Im September sollen die Bauarbeiten für den neuen Großflughafen „Port Polska“ (CPK) starten. Damit geht das zentrale Infrastrukturprojekt Polens in die Umsetzungsphase über. Der Bau beginnt in Baranów / Baronau, etwa 30 Kilometer westlich von Warszawa / Warschau.
Zunächst steht die Vorbereitung des Baugrunds im Fokus. Bis Ende 2027 sollen mehr als 8.000 Pfähle und Säulen in den Boden eingebracht werden. Auf dieser Grundlage entstehen später das Flughafenterminal sowie ein integrierter Bahnhof. Zusätzlich sind tiefe Baugruben für die künftige Infrastruktur geplant.
Auftrag vergeben – Vertrag noch offen
Die Arbeiten an den sogenannten Tiefgründungen übernimmt das Bauunternehmen Budimex. Das polnisch-spanische Unternehmen hat die Ausschreibung gewonnen. Der Auftragswert liegt bei rund 145 Millionen Zloty.
Der Vertrag ist jedoch noch nicht unterzeichnet. Nach aktuellen Angaben soll dies im Juni erfolgen. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen dann im September beginnen. Damit endet die Planungsphase und das Projekt geht in die Realisierung über.
Regierung kündigt „heißen Sommer“ an
Die Projektverantwortlichen rechnen mit intensiven Vorbereitungen in den kommenden Monaten. Filip Czernicki, Vorstandsvorsitzender der CPK-Gesellschaft, kündigte einen „heißen Sommer“ an.
Neben dem Flughafen sollen auch Eisenbahnprojekte parallel starten. Zudem ist der Einsatz einer Tunnelbohrmaschine geplant, die einen Tunnel unter der Stadt Łódź / Lodz vorantreiben soll. Damit gewinnt auch der Ausbau des Schienennetzes an Tempo.
Schlüsseljahr für das Großprojekt
Das laufende Jahr gilt als entscheidend für den Fortschritt des gesamten Projekts. In den nächsten Monaten werden mehrere wichtige Genehmigungen erwartet. Ziel ist es, nahezu gleichzeitig mit dem Bau der Flughafen- und Bahn-Infrastruktur zu beginnen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die rechtskräftige Standortentscheidung. Sie ist Voraussetzung für weitere administrative Schritte, insbesondere für Enteignungsverfahren. Derzeit besitzt die CPK-Gesellschaft bereits rund 90 Prozent der Flächen, auf denen die ersten Arbeiten stattfinden sollen.
Fehlende Genehmigungen verzögern Start leicht
Für den endgültigen Baubeginn des Port Polska fehlen noch zwei zentrale Dokumente. Zum einen die Standortgenehmigung, welche den Zugriff auf das gesamte Baugelände ermöglicht. Zum anderen der unterschriftsreife Vertrag mit Budimex.
Die Standortentscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. Nach deren Inkrafttreten können die verbleibenden Grundstücke formal übernommen werden. Die Enteignungen sollen unmittelbar danach beginnen.
Grundstücksfragen und Enteignungen
Ein Großteil der Flächen des neuen Flughafens wurde bereits im Rahmen eines freiwilligen Ankaufprogramms erworben. Für verbleibende Grundstücke greift künftig eine Sondergesetzgebung, die Enteignungen erlaubt.
Die Verantwortlichen betonen, dass der Verkauf von Eigentum für viele Betroffene eine schwierige Entscheidung darstellt. Das freiwillige Programm habe jedoch in den meisten Fällen zu finanziell zufriedenstellenden Lösungen geführt. Landwirte warten vielfach auf den Abschluss des Verfahrens.
Zeitplan bis zur Eröffnung
Nach Unterzeichnung des Bauvertrags soll der Auftragnehmer das Gelände innerhalb von zwei Wochen übernehmen. Die Bauarbeiten verlaufen laut Projektleitung derzeit im Zeitplan.
Die Inbetriebnahme des neuen Flughafens ist für Ende 2032 vorgesehen.
Quelle: forsal
Foto: facebook / Port Polska