Podolski feiert historischen Pokalsieg mit Górnik Zabrze

Teilen:
podolski, górnik zabrze, oślizło, pokalfinale, polen

Der traditionsreiche Klub Górnik Zabrze hat am Samstag, dem 2. Mai, im Finale des polnischen Pokals auf dem PGE Narodowy Geschichte geschrieben. Die Mannschaft aus Zabrze setzte sich mit 2:0 gegen Raków Częstochowa durch und gewann erstmals seit 1972 wieder den polnischen Pokalwettbewerb.

Die Treffer erzielten Roberto Massimo und Maksym Chłań. Für Górnik ist es zugleich der erste Titelgewinn überhaupt seit 1988. Insgesamt gewann der Klub den Wettbewerb nun zum siebten Mal und liegt damit hinter Legia Warszawa auf Platz zwei der ewigen Rangliste.

Podolski spricht über ungewöhnliche Motivation

Vor dem Finale hatte Lukas Podolski mit einer drastischen Aussage für Aufmerksamkeit gesorgt. Der ehemalige deutsche Nationalspieler erklärte auf der Pressekonferenz, seine Mannschaft müsse sich „auf dem Platz auskotzen“, um den Pokal gewinnen zu können. Nach dem Sieg griff der Weltmeister von 2014 diese Worte erneut auf.

Anzeige

„Ich habe auf der Pressekonferenz gesagt, dass wir uns auf dem Platz auskotzen müssen – und genau so war es. Die Mannschaft hatte Motivation, Kampfgeist und nach einem nervösen Beginn hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Taktisch haben wir alles umgesetzt, was der Trainer verlangt hat“, erklärte der fast 41-jährige Podolski.

Der Offensivspieler steht seit 2021 bei Górnik Zabrze unter Vertrag. Mit dem Erfolg in Warschau / Warszawa gewann er nun bereits seinen fünften nationalen Pokal in vier verschiedenen Ländern. Zuvor holte er Pokaltitel in Deutschland, England, Japan und der Türkei.

„Vor fünf Jahren war der Klub an einem ganz anderen Punkt“

Podolski erinnerte nach dem Spiel daran, wie sich der Verein seit seiner Rückkehr nach Polen verändert hat.

„Ich erinnere mich noch genau daran, wie Górnik aussah und wo der Klub stand, als ich vor fünf Jahren gekommen bin. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass wir in dieser Zeit so viel erreicht haben“, sagte er.

Gleichzeitig warnte der frühere Nationalspieler davor, sich auf dem Erfolg auszuruhen.

„Jetzt müssen wir weiterarbeiten. Gerade wenn es gut läuft, passieren die meisten Fehler“, ergänzte Podolski.

Gute Vorahnungen vor dem Finale

Der Weltmeister berichtete außerdem, bereits am Morgen des Finaltags ein gutes Gefühl gehabt zu haben.

„Ich habe gesehen, wie die Jungs im Hotel aufgetreten sind, wie die Stimmung war und mit welcher Einstellung alle in dieses Spiel gegangen sind. Da hatte ich das Gefühl, dass es ein guter Tag werden würde“, erklärte er.

Offene Zukunft trotz möglichem Karriereende

Podolski hatte in den vergangenen Monaten mehrfach angedeutet, dass die laufende Saison seine letzte als Profi sein könnte. Nach dem Pokalsieg wollte er sich jedoch nicht endgültig festlegen.

„Der Plan war eigentlich, dass dies meine letzte Saison wird. Ich weiß, wie viel mich das alles kostet und wie viel auch meine Familie dafür opfern muss. Von außen sieht vieles leicht aus, aber im Hintergrund steckt enorm viel Arbeit“, sagte der gebürtige Gleiwitzer.

Allerdings schloss er eine Verlängerung seiner Karriere nicht aus.

„Vielleicht lasse ich mir noch etwas einfallen. Die europäischen Wettbewerbe wären natürlich reizvoll“, meinte Podolski mit Blick auf die kommende Saison.

Zunächst wolle sich die Mannschaft jedoch auf die letzten vier Ligaspiele konzentrieren. Górnik kämpft aktuell weiterhin um die Meisterschaft in der polnischen Ekstraklasa.

