Damit entfiel ungefähr jeder siebte zusätzliche Arbeitslose in der EU auf Polen.
Interessanterweise stieg die Zahl der Arbeitslosen in Rumänien ebenfalls um genau 42.000.
Noch größer war der Anstieg lediglich in Frankreich und Deutschland. In Frankreich erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 187.000 auf 2,647 Millionen. Deutschland verzeichnete einen Anstieg um 84.000 auf 1,740 Millionen.
In einigen Ländern entwickelte sich der Arbeitsmarkt dagegen deutlich besser. In Spanien sank die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Jahres um 74.000 auf 2,553 Millionen. Griechenland verzeichnete einen Rückgang um 45.000 auf 377.000 Arbeitslose, Italien um 14.000 auf 1,490 Millionen.
USA mit entgegengesetztem Trend
Eurostat veröffentlichte zusammen mit den europäischen Zahlen auch Daten aus den USA. Dort zeigt sich ein anderes Bild.
Die Zahl der Arbeitslosenzahl in den Vereinigten Staaten sank innerhalb eines Jahres um rund 330.000. Die nach derselben Methodik berechnete Arbeitslosenquote ging auf 4,1 Prozent zurück.
Damit liegt die US-Arbeitslosenquote zwar über dem Niveau von Polen und Tschechien, gleichzeitig entwickelte sich der Arbeitsmarkt zuletzt in eine andere Richtung als in mehreren europäischen Ländern.
Quelle: businessinsider
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