In der Nähe von Stettin/Szczecin wurde ein weiterer wichtiger Schritt für den Bau der westlichen Umgehungsstraße gemacht. Für rund 695 Millionen Złoty entsteht ein neuer Abschnitt der Schnellstraße S6, inklusive eines Tunnels, der in dieser Form in Polen bislang einzigartig ist.
Das Bauwerk wird fast fünf Kilometer lang sein und sowohl unter der Erde als auch unter Wasser verlaufen. Es ist Teil eines deutlich größeren Infrastrukturprojekts, das die Verkehrsbelastung rund um Stettin/Szczecin erheblich reduzieren soll.
Großprojekt in mehreren Etappen
Die sogenannte Westumgehung von Stettin/Szczecin umfasst insgesamt rund 50 Kilometer der S6 und wird in drei Bauabschnitte unterteilt. Der jetzt vergebene Abschnitt verbindet die Knotenpunkte Dołuje und Police auf einer Länge von knapp 12 Kilometern.
Die Investition gilt als eine der wichtigsten Straßenbaumaßnahmen der Region. Sie soll nicht nur den Verkehr in der Stadt entlasten, sondern auch die Anbindung an wichtige Verkehrsachsen verbessern, darunter die Autobahn A6 sowie die Schnellstraßen S3 und S10.
Tunnel unter der Oder wird technisch anspruchsvoll
Das Herzstück des Projekts ist ein doppelröhriger Tunnel unter der Oder. Mit einer Länge von über fünf Kilometern wird er der längste seiner Art in Polen sein. Die beiden Tunnelröhren werden mit Tunnelbohrmaschinen (TBM) gebaut und haben jeweils einen Durchmesser von etwa 15 Metern.
Die Fahrbahn wird in einer Tiefe von bis zu 45 Metern unter der Oberfläche verlaufen, während der tiefste Punkt der Konstruktion sogar rund 51 Meter unter dem Gelände liegt. Für Sicherheit sorgen unter anderem 19 Querverbindungen zwischen den Röhren, die im Notfall als Fluchtwege dienen.
Schnellere Wege und weniger Verkehr in der Stadt
Durch die neue Trasse soll der Transitverkehr künftig außerhalb der Stadt geführt werden. Besonders der Schwerlastverkehr wird dadurch aus dem Zentrum verschwinden. Gleichzeitig verkürzt sich die Fahrzeit in Richtung Ostsee deutlich.
Die vollständige Fertigstellung der Westumgehung ist für das Jahr 2033 geplant. Einzelne Abschnitte könnten jedoch bereits früher in Betrieb gehen. Erste Teile sollen bis 2029 fertig sein.
Das Projekt ist Teil des nationalen Straßenbauprogramms und zählt zu den größten Infrastrukturvorhaben in Polen der kommenden Jahre.
Quelle: auto-swiat
Foto: Facebook/Szczecin Floating Garden
