Kattowitz/Katowice führt offiziell eine Umweltzone – Strefa Czystego Transportu – ein. Die neuen Regelungen sollen bereits am 29. Juni in Kraft treten und betreffen das gesamte Stadtzentrum.
Die Grenzen der Zone werden durch zentrale Straßen wie Skargi, Moniuszki, Warszawska und Francuska markiert. Wichtig dabei: Diese Hauptverkehrsachsen selbst bleiben weiterhin frei befahrbar und dienen lediglich als Abgrenzung der Zone.
Wer darf weiterhin einfahren?
Eine entscheidende Ausnahme gilt für Bewohner von Kattowitz/Katowice sowie anderer Gemeinden der Metropolregion Metropolia Górnośląsko-Zagłębiowska. Ihre Fahrzeuge dürfen, sofern sie bereits vor Einführung der Zone zugelassen waren, unabhängig von der Abgasnorm weiterhin in die Innenstadt einfahren.
Strengere Regeln für andere Fahrer
Für alle übrigen Verkehrsteilnehmer gelten klare Emissionsanforderungen:
- Benzinfahrzeuge müssen mindestens die Norm Euro 3 erfüllen (bzw. ab Baujahr 2000 stammen),
- Dieselautos benötigen mindestens Euro 4 (ab Baujahr 2005).
Diese Vorschriften gelten zunächst bis Mitte 2029. Danach werden die Grenzwerte schrittweise verschärft mit weiteren Anpassungen in den Jahren 2029 und 2034.
Noch restriktiver fallen die Regeln für Fahrer außerhalb der Metropolregion aus. Langfristig werden hier deutlich höhere Emissionsstandards verlangt.
Kontrolle ohne Aufkleber
Ein klassisches System mit Umweltplaketten ist nicht vorgesehen. Stattdessen sollen Fahrzeugdaten digital überprüft werden. Fahrzeuge, welche die Anforderungen nicht erfüllen, müssen auf alternative Routen außerhalb des Zentrums ausweichen.
Hintergrund: EU-Vorgaben
Die Einführung der Zone ist nicht nur eine lokale Entscheidung. Sie steht im Zusammenhang mit Verfahren der Europäischen Union wegen langjähriger Überschreitungen von Stickstoffdioxid-Grenzwerten in mehreren polnischen Ballungsräumen.
Obwohl aktuelle Messungen in Kattowitz/Katowice unterhalb der Grenzwerte liegen, bleibt die Umsetzung verpflichtend. Ziel ist es, die Luftqualität langfristig zu sichern und den Verkehr in der Innenstadt umweltfreundlicher zu gestalten.
Quelle: interia
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