Zum Start ins Wochenende veröffentlichte der Zoo in Wrocław / Breslau eine besondere Nachricht. In den sozialen Medien präsentierte der Tierpark ein neugeborenes Weibchen eines Goldtakins. Dabei handelt es sich um eines der ungewöhnlichsten und geheimnisvollsten Huftiere der Welt.
Der Zoo betont, dass er diese Tierart seit 2017 hält und nahezu jedes Jahr Nachwuchs verzeichnen kann. Die Geburt gilt daher als weiterer bedeutender Erfolg in der Zucht dieser seltenen Tiere.
Der Goldtakin ist kaum erforscht
Goldtakine gehören zu den weniger erforschten Säugetieren. Lange Zeit war nur wenig über sie bekannt. Der Grund liegt in ihrem Lebensraum: Sie halten sich in abgelegenen Gebirgsregionen Asiens auf.
Das Verbreitungsgebiet umfasst vor allem Zentralchina, angrenzende Teile Nord-Myanmars sowie den Nordosten Indiens. Im Himalaya lebt zudem eine verwandte Art, der Himalaya-Takin. Der Goldtakin gilt außerdem als Nationaltier Bhutans.
Verwandtschaft überrascht: Nähe zu Moschusochsen
Äußerlich erinnern Takine zwar an Antilopen. Wissenschaftlich ordnet man sie jedoch näher zu den Moschusochsen ein. Diese arktischen Tiere gelten als ihre nächsten Verwandten.
Auffällig sind vor allem die großen Nasen der Takine. Diese ähneln teilweise denen von Gnus oder Saigas. Sie helfen den Tieren, in großen Höhen besser zu atmen und sich an die extremen Bedingungen im Gebirge anzupassen.
Junger Goldtakin bleibt eng bei der Mutter
Das im März geborene Jungtier wurde erst jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach Angaben des Zoos hält sich das Weibchen derzeit eng bei seiner Mutter auf und entfernt sich kaum von ihr.
Es ernährt sich noch ausschließlich von Milch. Erst ab etwa dem dritten Lebensmonat beginnt die schrittweise Umstellung auf feste Nahrung.
Zuchterfolg trotz Bedrohung in freier Wildbahn
Die regelmäßigen Geburten in Wrocław / Breslau zeigen, dass die Haltung und Zucht dieser Art erfolgreich gelingt. Das ist besonders wichtig, da Goldtakine in ihrer natürlichen Umgebung stark gefährdet sind.
Die größten Bedrohungen gehen nicht von natürlichen Feinden aus. Zwar können Schneeleoparden oder Rudel von Wildhunden Takine angreifen. Entscheidend ist jedoch der Einfluss des Menschen.
Abholzung, Lebensraumverlust und zunehmender Druck durch menschliche Aktivitäten führen dazu, dass die Populationen stetig zurückgehen.
Quelle: interia
Foto: facebook / ZOO Wrocław