Zum Fahrplanwechsel 2026/2027 kommt eine bedeutende Neuerung im grenzüberschreitenden Bahnverkehr: Koleje Dolnośląskie plant die Einführung einer neuen Verbindung von Liegnitz/Legnica nach Cottbus. Damit wird die Verbindung zwischen Niederschlesien und der deutschen Hauptstadt deutlich verbessert.
Die Strecke führt über Sagan/Żagań und Sorau/Żary bis zur deutsch-polnischen Grenze und knüpft an eine historische Magistrale aus dem 19. Jahrhundert an, die lange Zeit an Bedeutung verloren hatte.
Schnellere Alternative nach Berlin
Schon heute verbinden Züge der PKP Intercity Breslau/Wrocław mit Berlin. Aktuell mit etwa vier täglichen Verbindungen über Grünberg in Schlesien/Zielona Góra und Frankfurt (Oder).
Mit der neuen Route sollen mindestens sieben zusätzliche Verbindungen entstehen. Fahrgäste reisen künftig:
- von Breslau/Wrocław nach Liegnitz/Legnica (KD),
- weiter nach Cottbus,
- und von dort im Halbstundentakt nach Berlin (DB).
Die Gesamtfahrzeit wird bei etwa 4 Stunden und 30 Minuten liegen und damit nur geringfügig länger als die direkte Verbindung (ca. 4:14 Stunden).
Strategischer Vorteil bei Bauarbeiten
Die neue Strecke gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da auf der Achse Frankfurt (Oder) – Berlin Bauarbeiten geplant sind. Verbindungen über Cottbus bieten somit eine wichtige Alternative, wenn es zu Einschränkungen im Fernverkehr kommt.
Impuls für die Region Lausitz
Für Städte wie Sorau/Żary und Sagan/Żagań bedeutet das Projekt einen erheblichen Entwicklungsschub. Sie erhalten regelmäßige, gut abgestimmte Anschlüsse sowohl nach Breslau/Wrocław als auch nach Berlin.
Insgesamt sollen:
7 Zugpaare zwischen Cottbus und Liegnitz/Legnica verkehren,
sowie zusätzliche Verbindungen auf der Strecke Sorau/Żary–Sagan/Żagań–Liegnitz/Legnica.
Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel
Das Projekt ist ein gemeinsames Vorhaben der Woiwodschaften Niederschlesien und Lebus sowie des Bundeslandes Brandenburg. Ziel ist es, den grenzüberschreitenden Verkehr innerhalb der EU zu stärken und bestehende Lücken im Bahnnetz zu schließen.
Renaissance der Bahn in Europa
Die Initiative passt in einen größeren Trend: Europaweit erlebt der Schienenverkehr eine Renaissance, doch gerade an Staatsgrenzen bestehen weiterhin Defizite. Niederschlesien positioniert sich hier als Vorreiter mit einem wachsenden Netz und neuen Verbindungen in Richtung Deutschland und Tschechien.
Quelle: Pressemitteilung
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