Ein Fluss kehrt an die Oberfläche zurück: Ein einzigartiges Projekt in Lodz/Łódź

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lamus fluss

In Lodz/Łódź hat ein außergewöhnliches Stadtentwicklungsprojekt begonnen, das in europäischen Städten nur selten umgesetzt wird. Die Stadt arbeitet daran, einen jahrzehntelang unterirdisch verlaufenden Wasserlauf wieder sichtbar zu machen.

Der Fluss Lamus floss mehr als 100 Jahre lang unter der Erde. Nun soll er wieder Teil des Stadtbildes werden.

Lamus gehört zu den fast 20 Wasserläufen, die heute unter den Straßen von Lodz/Łódź verborgen sind. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Fluss im Zuge der Industrialisierung und der zunehmenden Wasserverschmutzung kanalisiert. Auf einer Strecke von rund zwei Kilometern wurde er unter die Erde verlegt.

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Jetzt will die Stadt den historischen Wasserlauf zurück in die Landschaft holen.

Wiederherstellung des natürlichen Flussbetts

Die Freilegung des Lamus-Flusses zählt zu den wenigen Projekten dieser Art in Europa.

Das Vorhaben sieht die Wiederherstellung eines natürlichen Flussbetts sowie eine umfassende Modernisierung des umliegenden Parks vor. Geplant sind neue Wege, Elemente der Stadtgestaltung sowie Erholungsbereiche direkt am Wasser.

Die Idee, den Fluss wieder an die Oberfläche zu bringen, entstand bereits 2016. Als Standort wurde ein Abschnitt durch den Kiliński-Park ausgewählt. Dort soll der wiederhergestellte Wasserlauf künftig sowohl ökologische als auch Freizeitfunktionen übernehmen.

Wie das Stadtamt Lodz/Łódź erklärt, handelt es sich um ein wegweisendes Projekt:

„Das Projekt zur Freilegung des Lamus hat einen Pioniercharakter. Es gehört zu den wenigen Vorhaben in Europa, bei denen ein über Jahrzehnte in einem unterirdischen Kanal verborgener Fluss wiederhergestellt und gleichzeitig ein Raum für Erholung, Bildung und den Kontakt mit der Natur geschaffen wird.“

Die Stadt betont außerdem, dass die Bedeutung des Projekts weit über die Sanierung des Kiliński-Parks hinausgeht.

„In der Praxis ist es ein Test dafür, wie Wasser in dicht bebauten Stadtgebieten wieder in die Landschaft integriert werden kann – nicht nur als Teil der Infrastruktur, sondern als Bestandteil eines lebendigen natürlichen und sozialen Systems.“

Neue Attraktion im historischen Zentrum von Lodz/Łódź

Der Lamus-Fluss verläuft durch einen besonders wertvollen historischen Teil der Stadt.

In seiner Umgebung befinden sich unter anderem:

  • die historische Arbeitersiedlung Księży Młyn,
  • der Źródliska-Park,
  • der Herbst-Palast.

Gleichzeitig entstehen in diesem Teil von Lodz/Łódź zahlreiche neue Wohngebiete.

Die neue grüne Freifläche mit einem wieder sichtbaren Fluss soll die Entwicklung des Viertels ergänzen und einen attraktiven öffentlichen Raum schaffen. Davon sollen sowohl Einwohner als auch Touristen profitieren, die diesen Teil der Stadt regelmäßig besuchen.

Die Stadtverwaltung betont, dass das Projekt einen grundlegenden Wandel im Umgang mit städtischen Flüssen symbolisiert. Über Jahrzehnte wurden Wasserläufe in Städten häufig als Hindernis für die Entwicklung betrachtet und deshalb unter die Erde verlegt.

Geschichte des Lamus reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück

Der Lamus-Fluss hat eine lange Geschichte. Seine Ursprünge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Sein Wasser trieb zunächst Mühlen an und versorgte später Industrieanlagen einiger der größten Fabrikbesitzer von Lodz/Łódź.

Die intensive industrielle Nutzung führte jedoch zu einer starken Verschmutzung des Wasserlaufs. Dies war letztlich der Grund dafür, dass der Fluss in einem unterirdischen Kanal verborgen wurde.

Heute gehört die Wiederherstellung des Lamus zu den Maßnahmen, mit denen die Stadt einen Teil ihrer historischen Wasserlandschaft zurückgewinnen möchte.

Bauarbeiten bereits weit fortgeschritten

Die Arbeiten am Projekt sind inzwischen weit fortgeschritten.

Der neue Flusslauf entsteht bereits. Außerdem wurde eine Umleitung eingerichtet, damit die hydrotechnischen Arbeiten durchgeführt werden können.

In den nächsten Bauphasen sind weitere Maßnahmen geplant:

  • Befestigung der Ufer,
  • Installation einer Beleuchtung,
  • Aufbau eines Überwachungssystems,
  • Einrichtung von Elementen der Stadtmöblierung.

Die Fertigstellung der Investition ist noch für 2026 vorgesehen.

Die Wiederherstellung des Lamus-Flusses steht im Zusammenhang mit einem europäischen Trend: Immer mehr Städte versuchen, historische Wasserläufe zurückzubringen und Flüsse wieder stärker in natürliche Kreisläufe einzubinden.

Nach Angaben des Berichts von Dam Removal Europe wurden im Jahr 2025 in 21 europäischen Ländern mindestens 603 Wasserbarrieren entfernt. Dadurch konnte die ökologische Durchgängigkeit auf mehr als 3.740 Kilometern Flussstrecke wiederhergestellt werden.

In Polen wurde im selben Zeitraum keine Staumauer entfernt.

Für das Projekt in Lodz/Łódź konnten Fördermittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro (mehr als 15 Millionen Złoty) aus dem Programm „Pilot Projects and Preparatory Actions“ der Europäischen Union gewonnen werden.

Die Freilegung des Lamus könnte damit zu einem Beispiel dafür werden, wie moderne Städte historische Flüsse zurückholen und Wasser wieder zu einem wichtigen Bestandteil des urbanen Lebens machen.

Quelle: wp

Foto: Magnific

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