Emotionaler Moment mit Klublegende Stanisław Oślizło

Besonders emotional wurde die Pokalzeremonie durch die Anwesenheit von Stanisław Oślizło. Die heute 88-jährige Vereinslegende gehörte zu jener Generation, die Górnik zwischen 1965 und 1972 sechsmal zum Pokalsieg führte.

Nach dem Schlusspfiff kam Oślizło auf den Rasen und feierte gemeinsam mit Podolski und der Mannschaft. Anschließend nahm er zusammen mit Podolski und Erik Janža den Pokal entgegen.

„Als ich damals zum ersten Mal nach Kattowitz geflogen bin, um den Vertrag zu unterschreiben, stand Herr Oślizło am Flughafen und hat mich fast erwürgt vor Freude. Heute hat sich der Kreis geschlossen“, sagte Podolski.

Górnik-Fans dominieren das Finale

Das Endspiel entwickelte sich auch auf den Tribünen zu einem großen Fußballfest. Obwohl beide Vereine offiziell jeweils 10.109 Tickets erhalten hatten, kauften die Anhänger von Górnik zusätzlich viele Karten im neutralen Bereich und dominierten das Stadion sowohl zahlenmäßig als auch akustisch.

Die Ultras beider Vereine präsentierten aufwendige Choreografien. Besonders auffällig war ein riesiges Banner der Górnik-Fans mit den Jahreszahlen aller bisherigen Pokalsiege und einem Porträt von Stanisław Oślizło. Kurz vor dem Spielende erschien zusätzlich die Zahl „2026“ als Symbol des neuen Triumphs.

Überraschender Matchwinner? Roberto Massimo!

Sportlich galt Roberto Massimo als einer der überraschenden Helden des Finales. Der Offensivspieler hatte in dieser Pokalsaison zuvor lediglich 26 Minuten im Halbfinale absolviert und spielte auch in der Liga nur selten von Beginn an.

Trainer Michal Gasparik schenkte ihm dennoch im Finale das Vertrauen – und wurde belohnt. In der 35. Minute brachte Massimo Górnik nach einer Ecke von Erik Janža per Kopf in Führung. Es war sein erstes Tor für den Verein.

Den zweiten Treffer erzielte Maksym Chłań in der 65. Minute mit einem flachen Schuss aus 16 Metern.

Raków hatte zwar mehr Ballbesitz, konnte sich aber nur wenige klare Chancen erspielen. Nach einer Brutalo-Attacke kam es noch in der Schlussphase zu einer hitzigen Auseinandersetzung auf dem Platz, am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr.

Gasparik bestätigt Ruf als Pokalspezialist

Trainer Michal Gasparik bestätigte mit dem Triumph seinen Ruf als Spezialist für Pokalwettbewerbe. In seiner Heimat Slowakei gewann er bereits dreimal den nationalen Pokal mit Spartak Trnava und führte den Verein zusätzlich einmal ins Finale. Nun gelang ihm derselbe Erfolg auch in Polen.

Quellen: gol24, PS, WP

Fotos / Videos: Gornik Zabrze (Facebook / Twitter)

Anzeige
Teilen:

Schreibe einen Kommentar

Mehr von PolenJournal.de
adddddd
[mailpoet_form id="1"]
Das könnte Sie auch interessieren:
Anzeige
Aufgrund Ihres Blockers zeigen wir PolenJournal.de nicht an.
Liebe Leserinnen, liebe Leser, guter Journalismus hat nicht nur einen Wert, sondern kostet auch Geld. PolenJournal.de finanziert sich durch Werbeeinnahmen. Deaktivieren Sie Ihre Blocker, damit die Inhalte auf PolenJournal.de weiterhin kostenlos bleiben können.
So deaktivieren Sie Ihre Blocker
  1. Klicken Sie auf das Symbol Ihres Werbe- oder Cookiebanner-Blockers in der oberen rechten Ecke Ihres Browsers.
  2. Klicken Sie auf den farbigen Regler, der Ihnen anzeigt, dass Werbung auf PolenJournal.de geblockt wird.
  3. Aktualisieren Sie die Seite und genießen Sie kostenlose Inhalte auf PolenJournal.de.

A Sale Promotion

A description of the promotion and how the visitor could claim the discount