Das Schloss Fürstenstein in Wałbrzych / Waldenburg, eines der herausragendsten historischen Objekte in Niederschlesien, erhält 21,2 Millionen Zloty aus EU-Mitteln für eine umfassende Restaurierung von Innenräumen und Umgebung. Wie die polnische Nachrichtenagentur berichtet, handelt es sich um die größte Renovierung seit über 50 Jahren. Ziel ist es, das Erscheinungsbild aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg weitgehend wiederherzustellen.
Projekt trägt den Titel „Perle auf der Route des schlesischen Barock: Restaurierung von Schloss Fürstenstein und der Parkanlage zur Steigerung der touristischen Attraktivität der Region Wałbrzych“. Das Kulturministerium wählte es im Rahmen eines Wettbewerbs aus.
Die niederschlesische Woiwodin Anna Żabska informierte am Donnerstag über die Förderung. Insgesamt gingen 87 Anträge ein, von denen 24 Projekte mit einer Gesamtsumme von 653 Millionen Zloty unterstützt werden. Besonders viele davon entfallen auf Niederschlesien.
Umfangreiche Arbeiten und neue touristische Perspektiven
Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt 32,8 Millionen Zloty. Davon übernimmt die Europäische Union 21,2 Millionen. Der Präsident von Wałbrzych / Waldenburg, Roman Szełemej, bezeichnet die Entscheidung als “historischen Moment für das wichtigste Denkmal der Stadt”.
Die geplanten Maßnahmen gehen über eine klassische Renovierung hinaus. Neben der Restaurierung repräsentativer Innenräume umfasst das Projekt auch ökologische, pädagogische und werbliche Aktivitäten. Ziel ist es, das Schloss als modernes touristisches Produkt zu positionieren und die Region Wałbrzych / Waldenburg auf der touristischen Landkarte Niederschlesiens weiter zu stärken.
Restaurierung der Innenräume im Detail
Die Arbeiten am Schloss Fürstenstein umfassen eine Wiederherstellung der Innenräume. Alle barocken Salons werden renoviert, darunter:
- Italienischer Salon,
- Spielsalon,
- Chinesischer Salon,
- Weißer Salon,
- Maximiliansaal,
- Grüner Salon.
Zudem modernisieren die Verantwortlichen die Kaisertreppe über drei Etagen sowie den Saal Groß-Rosen. Geplant ist außerdem eine Enfilade, die vom Schiefen Saal zur Kastanienterrasse führt.
Auch das Boudoir der Fürstin Daisy sowie der Balkon an der Nussterrasse werden instand gesetzt. Insgesamt soll das Interieur möglichst originalgetreu in den Vorkriegszustand zurückgeführt werden. Dadurch sollen sowohl die Besuchsqualität als auch das kulturelle Angebot deutlich steigen.
Technische Modernisierung und ökologische Maßnahmen
Parallel zu den Restaurierungsarbeiten laufen technische Modernisierungen im Schloss Fürstenstein. Dazu gehören der Austausch von Aufzügen sowie eine weitere Etappe der Erneuerung von Fensteranlagen am Schwarzen Hof.
Darüber hinaus integriert das Projekt Maßnahmen mit ökologischem Schwerpunkt.
Bildung, Kultur und internationale Zusammenarbeit
Geplant ist außerdem der Start einer neuen Website für das Schloss, welche den Zugang zu Informationen und Angeboten erleichtern wird. Ergänzend werden Webinare sowie Naturworkshops organisiert, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten.
Darüber hinaus entsteht eine neue Bildungsinitiative, welche das bestehende Angebot erweitert und stärker auf Besucher sowie Schulen ausgerichtet ist. Gleichzeitig werden Schulungen für Mitarbeiter durchgeführt, um die Qualität der Betreuung und Organisation weiter zu verbessern.
Auch der kulturelle Bereich wird ausgebaut. Auf dem Schlossgelände sind verschiedene Veranstaltungen, darunter Aufführungen und Inszenierungen vorgesehen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die internationale Zusammenarbeit. Gemeinsam mit einem Partner aus Tschechien, dem Kloster in Broumov, wird ein neues touristisches Produkt entwickelt – die Barockroute in Schlesien. Dieses Angebot wird durch moderne virtuelle 3D-Rundgänge ergänzt und soll Besucher aus dem In- und Ausland anziehen.
Quelle: wp
Foto: pixabay