Alicja Szemplińska sorgte beim Eurovision Song Contest 2026 mit ihrem Titel „Pray“ für große Aufmerksamkeit. Der Auftritt überzeugte viele ESC-Fans und erhielt online starke Resonanz. Dennoch reichte es am Ende nicht für eine Platzierung unter den besten Zehn. Polen belegte im Finale in Wien Platz zwölf. Den Sieg sicherte sich Bulgarien.
Eigentlich sollte bereits 2020 mit dem Song „Empires“ für Polen beim Wettbewerb starten. Der Contest fiel jedoch wegen der Corona-Pandemie aus. Anders als viele andere Länder entschied sich das polnische Fernsehen im Folgejahr gegen eine erneute Nominierung. Stattdessen schickte man Rafał Brzozowski ins Rennen.
2026 gelang schließlich die Rückkehr auf die große ESC-Bühne. Mit „Pray“ trat sie vor dem europäischen und australischen Publikum in Wien auf.
Starke Unterstützung durch die Jurys
Im Jury-Voting schnitt die polnische Sängerin stark ab. Mehrere Länder vergaben die Höchstwertung von zwölf Punkten. Darunter befanden sich auch Deutschland und Österreich.
Das galt als bemerkenswert. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs erhielt ein polnischer Beitrag aus beiden Ländern die maximale Jurywertung. Nach Abschluss der Juryabstimmung lag Polen mit 133 Punkten auf Rang sieben.
Die Jurywertungen für Szemplińska im Überblick:
- Schweiz 8 Punkte,
- Malta 1,
- Estland 5,
- Australien 8,
- Deutschland 12,
- Belgien 12,
- Georgien 2,
- Montenegro 1,
- Armenien 1,
- Griechenland 10,
- Tschechien 5,
- Italien 6,
- Finnland 6,
- Lettland 8,
- Serbien 1,
- Moldau 12,
- Kroatien 2,
- Litauen 10
- und Österreich 12.
Schwaches Televoting kostet bessere Platzierung
Danach folgte jedoch die Enttäuschung. Im Zuschauervoting erhielt Szemplińska lediglich 17 Punkte. Dieses Ergebnis war ausschlaggebend dafür, dass Polen noch aus den Top Ten fiel und letztlich nur Rang zwölf erreichte.
Damit wiederholte sich ein bekanntes Muster. Polnische ESC-Beiträge werden immer wieder unterschiedlich von Jurys und Publikum bewertet.
Kein Einzelfall in Polens ESC-Geschichte
Ein besonders bekanntes Beispiel bleibt Michał Szpak im Jahr 2016. Er erreichte insgesamt 229 Punkte. Davon kamen 222 Punkte von den Zuschauern, aber nur sieben von den Jurys.
Dank des Publikums sprang Szpak damals vom letzten Platz der Jurywertung noch auf Rang acht. Viele ESC-Fans in ganz Europa kritisierten daraufhin das Bewertungssystem scharf.
Ein ähnliches Schicksal traf Justyna Steczkowska im Jahr 2025. Ihr Song „Gaja“ entwickelte sich europaweit zum Fanliebling. Medien und Zuschauer bezeichneten sie sogar als „Mutter des Eurovision“.
Ihr Auftritt gehörte zu den meistgesehenen und meistdiskutierten des Jahres. Dennoch erhielt sie von den Jurys nur 17 Punkte und lag zunächst auf Platz 24. Erst durch 139 Zuschauerpunkte verbesserte sie sich auf Rang 14.
Mit Alicja Szemplińska setzte sich diese Entwicklung nun auch beim ESC 2026 fort: starke Anerkennung durch Fachjurys, aber zu wenig Unterstützung aus dem europäischen Publikum.
Quelle: onet
Foto: instagram / aliciaszemplinska