Die polnische Kurstadt Piwniczna-Zdrój / Kellershals hat den COOLCITY Index 2026 gewonnen. Das Ranking bewertet die Widerstandsfähigkeit europäischer Städte gegenüber dem Klimawandel. Das kleine Heilbad in der Woiwodschaft Kleinpolen setzte sich gegen mehr als 11.000 Städte in der Europäischen Union durch.
Damit verwies der Kurort bekannte Orte wie das griechische Echinos, das finnische Ii und das deutsche Boppard auf die Plätze hinter sich.
Die Analysten des Rankings bescheinigten Piwniczna-Zdrój / Kellershals eine der am besten erhaltenen blau-grünen Infrastrukturen Europas.
Warum die Stadt so gut abschnitt
Der Erfolg hängt eng mit der Lage der Stadt in den Sandezer Beskiden zusammen. Piwniczna-Zdrój / Kellershals liegt am Fluss Poprad und besitzt eine lockere Bebauung. Dadurch blieb viel Raum für Naturflächen erhalten.
Das Ranking vergab die Höchstnote von 10 von 10 Punkten für die Bodendurchlässigkeit. Dieser Wert steht für eine minimale Versiegelung. Während viele europäische Orte unter dichter Bebauung leiden, bleibt dieses Problem hier nur gering ausgeprägt.
In die Gesamtwertung flossen mehrere Faktoren ein:
- Bodendurchlässigkeit
- Zustand der Grünflächen
- Biodiversität
- Wasserverhältnisse
- thermische Bedingungen
Aus allen Kategorien ergab sich für Piwniczna-Zdrój / Kellershals ein Durchschnittswert von 8,5 Punkten. Das war der höchste Wert unter allen untersuchten europäischen Städten.
Besonders auffällig ist der Zugang zur Natur. Pro Einwohner stehen rund 2.000 Quadratmeter Grünfläche zur Verfügung. Das ist ein Spitzenwert innerhalb der EU. Die gesunde Vegetation verbessert das Mikroklima und schützt wirksam vor Hitzeperioden.
Stolz in Piwniczna-Zdrój / Kellershals
Bürgermeister Tomasz Michałowski zeigte sich überrascht über das Ergebnis. Er sprach von einer großen Auszeichnung für die gesamte Gemeinschaft. Gleichzeitig sieht die Stadtverwaltung darin eine Chance, den Kurort stärker als Reiseziel bekannt zu machen.
Das Ranking könnte neue Besucher anziehen, die Ruhe und Natur suchen und überlaufene Ferienorte meiden möchten.
Attraktiver Gegenpol zu Zakopane und Karpacz
Piwniczna-Zdrój / Kellershals ist deutlich kleiner als bekannte polnische Bergorte wie Zakopane oder Karpacz / Krummhübel. Gerade diese Überschaubarkeit gilt heute als großer Vorteil.
Tourismusexperten sehen darin einen klaren Trend. Immer mehr Reisende suchen ruhige Alternativen zu stark frequentierten Wintersportzentren.
Der Sprecher des Buchungsportals Travelist.pl, Eugeniusz Triasun, bezeichnete Piwniczna-Zdrój / Kellershals als Musterbeispiel für den sogenannten Slow Tourism. Der Ort habe seinen intimen Kurortcharakter bewahrt und hebe sich dadurch deutlich von größeren Destinationen ab.
Neue Attraktionen in Piwniczna-Zdrój / Kellerhals für Besucher
Die Stadt erweitert ihr touristisches Angebot seit Jahren konsequent. Zu den neuen Attraktionen gehören Spazierwege, moderne Stadtmöbel und eine Schatzgrotte. Sie erinnert an die lokale Legende des Riesen Kicarz.
Besucher finden außerdem:
- eine Aussichtsplattform mit Blick über das Poprad-Tal
- einen modernen Steg auf der Insel Nakło
- den traditionsreichen Kurpark
- Mineralwasserquellen
Weitere Projekte sind bereits geplant. Dazu zählt ein rund 18 Meter hoher Aussichtsturm mit drei Ebenen, Dachkonstruktion und Rutsche.
Sommer- und Winterziel zugleich
Piwniczna-Zdrój / Kellershals verbindet klassischen Kurbetrieb mit Aktivtourismus.
Im Sommer locken Wanderwege in den Sandezer Beskiden, Radstrecken und Kajakfahrten auf dem Poprad. Im Winter zieht das Skigebiet Dwie Doliny Wintersportler an.
Damit entwickelt sich der Ort zu einer interessanten Option für Reisende, die Polen abseits der bekannten Hotspots entdecken möchten.
Quelle: wp
Foto: Wikimedia Commons