Touristen, die ihren Urlaub auf der Halbinsel Hela planen, können sich in diesem Sommer auf einen deutlich breiteren Strand in Kuźnica / Kusfeld freuen. Wie das Seefahrtsamt in Gdynia / Gdingen mitteilte, haben die im März abgeschlossenen Aufspülungsarbeiten den örtlichen Strand um bis zu 70 Meter verbreitert.
Auf einem rund 700 Meter langen Küstenabschnitt wurden mehr als 160.000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet. Dadurch vergrößerte sich die Strandbreite „von etwa 20 auf 90 Meter“, erklärte die Sprecherin der Behörde, Magdalena Kierzkowska, gegenüber der Nachrichtenagentur PAP.
Das Material für die Strandaufspülung stammte unter anderem aus der Fahrrinne zum Hafen von Władysławowo / Großendorf sowie aus Unterwasser-Sedimentationsbecken.
Weitere Schutzmaßnahmen an Polens Küste geplant
Die Arbeiten in Kuźnica / Kusfeld markieren jedoch nicht das Ende der Küstenschutzmaßnahmen an der polnischen Ostsee. Noch vor Beginn der Sommersaison sollen ähnliche Projekte an der Spitze der Halbinsel Hela sowie in Władysławowo / Großendorf umgesetzt werden.
Die Behörden gehen davon aus, dass die Arbeiten vor den Sommerferien abgeschlossen werden. Gleichzeitig weist das Seefahrtsamt darauf hin, dass sich die Maßnahmen bei schwierigen Wetterbedingungen bis in den Juli hinein verzögern könnten.
Besonders gefährdet bleiben zudem die Küstenabschnitte zwischen Przewłoka / Strickershagen und Orzechowo / Freichow sowie die Umgebung von Babie Doły. Dort ist die Küstenerosion besonders stark.
Strandaufspülung auch international verbreitet
Das Seefahrtsamt betont, dass die sogenannte Refulation – also die künstliche Aufspülung von Sand – auch in anderen europäischen Ländern und weltweit angewendet wird, darunter in den Niederlanden, Spanien und den USA.
Nach Angaben von Magdalena Kierzkowska ermöglicht diese Methode, „den natürlichen Charakter der Küste zu bewahren und gleichzeitig die Energie der Meereswellen wirksam abzuschwächen“.
Den Behörden zufolge bleiben die Effekte solcher Maßnahmen über viele Jahre sichtbar. Luftgestützte Beobachtungen zeigen, dass der durch Meeresströmungen transportierte Sand mit der Zeit auch in benachbarten Gebieten neue Sandbänke bildet.
Kosten in Millionenhöhe
Die diesjährigen Schutzmaßnahmen an der pommerschen Küste kosten nach Angaben der Behörden mehrere Millionen Zloty. Die Finanzierung erfolgt sowohl aus dem polnischen Staatshaushalt als auch aus EU-Mitteln für den Schutz der Meeresküsten.
Quelle: onet
Foto: magnific