Berlin, Posen/Poznań und Warschau/Warszawa rücken 2026 noch näher zusammen. Zum 35. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Warschau/Warszawa und des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrages bringt der Kulturzug ein umfangreiches Programm auf die Strecke.
Wer im Herbst 2026 mit dem EuroCity von Berlin über Posen/Poznań nach Warschau/Warszawa fährt, könnte mehr erleben als eine gewöhnliche Zugreise. In Kooperation mit PKP Intercity und DB Fernverkehr wird ein zusätzlicher Wagen zum Kulturort auf Schienen. Dort stehen Lesungen, Konzerte, Filmvorführungen, Performances, Workshops und Diskussionen auf dem Programm.
Mehr als 32 Veranstaltungen im Kulturzug
Im Jubiläumsjahr sind insgesamt acht Fahrten des Kulturzuges auf der Strecke Berlin–Posen/Poznań–Warschau/Warszawa geplant. Mehr als 32 Veranstaltungen sollen dabei Kunst, Kultur, Bildung und gesellschaftlichen Dialog miteinander verbinden.
Das Konzept ist nicht neu: Seit zehn Jahren bringt der Kulturzug Menschen, Regionen und Kulturen miteinander in Kontakt. Ursprünglich verband das Projekt Berlin und Breslau/Wrocław. Das Programm ist mehrsprachig, wechselnd und mehrfach ausgezeichnet.
Im Februar 2025 wurde das Konzept erstmals auf den Fernverkehr in Richtung Posen/Poznań und Warschau/Warszawa übertragen. Im Herbst 2026 wird dieses Format nun fortgesetzt.
Ein Kulturprogramm mitten im Zug
Der zusätzliche Wagen soll während der Fahrt zu einem mobilen Veranstaltungsort werden. Geplant sind unter anderem Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte, Performances und Installationen. Auch Workshops, Clubnächte und Diskussionsveranstaltungen gehören zum Programm.
Beteiligt sind zahlreiche Institutionen aus Deutschland und Polen. Dazu zählen unter anderem das Deutsche Polen-Institut, das Polnische Institut Berlin, das Pilecki-Institut Berlin, das Deutsch-Polnische Haus und das Goethe-Institut Warszawa.
Darüber hinaus arbeiten weitere Akteure aus Kunst, Kultur, Bildung, Politik und Zivilgesellschaft aus Berlin, Poznań und Warszawa an dem Programm mit.
35 Jahre Nachbarschaft zwischen Deutschland und Polen
Der Kulturzug steht 2026 in einem besonderen politischen und gesellschaftlichen Kontext. Berlin und Warschau/Warszawa feiern das 35-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Gleichzeitig jährt sich der Deutsch-Polnische Nachbarschaftsvertrag zum 35. Mal.
Das über Jahrzehnte gewachsene Netzwerk deutscher und polnischer Institutionen sowie Kulturschaffender soll durch das Projekt sichtbar werden. Die Reisenden werden dabei nicht nur zu Zuschauern: Der Kulturzug möchte sie dazu einladen, sich mit aktuellen Fragen auseinanderzusetzen und selbst am Austausch zwischen den beiden Ländern teilzunehmen.
Auch die Oder-Partnerschaft spielt dabei eine Rolle. Sie feiert 2026 ihr 20-jähriges Bestehen und steht für die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen Regionen entlang der Oder. Ziel ist es, die grenzüberschreitende Kooperation weiter auszubauen und den Dialog auf Augenhöhe zu fördern.
Kultur auf der Strecke zwischen Berlin und Warschau/Warszawa
Damit wird der Zug selbst zum Ort des deutsch-polnischen Austauschs. Grenzüberschreitende Themen und Herausforderungen sollen nicht nur in Kulturinstitutionen oder auf Konferenzen diskutiert werden, sondern dort stattfinden, wo Menschen aus beiden Ländern ohnehin zusammenkommen: unterwegs.
Der Kulturzug verbindet auf diese Weise Reisen und Kultur und will den Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrag mit konkreten Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen mit Leben füllen.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenlos. Wer teilnehmen möchte, benötigt allerdings ein gültiges Zugticket sowie eine Reservierung für die jeweilige Fahrt.
Aktuelle Informationen zum Programm und zu den einzelnen Fahrten veröffentlicht der Kulturzug auf seinen Social-Media-Kanälen.
Seit 2026 ist der Kulturzug ein Projekt der Europäischen Akademie Berlin. Unterstützt wird das Kulturprogramm von der Lotto-Stiftung Berlin, dem Land Berlin und den beteiligten Städten.
Quelle: eab-berlin
Foto: Magnific