Der Dieselpreis an polnischen Tankstellen ist auf einen neuen Rekord gestiegen. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Preisportals e-petrol.pl hervorgeht, verteuerte sich ein Liter Diesel innerhalb einer Woche um 36 Groschen. Damit kostet der Kraftstoff im Landesdurchschnitt 8,75 Zloty pro Liter.
Nach Angaben der Analysten von e-petrol.pl handelt es sich um den höchsten Dieselpreis in der Geschichte der dort erfassten Preisnotierungen.
Auch Benzin und Autogas wurden teurer. Der Preis für einen Liter bleifreies Benzin mit 95 Oktan stieg innerhalb einer Woche um durchschnittlich 26 Groschen auf 7,89 Zloty. Der durchschnittliche LPG-Preis erhöhte sich um 6 Groschen auf 2,95 Zloty pro Liter.
Rohöl und Großhandelspreise treiben die Kosten
Nach Einschätzung der e-petrol.pl-Analysten hängt die ungünstige Preisentwicklung an den Tankstellen mit mehreren Faktoren zusammen. Zum einen steigen die Rohölpreise seit Ende August kontinuierlich. Zum anderen haben die Großhandelspreise für Kraftstoffe deutlich angezogen.
Auch beim LPG machen sich höhere Beschaffungskosten bemerkbar. Nach Angaben der Analysten stehen die gestiegenen Preise mit den teureren Lieferungen von Flüssiggas an die Tankstellen in Verbindung.
Regional unterscheiden sich die Preise weiterhin leicht. Benzin 95 ist in den Woiwodschaften Niederschlesien, Karpatenvorland und Heiligkreuz am teuersten. Dort kostet der Liter durchschnittlich 7,90 Zloty. Am günstigsten ist Benzin auf dem Gebiet der Woiwodschaft Podlachien. Dort liegt der Durchschnittspreis bei 7,82 Zloty pro Liter.
Auch beim Diesel führt Podlachien den Preisvergleich an – allerdings mit dem niedrigsten Preis. Ein Liter kostet dort durchschnittlich 8,67 Zloty. Am teuersten ist Diesel hingegen in der Woiwodschaft Masowien. Dort werden im Durchschnitt 8,77 Zloty pro Liter verlangt.
Ende des staatlichen Tankrabattprogramms
Eine wichtige Rolle bei der Preisentwicklung spielt das Ende des staatlichen Programms „Ceny Paliwa Niżej“ (CPN). Die Maßnahme lief Ende August aus und war für die letzten Wochen der polnischen Schulferien eingeführt worden.
Im Rahmen des Programms wurde unter anderem der Mehrwertsteuersatz auf bestimmte Kraftstoffe deutlich gesenkt. Für Benzin und Diesel wurde die Mehrwertsteuer von 23 auf 8 Prozent reduziert. Gleichzeitig galten staatlich festgelegte Höchstpreise, die vom Energieminister bekannt gegeben wurden.
Wie die Preisnotierungen von e-petrol.pl zeigen, hatte das Auslaufen des Programms erhebliche Auswirkungen. Zwischen dem 27. August, als CPN noch galt, und dem 3. September verteuerte sich Benzin 95 im Durchschnitt um 1,06 Zloty pro Liter. Beim Diesel betrug der Anstieg 88 Groschen pro Liter.
CPN war bereits im Frühjahr eingeführt worden
Die erste Version des CPN-Programms wurde Ende März dieses Jahres eingeführt. Die Regierung reagierte damit auf den starken Anstieg der Rohölpreise im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und Israel und dem Iran, der am 28. Februar ausgebrochen war.
Das Programm galt zunächst bis Ende Juni. Es sah eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel sowie einen staatlich festgelegten Höchstpreis für diese Kraftstoffe an den Tankstellen vor. Zusätzlich wurde die Verbrauchsteuer auf Kraftstoffe vorübergehend gesenkt. Diese Maßnahme galt bis Mitte Juni.
Energieminister erwartet zunächst keine Preise über 10 Zloty
Energieminister Miłosz Motyka erklärte am Dienstag, dass die Kraftstoffpreise in Polen in nächster Zeit seiner Einschätzung nach nicht über 10 Zloty pro Liter steigen sollten.
Gleichzeitig verwies der Minister auf die unsichere Lage im Nahen Osten. Wie sich die dortige Krise weiterentwickle, sei nicht vorhersehbar.
Damit bleibt auch die weitere Entwicklung der Kraftstoffpreise unsicher. Die jüngsten Daten zeigen jedoch bereits eine deutliche Belastung für Autofahrer in Polen.
Staat zahlte rund 5,2 Milliarden Zloty für CPN
Das polnische Finanzministerium hatte in der vergangenen Woche die Gesamtkosten des CPN-Programms mit rund 5,2 Milliarden Zloty beziffert.
Davon entfielen etwa 495 Millionen Zloty auf den Zeitraum vom 17. bis zum 31. August, also auf die letzten beiden Wochen der Maßnahme.
Quelle: bankier
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