Das Planetarium in Olsztyn / Allenstein soll künftig weit mehr als nur einen Blick in den Sternenhimmel ermöglichen. Geplant ist eine interaktive Erlebniswelt mit einem Mondhabitat. Besucher sollen dort selbst erfahren können, wie das Leben auf dem Mond aussehen könnte.
Planetarium in Olsztyn / Allenstein: Neue Erlebnisse aus dem Weltall
Das Planetarium in Olsztyn / Allenstein gehört zu den beliebtesten Attraktionen der Stadt. Seit 1973 können Einwohner und Touristen dort Projektionen des Sternenhimmels erleben.
Derzeit bleibt die Einrichtung wegen umfangreicher Modernisierungsarbeiten für Besucher geschlossen. Ab dem kommenden Jahr soll das Olsztyńskie Planetarium i Obserwatorium Astronomiczne einen neuen Namen tragen: Centrum Lotów Kosmicznych Astrosfera, also ein Zentrum für Raumflüge. Die Bauarbeiten sollen bis November 2027 abgeschlossen sein.
Im Projektionssaal wird ein moderner Sternenprojektor installiert. Er ersetzt den analogen Zeiss-Projektor, der seit 1973 im Einsatz ist. Außerdem bekommt der Saal eine neue Leinwand, eine neue Tonanlage sowie neue Sitze.
„Alle Abrissarbeiten sind bereits abgeschlossen. Derzeit läuft die Montage der Außenbauteile. In diesem Jahr ist die Kuppel des Planetariums das interessanteste Element, das noch umgesetzt werden muss. Wir bereiten gerade die Stahlkonstruktion für die Verkleidung aus Titanblech vor. Form und Größe der Kuppel bleiben dabei unverändert“, sagt Tomasz Mróz, Bauleiter, im Gespräch mit Radio Olsztyn.
55 interaktive Exponate und ein Mondhabitat
Damit sind die Veränderungen noch nicht abgeschlossen. Die neue Einrichtung soll mehr sein als ein klassisches Planetarium. Sie soll Besuchern ermöglichen, den Weltraum hautnah zu erleben – ohne dabei die Erde zu verlassen.
Geplant sind 55 interaktive Exponate. Hinzu kommen ein Rover-Simulator, echter Mondboden sowie Aufgaben, bei denen Besucher in die Rolle von Mitgliedern einer Raumfahrtcrew schlüpfen können.
Mit dem Rover über den Mond
Das Herzstück der Ausstellung soll ein Mondhabitat bilden. Dort können Besucher die Rolle von Crewmitgliedern einer Mondbasis übernehmen und ausprobieren, wie das Leben außerhalb der Erde funktionieren könnte.
Dazu gehören unter anderem die Überwachung des Zustands des Habitats und die Reaktion auf Notfälle. Auch der Umgang mit Wasser, Energie und Lebensmitteln soll simuliert werden.
„Der größte Ausstellungsbereich wird das Mondhabitat sein. Es ermöglicht, in die Rolle von Mitgliedern der Basisbesatzung zu schlüpfen und zu überprüfen, wie das Leben außerhalb der Erde aussehen würde – von der Überwachung des Zustands des Habitats und der Reaktion auf Störungen bis hin zur Bewirtschaftung von Wasser, Energie und Lebensmitteln“, sagt Olsztyns Bürgermeister Robert Szewczyk gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP.
Zum Konzept gehört außerdem ein Simulator für einen Mondrover. Dieser befindet sich derzeit im Gebäude einer Einkaufsgalerie an der Piłsudskiego-Allee, wo das Planetarium vorübergehend untergebracht ist.
Planetarium wurde zum 500. Geburtstag von Kopernikus eröffnet
Das Planetarium in Olsztyn / Allenstein öffnete am 19. Februar 1973 seine Türen. Die Eröffnung fiel auf den 500. Geburtstag des Astronomen Nikolaus Kopernikus.
Die Modernisierung ist entsprechend umfangreich. Nach einer Erweiterung des Bauumfangs sollen die laufenden Bauarbeiten nach Angaben der Stadtverwaltung fast 47,5 Millionen Zloty brutto kosten. Der geschätzte Gesamtwert des Projekts liegt bei mehr als 72 Millionen Zloty.
Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms „Europäische Fonds für Ermland und Masuren 2021–2027“ umgesetzt. Dabei kommen sowohl EU-Mittel als auch Gelder aus dem polnischen Staatshaushalt zum Einsatz.
Quelle: wprost
Foto: facebook / Olsztyńskie Planetarium i Obserwatorium Astronomiczne