Der tschechische Bahnbetreiber Leo Express hat den Verkauf von Bahntickets für nur 8 Zloty auf der Strecke zwischen Kraków / Krakau und Warszawa / Warschau wieder aufgenommen. Nach mehreren Monaten Pause kehrt das Unternehmen zu seiner aggressiven Preisstrategie zurück und will mit besonders günstigen Fahrpreisen neue Fahrgäste gewinnen. Die Aktion könnte eine neue Phase im Wettbewerb mit PKP Intercity einläuten.
Die Rückkehr der 8-Zloty-Tickets dürfte zudem ein Versuch sein, die Marktposition von Leo Express nach Schwierigkeiten beim Ausbau neuer Verbindungen zu stärken. Vor allem in der Herbst- und Wintersaison sollen die günstigen Preise zusätzliche Reisende anziehen. Ob das Angebot langfristig bestehen bleibt, ist derzeit offen.
Rückkehr der 8-Zloty-Tickets
Bereits vor dem Start des regulären Betriebs in Polen hatte Leo Express mit Sonderangeboten Aufmerksamkeit erregt. Damals kostete eine Fahrt zwischen Kraków / Krakau und Warszawa / Warschau lediglich 8 Zloty. Damit lag der Preis unter dem Angebot des Konkurrenten RegioJet und deutlich unter den regulären Tarifen von PKP Intercity.
Später verschwanden die günstigsten Tickets wieder aus dem Verkauf. Viele Beobachter werteten dies als zeitlich begrenzte Werbeaktion. Nun kehrt das Unternehmen zu einer ähnlichen Strategie zurück. Im Buchungssystem sind erneut Fahrkarten zum symbolischen Preis verfügbar. Dies deutet darauf hin, dass Leo Express neue Kundinnen und Kunden gewinnen und den Bekanntheitsgrad seiner Marke auf dem polnischen Markt erhöhen möchte.
Wettbewerb mit PKP Intercity
Leo Express bedient die innerpolnische Strecke zwischen Kraków / Krakau und Warszawa / Warschau seit dem 1. März dieses Jahres. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein internationales Angebot aus, darunter auch regelmäßige Verbindungen nach Prag.
Die ursprünglichen Expansionspläne gingen jedoch deutlich weiter. Geplant war eine direkte Bahnverbindung von Przemyśl zum Flughafen Frankfurt am Main, die zu den längsten Eisenbahnverbindungen Europas gehört hätte.
Schwierigkeiten bei der Verbindung nach Frankfurt
Das Projekt stieß jedoch auf Hindernisse, nachdem PKP Intercity bei der polnischen Eisenbahnaufsichtsbehörde Urząd Transportu Kolejowego (UTK) eine Prüfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Verbindung beantragt hatte.
Im Ergebnis des Verfahrens wurde das Angebot eingeschränkt. Seit dem 25. Juni verkehren die Züge von Leo Express aus Frankfurt am Main nur noch bis Bohumín in Tschechien. Von dort müssen Fahrgäste ihre Reise mit Bussen fortsetzen.
Diese Änderung erschwerte die Umsetzung der ursprünglichen Expansionspläne und könnte sich auf die Strategie des Unternehmens in Polen ausgewirkt haben. Vor diesem Hintergrund könnten die besonders günstigen Fahrpreise auf der Strecke zwischen Kraków / Krakau und Warszawa / Warschau zu einem wichtigen Instrument im Wettbewerb um neue Kundinnen und Kunden werden.
Ob PKP Intercity mit ähnlichen Preisnachlässen reagieren wird, ist bislang unklar. Bereits jetzt erhöht der Wettbewerb zwischen den Bahngesellschaften jedoch die Chancen auf günstigere Bahnreisen zwischen den beiden größten Städten Süd- und Zentralpolens.
Quelle: fakt
Foto: magnific