Die 55,6 Meter hohe Statue der Barmherzigen Gottesmutter in Konotopie ist am Samstag feierlich eingeweiht worden. Die Zeremonie leitete der Bischof von Włocławek / Leslau, Krzysztof Wętkowski. Auch der ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa nahm an der Feier teil.
Das monumentale Bauwerk steht auf einem Feld im Dorf Konotopie bei Lipno, direkt an der Landesstraße DK 10 zwischen Szczecin / Stettin und Warszawa / Warschau. Initiatoren und Stifter der Marienstatue sind Grażyna und Roman Karkosik. Das Ehepaar widmete das Monument als „persönliches Dankesopfer für die Rückkehr zu Gesundheit und Leben“.
Für die Einweihung wurde bewusst der 15. August gewählt. Die katholische Kirche feiert an diesem Tag das Hochfest Mariä Himmelfahrt.
Gebet, Gottesdienst und Rosen aus Hubschraubern
Bischof Krzysztof Wętkowski segnete sowohl die Statue als auch eine Gedenktafel im Inneren ihres Sockels. Grażyna Karkosik nahm an der Zeremonie teil. Nach der Weihe flogen zwei Hubschrauber über das Monument. Sie drehten mehrere Runden über dem Gelände. Anschließend wurden rote Rosenblätter aus den Hubschraubern abgeworfen.
Der Zeremonie gingen ein Rosenkranzgebet und eine heilige Messe voraus. In seiner Predigt sprach Bischof Wętkowski über die symbolische Bedeutung der Marienstatue. „Hier in Konotopie nimmt uns Maria in diesem Bild, das wir sehen, alle auf. Sie beugt sich über uns und öffnet ihre Arme, um uns einzuladen, den Blick nach oben zu Gott und zum Himmel zu richten“, sagte der Bischof.
Viele Menschen der Gegenwart hätten ihren Blick dagegen ausschließlich auf den Boden gerichtet und seien nur auf sich selbst konzentriert, erklärte Wętkowski. Zugleich betonte er, die Welt könne durch das Ausstrahlen von Barmherzigkeit schöner werden.
Unter den Gästen befand sich auch Lech Wałęsa, der frühere Präsident Polens und Symbolfigur der Solidarność-Bewegung. Er veröffentlichte in den sozialen Medien Fotos von der Zeremonie. „Konotopie, bei der Barmherzigen Gottesmutter, wir Sünder bitten: Nimm das ganze Volk unter deinen Schutz“, schrieb Wałęsa.
Zum Abschluss der Feier trat das staatliche Ensemble für Volkslieder und Volkstänze „Mazowsze“ auf.
Höchste Marienstatue Europas
Das Monument entstand nach einem Entwurf des Bildhauers Adam Jakub Matejkowski. Der Sockel wird von acht Säulen umgeben. Gemeinsam bilden sie eine Krone. Auf einer Höhe von 15,3 Metern befindet sich innerhalb dieser Konstruktion eine Aussichtsplattform.
Die Plattform lässt sich über Treppen oder mit einem Aufzug erreichen. Erst ab dieser Höhe beginnt die eigentliche Figur der Gottesmutter. Das gesamte Bauwerk wurde in Stahlbetonbauweise errichtet. Für die Konstruktion kam weißer Beton zum Einsatz.
Die Barmherzige Gottesmutter von Konotopie steht mit geöffneten Händen vor den Besuchern. Diese Haltung soll „Barmherzigkeit und die Einladung zu einer geistlichen Begegnung“ symbolisieren.
Mit einer Gesamthöhe von 55,6 Metern überragt die Statue mehrere bekannte religiöse Monumente. Dazu gehört unter anderem die Christusstatue „Cristo Redentor“ in Rio de Janeiro, Brasilien, die 38 Meter hoch ist. Auch die Statue von Christus, dem König des Universums, in Świebodzin / Schwiebus ist niedriger. Die Figur selbst misst dort 36 Meter, zusammen mit dem Hügel erreicht das Monument 52,5 Meter.
Damit ist die Statue in Konotopie / Konotopie das höchste Monument dieser Art in Europa. Weltweit steht sie auf Platz zwei.
Quelle: onet
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