Das Meteorologische Hochgebirgs-Observatorium des polnischen Instituts für Meteorologie und Wasserwirtschaft (IMGW) auf der Schneekoppe / Śnieżka wird umfassend saniert. Die Arbeiten sollen bis 2031 abgeschlossen sein. Danach sollen Touristen wieder die Herberge und das Restaurant nutzen können.
Der Vertrag für die Investition wurde am 9. September während des Wirtschaftsforums in Karpacz / Krummhübel unterzeichnet. Das Projekt wird knapp 25 Millionen Złoty kosten. Vertragspartner sind der Eigentümer des Observatoriums, das IMGW-PIB, und das mit den Bauarbeiten beauftragte Unternehmen Pre-Fabrykat sp. z o.o. aus Miłków / Arnsdorf.
Observatorium auf der Schneekoppe wird umfassend saniert
Infrastrukturminister Dariusz Klimczak betonte, dass die Schneekoppe jedes Jahr rund zwei Millionen Touristen anzieht. „Das Gebäude des Observatoriums ist eine Ikone der polnischen Berge, eine Ikone der polnischen Moderne, die wie ein Magnet eine anziehende Wirkung hat. Leider war das Objekt in den vergangenen elf Jahren für Touristen nicht zugänglich. Wir beginnen nun mit dem umfassenden Umbau, damit wir bald Touristen und Wissenschaftler an diesen Ort einladen können und sie ihn besichtigen und die herrliche Aussicht bewundern können“, sagte Klimczak.
Nach seinen Angaben hat das Meteorologische Hochgebirgs-Observatorium des IMGW auf der Schneekoppe eine besondere Bedeutung für die polnische Wissenschaft und die Sicherheit. Gleichzeitig verwies der Minister auf die schwierigen Bedingungen für die Bauarbeiten. „Auf der Schneekoppe gibt es nur wenige Wochen im Jahr ein Wetterfenster, in dem Bauarbeiten möglich sind“, erklärte Klimczak.
Herberge und Restaurant auf der Schneekoppe geplant
IMGW-PIB-Direktor Prof. Robert Czerniawski erklärte, dass parallel Maßnahmen für den Anschluss des Gebäudes an das Abwasser- und Wasserversorgungsnetz laufen. „Das ist notwendig, damit wir das Restaurant eröffnen und bis zu 6.000 Gäste an einem Tag empfangen können“, sagte Czerniawski.
Im Mittelpunkt der Sanierung steht die untere Scheibe des Gebäudes mit einer Fläche von 840 Quadratmetern. Dort sollen rund 100 Plätze für Touristen entstehen, die das Restaurant nutzen möchten. Außerdem sind Sanitäranlagen und Übernachtungsräume vorgesehen.
Derzeit werde rund ein Drittel des Gebäudes nicht genutzt. Trotz der Bauarbeiten soll der Betrieb des Observatoriums laut IMGW uneingeschränkt fortgesetzt werden.
Konstruktion, Fassade und Dach werden erneuert
Der Umbau des Observatoriums auf der Schneekoppe betrifft die sogenannte untere Scheibe, in der früher ein Restaurant betrieben wurde. Nach früheren Ankündigungen soll dieser Teil des Gebäudes für die Wiedereröffnung eines gastronomischen Angebots für Touristen vorbereitet werden.
Dabei wird die Konstruktion des Gebäudes verstärkt. Auch die Fassade und das Dach sollen saniert werden. Zudem ist der Austausch der Fenster sowie eine Modernisierung der technischen Anlagen vorgesehen. Das Gebäude wird außerdem an die heutigen Sicherheitsstandards angepasst. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Brandschutz.
Die Arbeiten sollen 2031 abgeschlossen sein. Das IMGW erklärte: „Nach Abschluss der Investition wird das Observatorium seine volle Funktionalität zurückerlangen und an moderne Sicherheitsstandards angepasst sein. Gleichzeitig bleibt seine einzigartige architektonische Form und sein denkmalwürdiger Charakter erhalten.“
Meteorologische Messungen laufen seit mehr als 140 Jahren
Das Hochgebirgs-Meteorologische Observatorium auf der Schneekoppe gehört zum Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft – Staatliches Forschungsinstitut (IMGW-PIB). Es spielt eine zentrale Rolle bei der Wetterüberwachung und bei der Arbeit des polnischen staatlichen hydrologisch-meteorologischen Dienstes.
Das Observatorium verfügt außerdem über eine der wertvollsten kontinuierlichen meteorologischen Datenreihen in Polen und Europa. Die Daten sind unter anderem für Wettervorhersagen und die Erforschung des Klimawandels von großer Bedeutung.
Das Observatorium auf der Schneekoppe ist eine von zwei Einrichtungen dieser Art in Polen. Die zweite befindet sich in der Tatra auf dem Kaspersgorgel. Meteorologische Messungen auf dem höchsten Gipfel des Riesengebirges werden seit mehr als 140 Jahren ohne Unterbrechung durchgeführt.
Ikone der polnischen Moderne aus dem Jahr 1974
Das charakteristische heutige Observatorium besteht aus drei miteinander verbundenen Scheiben. Das Gebäude wurde 1974 fertiggestellt. Der Bau dauerte fünf Jahre.
Bis 2015 befand sich im unteren Teil ein Restaurant. Im mittleren und oberen Bereich ist das meteorologische Observatorium untergebracht.
Quelle: rp
Foto: facebook / Śnieżka