Der Wrocław Airport wird erweitert. Bis Ende April 2027 soll am Flughafen ein zusätzlicher Terminalbereich für Passagiere entstehen, die außerhalb des Schengen-Raums reisen. Die Investition mit einem Wert von mehr als 15 Millionen Zloty wird vom Bauunternehmen STRABAG umgesetzt.
Das neue Gebäude wird eine Fläche von fast 2.800 Quadratmetern haben. Es soll vor allem die Grenzkontrollen verbessern und die Kapazität des niederschlesischen Flughafens erhöhen, bis die geplante Erweiterung des Hauptterminals abgeschlossen ist.
Nach aktuellen Prognosen wird der Flughafen Breslau/Wrocław in diesem Jahr erstmals in seiner Geschichte mehr als sechs Millionen Passagiere abfertigen.
Großes Ausbauprogramm für bis zu 10 Millionen Passagiere jährlich
Vor drei Monaten hat der Flughafen Breslau/Wrocław ein Projekt zur umfassenden Erweiterung des bestehenden Terminals in Auftrag gegeben. Geplant sind eine Erweiterung in östlicher und westlicher Richtung, der Bau eines neuen Abflugpiers, zusätzliche Infrastruktur für die Bodenabfertigung, ein Parkplatz mit 1.600 Stellplätzen sowie eine Modernisierung des Verkehrssystems rund um den Flughafen.
Das Konsortium aus AKE Studio und WLC Inżynierowie hat 18 Monate Zeit, um die vollständige Projektdokumentation einschließlich aller erforderlichen Genehmigungen vorzubereiten.
Die Maßnahme ist Teil eines langfristigen Investitionsprogramms, das 2024 mit dem Ausbau des operativen Bereichs des Flughafens begonnen hat. Ziel ist es, den Flughafen Breslau/Wrocław langfristig für die Abfertigung von bis zu zehn Millionen Passagieren pro Jahr vorzubereiten.
Bis zum Abschluss dieser umfangreichen Arbeiten setzt der Flughafen auf eine Zwischenlösung: einen zusätzlichen Terminalbereich.
Neues Zusatzterminal am Flughafen Breslau/Wrocław
„Das ist eine Antwort auf das wachsende Interesse an Reisen in Länder außerhalb des Schengen-Raums. Gleichzeitig wollen wir unseren Passagieren bis zum Abschluss der Erweiterung des Hauptterminals weiterhin einen angemessenen Service bieten“, erklärte Cezary Pacamaj, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Flughafens Breslau.
Der neue Terminalbereich wird fast 2.800 Quadratmeter groß sein und auf der Ostseite direkt mit dem bestehenden Passagierterminal verbunden werden.
Dort entsteht eine vollständig ausgestattete Infrastruktur für Reisende mit Zielen außerhalb der Schengen-Zone.
Vier Abflug-Gates und neue Servicebereiche
Im Abflugbereich wird das neue Terminal über vier unabhängige Gates verfügen. Dadurch können mehrere Boarding-Prozesse gleichzeitig durchgeführt werden.
Für Reisende stehen außerdem ein Duty-Free-Shop, gastronomische Einrichtungen sowie moderne Sanitäranlagen zur Verfügung.
Auch der Ankunftsbereich wird deutlich verbessert. Das neue Terminal soll die Kapazität der bestehenden Infrastruktur erhöhen. Vorgesehen sind sechs automatische ABC-Gates sowie vier doppelte Kontrollstellen für die Grenzabfertigung.
Zusätzlich entsteht ein Wartebereich für rund 800 Passagiere, die auf die Grenzkontrolle warten.
Diese Lösung gewinnt angesichts des neuen europäischen Entry/Exit Systems (EES) an Bedeutung. Das System verpflichtet Bürger aus Drittstaaten bei der Einreise in den Schengen-Raum zur biometrischen Registrierung. Dadurch kann sich die Dauer der Grenzkontrollen verlängern.
Schnellere Abfertigung für Schengen- und Nicht-Schengen-Reisende
Die Inbetriebnahme des neuen Terminals soll allen Passagieren des Flughafens Breslau/Wrocław zugutekommen.
„Die Verlagerung der Non-Schengen-Flüge in ein eigenes Gebäude wird einen großen Teil der bisherigen Fläche im aktuellen Terminal freimachen. Dadurch erhöhen wir die Kapazität des Schengen-Bereichs und verbessern den Ablauf der Abfertigung in Zeiten mit besonders hohem Verkehrsaufkommen“, sagte Dariusz Kowalczyk, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Flughafens Breslau/Wrocław.
STRABAG wird die Investition nach dem Modell „Design & Build“ realisieren. Dabei trägt ein einziger Auftragnehmer die Gesamtverantwortung sowohl für die Planung als auch für die Bauarbeiten.
Nach Angaben des Flughafens soll dieser Ansatz den gesamten Investitionsprozess beschleunigen und die Bauzeit verkürzen.
Das neue Zusatzterminal soll bis April 2027 fertiggestellt sein.
Regionale Flughäfen in Polen investieren in ihre Zukunft
Der Ausbau regionaler Flughäfen ist derzeit in ganz Polen sichtbar.
Seit April wird auch das Terminal am Flughafen Krakau erweitert. Dort entsteht das neue Terminal T6 mit einer Fläche von 45.000 Quadratmetern. Für Passagiere bedeutet dies unter anderem neue Ankunfts- und Abflugbereiche, elf Gates, zusätzliche Passkontrollen, sechs Gepäckförderanlagen sowie eine Business-Lounge.
Nach Abschluss der Arbeiten, die bis Mitte 2029 dauern sollen, soll der Flughafen Krakau/Kraków bis zu 16 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können.
Vor wenigen Wochen wurde in Krakau-Balice außerdem eine neue Pre-Boarding Zone für Passagiere mit Nicht-Schengen-Zielen eröffnet. Dort stehen sechs Gates zur Verfügung, welche den Verkehr am Flughafen entlasten sollen. Diese Lösung ähnelt dem geplanten Zusatzterminal in Breslau/Wrocław.
Auch der Flughafen Modlin setzt seit dem 30. Juni auf einen zusätzlichen temporären Terminalbereich. Die neue Zone mit einer Fläche von 1.700 Quadratmetern wurde speziell für die steigende Zahl von Passagieren entwickelt.
Das temporäre Terminal soll vor allem während der Sommerferien für Entlastung sorgen. Die Zahl der Ausgänge zu den Flugzeugen wurde verdoppelt und auf acht erhöht. Passagiere können außerdem sechs neue Gepäckkontrolllinien nutzen.
Im Bereich B stehen zusätzlich neue Geschäfte und gastronomische Angebote zur Verfügung.
Quelle: interia
Foto: Magnific
