Ruht sich die Wirtschaft etwa auf Lorbeeren aus? Oder ist der Grund ein ganz anderer?
Klare Sache – neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen, ist ein bewährter Weg um die Einnahmen des Unternehmens zu steigern. Gleichzeitig ist dies auch ein fester Bestandteil der Geschäftsstrategie, die die Position der Firma auf dem Markt festigen oder verstärken soll. In diesem Zusammenhang ist die neueste Auswertung bezüglich der Unternehmer in Polen mehr als beunruhigend. Laut Befragungen von Grant Thornton deklariert nur 10% der Firmen, die ihre Geschäfte an der Weichsel betreiben, dass sie innerhalb eines Jahres neue Produkte und/oder Dienstleistungen auf den Markt bringen wollen. Das ist das schlechteste Ergebnis unter allen 33 Ländern, die die Befragung umfasst hat. Polen liegt auch unterhalb des globalen (31%) und europäischen (33%) Durchschnitts. Wenn man die Ergebnisse von Polen und Deutschland vergleicht, ist der Einstellungsunterschied mehr als deutlich und beträgt satte 26%!
Sparen statt investieren?
Grand Thornton nennt in seinem Bericht zwei Gründe für diese Entwicklung. Durch die gute Wirtschaftslage sind die Unternehmer träge geworden – mit hoher Nachfrage für die gegebenen Produkte und Dienstleistungen lässt die Motivation zum Schaffen und Entwickeln nach. Auf der anderen Seite werden die Warnungen bezüglich einer schlechteren Konjunktur in Zukunft auch seriös wahrgenommen. Demzufolge sind die Firmen auch vorsichtig bei ihren Plänen und konzentrieren sich vor allem auf der Optimalisierung der Prozesse.
62% der Befragten wollen innerhalb der kommenden 12 Monate die Produktivität ihres Unternehmens steigern. 50% wollen wiederum besser bei den Absatzzahlen abschneiden. Auf der anderen Seite sind neue Produkte und Dienstleistungen eine der am seltensten genannten Antworten neben Fusionen und Übernahmen von anderen Unternehmen.
In anderen Worten – Steigerung der Effektivität und Kostensenkung erscheinen für die Unternehmer in diesem Moment als bessere Investition als entwicklungsfördernde Maßnahmen mit der Zielsetzung die Einnahmen zu steigern.
Die trübe Stimmung unter den Geschäftsleuten bezüglich der zukünftigen finanziellen Lage zusammen mit den Arbeitskräftemängeln sowie den Sorgen rund um das unbeständige Businessumfeld begünstigen in der Regel nicht die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Man kann jedoch nicht vergessen, dass Kreativität und Innovation der Antrieb des Unternehmens sind. Neue Produkte und Dienstleistungen sind oftmals die Entwicklungsstütze und der Schlüssel zum Wachstum. Maßnahmen zur Entwicklung sollten also Bestandteil vom Alltag in jedm Unternehmen sein – erklärt Jolanta Jackowiak von Grand Thornton.