Deutsche Bahn bringt RE9 zurück: Direkte Verbindung Berlin–Stettin/Szczecin rückt näher

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Die Regionalzuglinie RE9 wird im Dezember wieder in Betrieb genommen und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur künftigen direkten Bahnverbindung zwischen Berlin und Stettin/Szczecin.

Vorerst werden die Züge jedoch ausschließlich zwischen Berlin und Angermünde verkehren. Nach aktuellem Zeitplan soll die Strecke Ende 2027 bis Tantow verlängert werden. Bis die Züge schließlich Stettin/Szczecin erreichen, müssen jedoch auch die Modernisierungsarbeiten auf polnischer Seite abgeschlossen sein. Nach derzeitigen Planungen dürfte dies frühestens 2030 der Fall sein.

Ausbau der Bahnstrecke in Deutschland läuft

Auf deutscher Seite hat vor Kurzem die zweite Bauphase der Modernisierung der Bahnstrecke in Richtung polnischer Grenze begonnen.

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Dabei werden der Abschnitt Passow–polnische Grenze elektrifiziert und ein zweites Gleis gebaut. Ziel ist es, die Kapazität der Strecke zu erhöhen und künftig schnellere sowie häufigere Zugverbindungen zwischen Deutschland und Polen zu ermöglichen.

Strecke bis Passow modernisiert – dennoch keine Züge dorthin

Obwohl der Abschnitt zwischen Angermünde und Passow inzwischen modernisiert wurde, können die Regionalzüge vorerst nicht bis Passow fahren.

Wie Joachim Radünz, Sprecher des Verkehrsverbundes VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, erklärt, ist dies aus betrieblichen Gründen derzeit nicht möglich.

Während der zweiten Bauphase steht der notwendige Bahnsteig in Passow entweder gar nicht oder nicht in ausreichendem Umfang für den Fahrgastbetrieb zur Verfügung.

Für Reisende aus Stettin ändert sich zunächst kaum etwas

Ab Dezember endet die Linie RE9 daher weiterhin in Angermünde.

Nach Einschätzung des Journalisten und Kulturvermittlers Daniel Źródlewski, der regelmäßig zwischen Stettin/Szczecin, Berlin und der deutsch-polnischen Grenzregion unterwegs ist, wird sich für Reisende aus Stettin/Szczecin zunächst kaum etwas ändern.

Er weist darauf hin, dass auf diesem Abschnitt bereits heute die Regionalzuglinien R3 (Stralsund–Berlin) und R30 (Stralsund–Angermünde) verkehren.

„Die Einführung der RE9 wird für Fahrgäste aus Stettin/Szczecin zunächst kaum Veränderungen bringen. Über Pasewalk werden sie weiterhin die bestehenden Linien nutzen müssen, und bis Angermünde bleibt der Bus vorerst unverzichtbar. Vielleicht sorgt die neue Linie künftig für mehr Verbindungen oder zumindest für modernere Fahrzeuge. Derzeit sind noch ältere Züge im Einsatz, in denen es nicht einmal Möglichkeiten gibt, ein Handy aufzuladen“, sagt Źródlewski.

Reisende beklagen Ausfälle und schlechte Anschlüsse

Nach seinen Erfahrungen kommt es auf der Strecke nach Berlin regelmäßig zu Problemen.

Immer wieder würden Züge ausfallen, und die verkehrenden Verbindungen seien auf einzelnen Abschnitten häufig stark überfüllt.

Besonders kritisch bewertet er die fehlende Abstimmung der Anschlüsse.

„Noch größere Schwierigkeiten bereiten die schlechten Anschlüsse zwischen den Linien R4 und R3 beziehungsweise R30 in Pasewalk. Oft passen auch die Busanschlüsse in Angermünde nicht. Jede Reise ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Eine Alternative wäre die Strecke über Neubrandenburg, doch dort dauert die Fahrt mehr als drei Stunden“, erklärt Daniel Źródlewski.

Direkte Züge nach Stettin/Szczecin frühestens ab 2030

Die Bauarbeiten auf deutscher Seite sollen nach derzeitigen Planungen 2027 abgeschlossen sein.

Auf polnischer Seite muss die Strecke zwischen Szczecin Główny und der deutsch-polnischen Grenze ebenfalls elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut werden.

Erst vor Kurzem wurde die Ausschreibung für die Auswahl eines Bauunternehmens veröffentlicht. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis 2030 dauern.

Erst nach Abschluss dieser Investitionen wird die vollständige direkte Bahnverbindung zwischen Berlin und Szczecin möglich sein.

PKS Szczecin übernimmt einen Teil der Busverbindungen

Bis dahin bleiben Busse ein wichtiger Bestandteil der Verbindung zwischen Szczecin und Angermünde.

Bereits ab August gibt es jedoch Änderungen im Ersatzverkehr.

Die Schnellbusverbindungen werden künftig von PKS Szczecin im Auftrag von Polregio betrieben.

Wie Jakub Hofman, Sprecher der Regionaldirektion Westpommern von Polregio, erklärt, hängt die Änderung mit einer neuen Aufteilung der Verkehrsleistungen zusammen.

Die von DB Regio betriebenen Busse bedienen künftig alle Zwischenhalte entlang der Strecke.

Die Schnellbusse von PKS Szczecin halten dagegen unterwegs ausschließlich am Bahnhof Szczecin Gumieńce, wodurch die Fahrzeit verkürzt werden soll.

Fahrplan bleibt unverändert

Am Fahrplan selbst ändert sich nichts. Die Busverbindungen bleiben wie bisher auf die Züge in Richtung Berlin abgestimmt.

Sobald die RE9 voraussichtlich 2027 bis Tantow verlängert wird, soll dort der Umstieg auf die Züge nach Berlin erfolgen. Erst nach Abschluss der Bauarbeiten auf polnischer Seite werden Reisende ohne Umstieg direkt zwischen Berlin und Szczecin unterwegs sein.

Quelle: wszczecinie

Foto: Magnific

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