Was denkt die Welt eigentlich über Polen? Dieser Frage ist ein Team von Expertinnen und Experten der Think-Tank-Stiftung „Marka Polska“ gemeinsam mit der Analyseplattform Brand24 nachgegangen.
Millionen Erwähnungen, Milliarden Reichweite
Die Untersuchung basiert auf einer enormen Datenmenge: rund 893.000 Online-Beiträge in Englisch, Französisch und Deutsch mit einer Gesamtreichweite von knapp 8 Milliarden und über 160 Millionen Interaktionen.
Laut dem Bericht „Poland: A Global Impact“ erscheint Polen international vor allem in zwei sehr unterschiedlichen Kontexten: Geopolitik und Alltagserfahrungen. Diese beiden Perspektiven prägen das globale Bild des Landes, allerdings mit deutlich unterschiedlich emotionaler Wirkung.
Geopolitik dominiert das internationale Bild
Der wichtigste Treiber der Sichtbarkeit Polens bleibt die Geopolitik. In diesem Zusammenhang wird das Land vor allem als NATO-Frontstaat, Nachbar der Ukraine und sicherheitspolitisch relevanter Akteur in Osteuropa wahrgenommen.
Diese Narrative erzeugen zwar Vertrauen und Seriosität, bleiben aber emotional eher distanziert. Laut Analyse erreichen geopolitische Inhalte rund 55 Prozent positive Erwähnungen, deutlich weniger als Themen, die auf direkter Erfahrung basieren.
Kulinarik, Sport und Technologie prägen positive Wahrnehmung
Ganz anders sieht es bei alltagsnahen Themen aus. Besonders positiv wird Polen wahrgenommen in den Bereichen:
- Küche (87 % positives Sentiment)
- Technologie (83 %)
- Sport (85 %)
Tourismus und Reisen
Als wichtigste kulturelle Symbole gelten dabei Pierogi, aber auch Gerichte wie Bigos, Żurek und Barszcz. Im Tourismus dominieren Städte und Regionen wie Krakau/Kraków, Warschau/Warszawa, Danzig/Gdańsk sowie die Tatra und Zakopane.
Lewandowski und Świątek als globale Botschafter
Im Sportbereich sind es vor allem einzelne Persönlichkeiten, die Polens Bild im Ausland prägen. Besonders häufig genannt werden Fußballstar Robert Lewandowski und Tennisprofi Iga Świątek. Sie gehören zu den stärksten globalen „Amplifikatoren“ der polnischen Markenwahrnehmung.
Technologie als wachsender Standortfaktor
Ein zunehmend wichtiger Bereich ist die Technologie. Polen wird in internationalen Diskussionen immer häufiger als wachsender IT- und KI-Standort wahrgenommen. Erwähnungen im Zusammenhang mit Digitalisierung, Softwareentwicklung und Innovationszentren sind laut Analyse überwiegend positiv.
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist auch das KI-Unternehmen ElevenLabs, das international als Teil des neuen polnischen Technologie-Ökosystems wahrgenommen wird.
„Die Welt mag das Polen, das man erleben kann“
Die Autoren der Studie betonen, dass das Bild Polens stark zweigeteilt ist: Einerseits steht das Land für Sicherheit und geopolitische Stabilität, andererseits für konkrete, positive Alltagserfahrungen.
„Die Welt mag das Polen, das man erleben kann – durch Essen, Reisen, Sport oder Technologie“, heißt es im Bericht. Gleichzeitig zeige die Analyse, dass die Herausforderung weniger in einem negativen Image liege, sondern vielmehr darin, die eigenen Erfolge konsequent sichtbar zu machen.
Quelle: businessinsider
Foto: Magnific