Hochkarätige Klassik-Festivals in Warschau/Warszawa und in Krakau/Kraków

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Foto: beethoven.org.pl

„Beethoven – zwischen Ost und West“ heißt es bei der diesjährigen Ausgabe des österlichen Beethoven-Festivals, das vom 26. März bis 4. April 2023 in Polens Hauptstadt Warszawa (Warschau) stattfindet. Auch das Festival Misteria Paschalia in Kraków (Krakau) setzt sich dieses Jahr mit dem gegenseitigen Einfluss der großen Kulturkreise auseinander. Das renommierte Festival für Alte Musik begeht das 20-jährige Bestehen. Erstmals verlängert es seine Laufzeit bis zum orthodoxen Osterfest und feiert dieses mit einem Sonderkonzert.

Zum 90. Mal würde sich in diesem Jahr der Geburtstag des weltberühmten Komponisten und Dirigenten Krzysztof Penderecki jähren. Er war auch mit dem Beethoven-Festival eng verbunden. Sein Werk zieht sich wie ein roter Faden durch die diesjährige Ausgabe. Der 2020 verstorbene Komponist setzte sich immer wieder mit fernöstlicher Kultur und Musik auseinander. So können die Festivalbesucher neben anderen Kompositionen auch zwei Sinfonien erleben, deren Inspiration in Asien lag.

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Im Rahmen des Auftaktkonzertes erklingt neben Beethovens Egmont-Ouvertüre auch die „Koreanische“ Fünfte Sinfonie von Penderecki in der Version des Symphonic Orchestras der Korea National University of Arts. Am 2. April präsentiert das Polnische Nationale Radiosinfonieorchester die Sechste Sinfonie von Penderecki, die „Chinesische Lieder“, sowie die Ouvertüre zu Beethovens „Die Ruinen von Athen“ und Gustav Mahlers „Lied von der Erde“. Anlässlich seines dritten Todestages wird das Apollon Musagète Quartet gemeinsam mit weiteren Solisten am 29. März in der Nationalphilharmonie das Dritte und Vierte Streicherquartett von Penderecki sowie ein Sextett für Streicher, Klarinette, Flügelhorn und Piano präsentieren. 

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Kammermusik steht auch beim Konzert von Hina Maeda, der aktuellen Preisträgerin des Wieniawski-Musikwettbewerbes, im Vordergrund. Begleitet vom Pianisten Michał Francuz wird die Violinistin am 1. April im Großen Saal des Warschauer Königsschlosses Werke von Henryk Wieniawski, Wolfgang Amadeus Mozart und Mieczysław Weinberg interpretieren.

Ein besonderes Erlebnis verspricht die „Vorstellung unbekannter Opern“ am 3. April zu werden. Dann wird das Orchester der Philharmonie Poznań (Posen) Eric Saties „Sokrate“ und Bohuslav Martinůs „Alexandre bis“ auf die Bühne der Nationalphilharmonie bringen. Zum krönenden Abschluss wird am Karfreitag Pendereckis Sinfoniekantate „Die sieben Tore Jerusalems“ erklingen. Das Orchester der Nationalphilharmonie unter der Leitung von Sergey Smbatyan wird dabei vom Chor des Hauses unterstützt.

Mit den Misteria Paschalia feiert in diesem Jahr eines der international renommiertesten polnischen Musikfestivals sein 20-jähriges Bestehen. Für die Veranstalter Grund genug, danach zu fragen, wie sich die historische Aufführungspraxis in den vergangenen zwei Jahrzehnten verändert hat. So werden altbekannte Ensembles vom 4. bis 16. April in Krakau ebenso vertreten sein, wie Nachwuchskünstler aus Polen und der ganzen Welt. Zu den bekannten Gästen des Festivals zählt das Ensemble Le Poéme Harmonique von Vincent Dumestre. Das Quartett eröffnet das Festival am 4. April in der Krakauer Katharinenkirche mit geistlicher Musik des neapolitanischen Barocks, darunter das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi.

Am selben Ort geht es am folgenden Tag mit einer der erfolgreichsten polnischen Nachwuchsgruppen der historischen Musik weiter. Das Cohaere Ensemble wurde 2019 in Katowice (Kattowitz) von drei Musikstudentinnen gegründet und gewann in den Folgejahren – inzwischen als Quartett – zahlreiche internationale Wettbewerbe. Verstärkt um weitere historische Instrumente werden die Streicherinnen französische Tenebrae des 17. Jahrhunderts interpretieren.

Erstmals vertreten bei den Misteria Paschalia ist Sébastien Daucé mit seinem 2009 gegründeten Ensemble Correspondances. Die französischen Musiker sollten bereits 2020 nach Kraków kommen, was aber durch die Corona-Pandemie verhindert wurde. So holen sie am 6. April ihr eigens für das Festival vorbereitete Programm mit den beiden Kantaten „Da Jesu an dem Kreuze stund“ von Heinrich Schütz und „Membra Jesu nostri“ von Dietrich Buxtehude nach. Außerdem laden sie zu einem besonderen Konzert in das unweit von Krakau gelegene Salzbergwerk Wieliczka ein. Tief unter der Erde präsentieren sie ihrem Publikum am 8. April höfische Musik aus der Zeit von Louis XIII.

2023 enden die Misteria Paschalia gleich zweimal – zum Osterfest der West- wie auch der Ostkirchen. Zur katholischen und evangelischen Osterfeier am 9. April laden Christophe Rousset mit Les Talents Lyrique und Bariton Benjamin Appl zum Konzertabend „Mozart und seine Freunde“ ein. Dabei steht Mozarts Auseinandersetzung mit Joseph Haydn und Antonio Salieri im Fokus. Zum orthodoxen Osterfest am 16. April stellt das Ensemble Irini um die Sopranistin Lila Hajosi Motetten des aus Flandern stammenden und in Florenz wirkenden Renaissance-Komponisten Heinrich Isaac liturgischen Gesängen aus Georgien gegenüber, die etwa zur gleichen Zeit entstanden.

 

Informationen rund um das österliche Beethoven-Festival gibt es unter www.beethoven.org.pl Mehr zu den Misteria Paschalia unter www.misteriapaschalia.com Weitere Infos über Kulturevents in Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

 

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