Eine der bedeutendsten gotischen Sehenswürdigkeiten Polens wird schon bald für mehrere Jahre ihre Tore schließen. Vor Beginn einer lange erwarteten Generalsanierung haben Besucher nur noch bis Ende August 2026 die Möglichkeit, die historischen Innenräume in ihrem heutigen Zustand zu besichtigen. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Burg nicht nur restauriert sein, sondern auch ein völlig neues Museums- und Tourismusangebot bieten.
Burg bleibt nur noch bis Ende August 2026 geöffnet
Die Burg in Kwidzyn / Marienwerder zählt seit Jahrhunderten zu den wichtigsten gotischen Baudenkmälern Polens. Jedes Jahr zieht sie Tausende Besucher an, die sich für Geschichte, Architektur und die Sammlungen des Museums interessieren.
Ab Anfang September 2026 wird sich die Situation grundlegend ändern. Dann beginnen umfangreiche Bau- und Restaurierungsarbeiten, während derer die historischen Innenräume nicht mehr für Besucher zugänglich sein werden. Die Arbeiten lassen sich nach Angaben des Museums nicht parallel zum laufenden Museumsbetrieb durchführen.
Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2029 abgeschlossen sein. Die vollständige Wiedereröffnung der Burg ist für 2030 geplant.
Sanierung gilt als dringend notwendig
Die umfassende Modernisierung ist seit Jahren geplant. Der bauliche Zustand des historischen Gebäudes hatte bereits seit längerer Zeit Anlass zur Sorge gegeben. Die Restaurierungsarbeiten sollen das bedeutende Kulturdenkmal dauerhaft sichern und gleichzeitig die Voraussetzungen für ein modernes Museum schaffen.
Nach der Wiedereröffnung erwarten Besucher restaurierte Innenräume sowie ein deutlich erweitertes touristisches Angebot.
Sonderausstellung während der Schließung
Trotz der jahrelangen Schließung soll die Geschichte der Region weiterhin zugänglich bleiben. Das Museum bereitet deshalb die Sonderausstellung „Taki oto Kwidzyn“ („So ist Kwidzyn“) vor.
Sie wird ab 2028 in Räumen in der ul. Kruka 1 in der Altstadt von Kwidzyn / Marienwerder gezeigt. Besucher der Stadt können sich dadurch auch während der Schließung der Burg über die Geschichte der Region informieren.
Sechs neue Dauerausstellungen nach der Wiedereröffnung
Die Modernisierung beschränkt sich nicht nur auf die Restaurierung der historischen Bausubstanz. Gleichzeitig entsteht ein komplett neues Museumskonzept.
Die neuen Ausstellungen sollen die Geschichte der Burg, des pomesanischen Domkapitels sowie der gesamten Region Dolne Powiśle anschaulicher vermitteln. Darüber hinaus sieht das Projekt Verbesserungen bei der Barrierefreiheit sowie einen Ausbau der Bildungsangebote vor.
Nach Abschluss der Investition werden sechs neue Dauerausstellungen in den modernisierten Räumen eröffnet. Sie widmen sich unter anderem der Archäologie, der Regionalgeschichte und der mittelalterlichen Geschichte des pomesanischen Domkapitels.
Mit modernen Präsentationsformen soll der Museumsbesuch sowohl für Familien mit Kindern als auch für Geschichtsinteressierte attraktiver werden.
Investition von mehr als 64 Millionen Zloty
Der Gesamtwert des Projekts liegt bei mehr als 64 Millionen Zloty. Finanziert wird die Investition aus europäischen Fördermitteln, dem polnischen Staatshaushalt sowie Eigenmitteln des Schlossmuseums Marienburg.
Es handelt sich um eines der größten laufenden Restaurierungsprojekte dieser Art in der Region.
Nach Einschätzung des Museums wird die Zahl der Besucher nach Abschluss der Modernisierung deutlich steigen – von derzeit rund 33.500 auf mehr als 61.000 Besucher pro Jahr.
Das Wahrzeichen der Burg bleibt erhalten
Auch nach der Modernisierung bleibt das bekannteste Wahrzeichen der Burg erhalten: das sogenannte Gdanisko, ein monumentaler Wehr- und Abortturm, der über einen rund 55 Meter langen Arkadengang mit dem Hauptgebäude verbunden ist.
Dieses außergewöhnliche Bauwerk zählt zu den markantesten Beispielen mittelalterlicher Wehrarchitektur Europas und gilt bis heute als das bekannteste Wahrzeichen von Kwidzyn / Marienwerder.
Quelle: gazeta
Foto: facebook / Zamek w Kwidzynie