Neuseeländer zieht nach Polen: „Die häufigste Frage lautet: Warum?“

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Der neuseeländische Musiker Kev Fitzsimons lebt in Polen und teilt auf seinem Instagram-Profil @kevfitz regelmäßig Eindrücke aus seinem Alltag in Warszawa / Warschau. In einem aktuellen Video sprach er über die Reaktionen, die er als Ausländer erhält, nachdem er von Neuseeland nach Polen gezogen ist.

Besonders häufig werde ihm eine bestimmte Frage gestellt. „Die Frage, die ich am häufigsten höre, wenn Menschen erfahren, dass ich aus Neuseeland komme, lautet: Warum? Das heißt: Warum um alles in der Welt sollte jemand Neuseeland verlassen und nach Polen ziehen? Als wäre das eine völlig verrückte Entscheidung“, erklärt Fitzsimons.

„Warum nicht?“

Nach seiner Einschätzung betrachten viele Menschen Polen noch immer vor allem als ein Land, das man verlässt, und nicht als eines, in das man zieht.

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„Ich habe das Gefühl, dass die Menschen Polen als einen Ort sehen, aus dem man weggeht, und nicht als einen, zu dem man kommt“, betont er. Die Frage würde er deshalb anders formulieren: „Anstatt zu fragen: Warum?, würde ich fragen: Warum nicht?“

Begeisterung für Hel / Hela, Parks und die polnische Alltagskultur

Der Musiker berichtet, dass ihn insbesondere die Stadt Hel /Hela begeistert habe. Außerdem lobt er die zahlreichen Parks in Warszawa / Warschau, die vielen Grünflächen und sogar die landesweit verbreiteten Żabka-Filialen.

Nach Ansicht von Fitzsimons verlieren Menschen oft den Blick für die Vorzüge ihrer Heimat, wenn sie dort viele Jahre leben. „Wenn man lange genug irgendwo lebt, hört man auf, diesen Ort so zu sehen, wie ihn andere sehen (…). Vielleicht muss man deshalb selbst weggehen – oder jemand muss in unser Land kommen –, um uns daran zu erinnern, dass der Ort, aus dem wir stammen, wirklich schön ist“, sagt er.

Żabka als „kleiner Zufluchtsort“ für Ausländer

In einem weiteren Instagram-Video widmete sich Fitzsimons einem Thema, das nach seiner Beobachtung viele ausländische Besucher Polens beschäftigt: den Żabka-Geschäften.

„Wenn man als Ausländer versucht, sich ein neues Leben in Warszawa / Warschau aufzubauen, bemerkt man ziemlich schnell etwas Merkwürdiges. Der beruhigendste Ort in der Stadt ist weder ein Café noch ein Park oder ein Museum. Es ist ein kleiner Lebensmittelladen mit einem grünen Schild“, erklärt er.

Żabka sei für ihn zu einer Art Orientierungspunkt geworden. „Żabka wird zu einem kleinen Zufluchtsort, an dem alles gleich bleibt“, sagt Fitzsimons. Dort könne man alltägliche Einkäufe erledigen, und „die Hotdogs schmecken immer gleich“.

Gleichzeitig helfe der Laden dabei, die polnische Sprache schneller zu lernen. Für den Neuseeländer ist die Kette außerdem ein verlässlicher Wegweiser im Stadtbild. Wer sich als Ausländer in der Stadt verirre, finde „immer innerhalb von 100 Metern“ eine Żabka-Filiale.

„Es gibt immer einen sicheren Punkt, einen Ort, an dem man etwas Vertrautes findet. Es ist irgendwie seltsam, dass dieser kleine Laden zu einer kleinen Oase der Sicherheit wird, während man versucht herauszufinden, was man mit dem Rest seines Lebens anfangen soll“, fasst er zusammen.

Familien- und Berufsgründe für den Umzug

In einem Interview mit dem polnischen Magazin Zwierciadło.pl erläuterte Fitzsimons bereits die Gründe für seinen Umzug nach Polen. Demnach spielten sowohl familiäre als auch berufliche Aspekte eine Rolle.

„Die meisten Menschen halten das für eine verrückte Entscheidung. Ich bin aus familiären und beruflichen Gründen gekommen – ich habe zwei Kinder, die zur Hälfte Polen sind. Geblieben bin ich aus kreativen Gründen. Warszawa / Warschau ist faszinierend, voller Geschichte, Spuren der Vergangenheit und Kultur. Die Musikszene ist großartig, und das Niveau der Musiker ist sehr hoch. Ich spüre hier einen enormen Respekt für die Kunst“, sagte er im Gespräch mit Robert Choiński.

Mit seinen Beiträgen auf Instagram vermittelt Fitzsimons eine Außenperspektive auf Polen und hebt Aspekte hervor, die Einheimische im Alltag häufig als selbstverständlich wahrnehmen.

Quelle: onet

Foto: Screenshot / Instagram / kevfitz

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