Über 200 Rinder verschwunden

„Kuh-Gangs“ schlagen zu: Führt die Spur der Viehdiebe nach Polen? 

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In Brandenburg kam es in den vergangenen Wochen zu einer Serie spektakulärer Rinderdiebstähle. Von Weiden verschwanden bereits mehr als 200 Tiere. Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass hinter den Taten gut organisierte kriminelle Gruppen stehen.

Die Polizei führt Ermittlungen unter dem Codenamen „Weide“ durch und verfolgt dabei auch Spuren nach Polen. Besonders betroffen ist der Süden Brandenburgs, eine Region nahe der polnischen Grenze. Deutsche Medien berichten, dass Ermittler inzwischen offen von „Kuh-Gangs“ sprechen, die möglicherweise international agieren.

Brandenburgs Innenminister Dr. Jan Redmann schließt nicht aus, dass die Täter aus Staaten außerhalb der Europäischen Union stammen könnten. Die Polizei wertet Reifenspuren an den Tatorten aus und tauscht Informationen mit polnischen Behörden aus.

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Verstärkte Kontrollen und internationale Zusammenarbeit

Die Behörden kündigten wegen der Rinderdiebstähle verstärkte Kontrollen von Tiertransporten an. Dabei sollen nicht nur klassische Viehtransporter überprüft werden. Auch andere Fahrzeuge geraten in den Fokus, die für den Abtransport von Rindern genutzt werden könnten.

Polizeibeamte werden gemeinsam mit Veterinärämtern Identifikationsmarken, Transportdokumente und die Rechtmäßigkeit der Transporte kontrollieren.

Aus taktischen Gründen gibt die Polizei nicht bekannt, wann und wo die Kontrollen stattfinden. Bekannt ist jedoch, dass die Maßnahmen vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden erfolgen sollen. Zu diesen Zeiten nutzen die Täter nach Einschätzung der Ermittler besonders häufig die Ruhe in den ländlichen Gebieten.

An den Ermittlungen beteiligen sich auch polnische Sicherheitsbehörden. Darüber hinaus sollen die Kontrollen an den Grenzübergängen intensiviert werden.

Landwirte sollen Höfe besser vor Diebstahl sichern

Parallel dazu führt die Polizei Gespräche mit Landwirten über zusätzliche Schutzmaßnahmen für ihre Betriebe. Zu den empfohlenen Lösungen gehören Überwachungskameras, Lichtschranken sowie häufigere Kontrollen der Weideflächen.

Die Ermittler hoffen, mit diesen Maßnahmen weitere Diebstähle verhindern zu können.

Hohe finanzielle Schäden der Rinderdiebstähle

Trotz zusätzlicher Streifen und neuer Sicherheitsmaßnahmen können die Behörden keinen lückenlosen Schutz gewährleisten. Redmann erklärte gegenüber dem Portal tag24.de, dass es nicht möglich sei, „an jeder Wiese in Brandenburg einen Streifenwagen aufzustellen“.

Zu einem der größten bekannten Fälle kam es am 12. Mai in Grano im Landkreis Spree-Neiße, unweit der polnischen Grenze. Ein Landwirt meldete den Diebstahl von 31 Rindern. Die Tiere wurden nachts mit einem Lastwagen abtransportiert.

Der betroffene Landwirt sprach von einem schweren Schock. Die gestohlenen Tiere seien besonders wertvoll gewesen und für die Zucht vorgesehen gewesen.

Bauern rufen zur Wachsamkeit auf

Landwirte in Brandenburg appellieren an die Bevölkerung, verdächtige Fahrzeuge oder Personen in der Nähe von Weiden, Ställen und Zufahrtsstraßen umgehend zu melden. Nach Schätzungen der Polizei belaufen sich die finanziellen Schäden inzwischen auf mehrere Hunderttausend Euro.

Bereits wenige Tage vor dem Diebstahl in Grano verschwanden in Raddusch 48 Rinder im Wert von rund 75.000 Euro. Im April wurden im Landkreis Elbe-Elster weitere 70 Kühe von einer Weide gestohlen. Den Schaden schätzte man dort auf etwa 50.000 Euro.

Quelle: onet

Foto: magnific

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