Die polnische Regierung analysiert die Auswirkungen der Lage im Nahen Osten auf die Kraftstoffpreise in Polen. Das erklärte Energieminister Miłosz Motyka am Montag. Nach seinen Angaben steht das Energieministerium in engem Kontakt mit dem Finanzministerium. Zugleich zeigte er sich vorsichtig optimistisch. Die derzeitigen Signale der internationalen Partner seien beruhigend. Deshalb rechne die Regierung mit sinkenden Kraftstoffpreisen. Entscheidungen sollen in den kommenden Tagen fallen.
Regierung beobachtet Entwicklung auf dem Kraftstoffmarkt
Miłosz Motyka äußerte sich während einer Pressekonferenz im Wasserkraftwerk Rożnów, wo eine Absichtserklärung zum Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken unterzeichnet wurde.
„Wir analysieren diese Situation. Von Anfang an haben wir davor gewarnt, weder übertriebenen Optimismus noch Defätismus zu verbreiten. Denn wohl niemand auf der Welt kann mehrere Tage im Voraus vorhersagen, was im Nahen Osten geschehen wird“, sagte Motyka.
Nach seinen Worten steht das Energieministerium in ständigem Austausch mit dem Finanzministerium. Ziel sei es, sowohl die Haushalte der polnischen Familien als auch den Staatshaushalt zu schützen.
„Mit Blick auf die Budgets der polnischen Familien und den Staatshaushalt werden wir entsprechende Entscheidungen treffen. Wir haben bereits bewiesen, dass wir wirksam handeln können“, erklärte der Minister.
Entscheidungen zu Kraftstoffpreisen sollen in den nächsten Tagen fallen
Motyka erinnerte an frühere staatliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Kraftstoffmarktes. „Obwohl die Opposition behauptete, die Maßnahmen würden nicht funktionieren, es werde an den Tankstellen kein Kraftstoff mehr geben und Benzin werde zehn Zloty pro Liter kosten, hat sich das Programm als wirksam erwiesen. Darüber hinaus verfügen wir über weitere Instrumente der Orlen-Gruppe, die den Markt besonders stark beeinflussen. In den kommenden Tagen werden wir die Lage analysieren und Entscheidungen treffen“, sagte der Minister.
Er ergänzte, dass sich die geopolitische Lage derzeit etwas entspanne. „Die Erklärungen unseres wichtigsten Verbündeten sind zum jetzigen Zeitpunkt beruhigend. Deshalb hoffen wir, dass die Kraftstoffpreise sinken werden“, sagte Motyka.
Regierung will Angebot an Holzpellets erhöhen
Der Energieminister ging außerdem auf die weiterhin hohen Preise für Holzpellets ein, die trotz der Sommermonate auf hohem Niveau liegen. Die Regierung wolle deshalb vor Beginn der Heizsaison das Angebot erhöhen.
„Wir sehen, dass ein Teil dieses Rohstoffs aus Polen exportiert wird. Deshalb werden wir Maßnahmen ergreifen, um die Engpässe rasch zu beseitigen – entweder durch höhere Importe aus anderen Regionen oder durch eine bessere Verfügbarkeit des Rohstoffs über die Staatsforsten. Entsprechende Gespräche laufen bereits“, erklärte Motyka.
Nach seinen Angaben basiert der Regierungsplan auf drei Maßnahmen:
- Erhöhung der Pelletimporte,
- Begrenzung der Pelletausfuhren,
- stärkere Nutzung heimischer Rohstoffe.
„Diese drei Maßnahmen setzen wir bereits um und werden sie in den kommenden Wochen weiter vorantreiben, damit vor Beginn der Herbst- und Wintersaison deutlich mehr Pellets verfügbar sind“, kündigte der Minister an.
Minister sieht Versäumnisse der vergangenen Jahre
Nach Einschätzung Motykas ist die aktuelle Situation eine Folge früherer Fehlentscheidungen. „In den vergangenen Jahren wurden im Programm ,Saubere Luft‘ (Czyste Powietrze) so viele Heizkessel wie nie zuvor gefördert. Gleichzeitig wurde jedoch die ausreichende Versorgung mit Brennstoff nicht sichergestellt. Das müssen wir jetzt wieder aufbauen“, sagte der Energieminister.
Quelle: rmf24
Foto: magnific
